Film und Musik – eine besondere Alchemie

Der Komponist Benedikt Schiefer bei einer SWR( Südwestrundfunk)-Veranstaltung im E-Werk Freiburg. Foto: © Marc Doradzillo

Erster Teil

Wie setzt ein Filmemacher Musik in seinen Filmen ein? Zieht er neue Kreationen oder bereits existierende Lieder vor? Möchte er die Handlung mit der verwendeten Musik kommentieren bzw. akzentuieren, oder soll sie unabhängig vom Bild sein, vielleicht sogar einen Kontrapunkt bilden?

In diesem Zyklus werden wir die Verbindung von Musik und Bild anhand der Filme selbst erkunden, aber auch in Diskussion mit den Gästen: Filmemachern, Komponisten, Musikern und Filmkritikern.

Eine erste Welle an innovativer Filmmusik gab es im Deutschland der 1970er Jahre: Während sich der Neue Deutsche endgültig von Opas Kino verabschiedete, definierten in der Musik Gruppen wie Kraftwerk, Faust, Amon Düül oder Tangerine Dream die Rockmusik neu und ließen die Grenzen zwischen E- und U-Musik verschwimmen.
Sehr bald kommt es hier zur Zusammenarbeit zwischen Kino und Musik, die sich gegenseitig befruchten: Werner Herzog arbeitet insgesamt fünfmal mit der Münchner Band Popol Vuh zusammen, für Wim Wenders, dem wohl größten Pop-, Rock- und Blues-Fan unter den Meistern des Weltkinos, ist Musik ein wichtiges Gestaltungsmittel seiner Filme.

Auch transatlantische Regisseure werden auf die neuen Klänge aufmerksam: Regisseur William Friedkin engagiert für Le Convoi de la peur (1977) die Berliner Band Tangerine Dream. Der Film ist inzwischen auch aufgrund seines eindringlichen Soundtracks ein Kultfilm.

Der Filmemacher Christoph Hochhäusler verfolgt einen ganz eigenen Ansatz in seiner Zusammenarbeit mit dem Komponisten Benedikt Schiefer. Angesichts des minimalistischen Gebrauchs den er von der Musik macht erhält diese eine spezielle Bedeutung in seinem filmischen Werk. Der Berliner Regisseur Roland Klick konnte für seinen Film Deadlock, der 1971 mit dem Filmband in Gold ausgezeichnet wurde, die 1968 in Köln gegründete experimentelle deutsche Rockgruppe The Can gewinnen.