Die Waren der Zeit

Die Waren der Zeit

Heutzutage ist alles (ver)käuflich: Fernseher und Handys, Gefühle und Träume, sogar Zeit. Im gesamten Alltag hinterlässt Kapitalismus seine Spuren. Produktion und Vervielfältigung, schneller und schneller… Wir verstehen die Zeit durch Güter. Wir nehmen auch die Ideologie darin war. Der Fall der Berliner Mauer bezeugte den Sieg des Kapitalismus. Wie Mark Fisher Slavoj Žižek wiederholt: „es ist einfacher sich das Ende der Welt als das Ende des Kapitalismus vorzustellen“ (Mark Fisher, Capitalist Realism: Is There No Alternative?*)
Wir sind alle Spieler und Opfer des Systems, nicht nur Menschen, sondern auch Objekte. Kann Kunst sich dem wiedersetzen?

Während Güter ähnliche Dinge kreiert werden, jedoch mit anderer oder keiner Funktion überhaupt, versucht Kunst die Dynamiken der Rohstoff – Monetarismus Relation offen zu legen und zu durchbrechen, ist dennoch in diesem Spiel gefangen.

Die Exhibition konstruiert die Grenzbewegung als Stimmung zwischen nützlich und unbrauchbar, verkäuflich und unbezahlbar, modern und aus der Zeit geraten…

Der Narrativ ist von der Mischung aus kulturellen und ästhetischen Schichten der Stadt geprägt, in welcher, ein wilder Kommerz in den Straßen den dies spiegelnden, Hauswände-bedeckenden Graffitis gegenüber steht, in welcher sowjetischer Plattenbau auf alten Ruinen stattfindet.

Es ist eine Umgebung, in die Zeit stecken bleibt, der Sturm des Kapitalismus aber für Beschleunigung sorgt. Zeitgenössische Kunst reflektiert unsere Zeit, durch das nachfragende Adressieren von zukunftsbuhlender Werbungen, verkäuflicher Vergangenheit auf Flohmärkten, und gegenwärtiger Architektur und Gütern. Aber kann zeitgenössische Kunst beschrieben werden? Da Zeit so ungreifbar ist, kann sie nur in Form des Kapitalismus berührt werden. Nur Kunst lässt sich erfassen.

Anastsya Skvortsova