Film / Literatur "Deutschland im Jahre Null" von Roberto Rossellini / "Der Tod in Rom" von Wolfgang Koeppen

Buchcover © éditions du typhon

Do, 23.01.2020

Goethe-Institut Toulouse

4 bis, rue Clémence Isaure
B.P. 11423
31014 Toulouse

Wolfgang Koeppen: Der Tod in Rom

Regie : Roberto Rosselini, Italien 1948, deutsch mit franz. UT

Der Abend ist zwei Meisterwerken der Literatur und des Kinos zum Wiederaufbau Deutschlands nach dem zweiten Weltkrieg gewidmet. Beide werden von Florian Torres vom Verlag Edition du Typhon vorgestellt.

Der zuerst präsentierte, von den „éditions du Typhon“ wieder aufgelegte Roman Der Tod in Rom von Wolfgang Koeppen thematisiert den Konflikt zwischen der Generation der reuelosen Nazis und der Generation deren Söhne. Der Roman ist als Fortführung von Rosselinis Film bezüglich der Sorgen und Schwierigkeiten des Wiederaufbaus zu verstehen. In den 50er Jahren weilt der junge deutsche Komponist Siegfried in Italien, um die Premiere seiner Sinfonie mitzuerleben. Während er sich fern von seiner Familie wähnt, begegnet Siegfried dem schrecklichsten Familienmitglied, seinem Onkel, einem ehemaligen Nazi-Würdenträger, der an ein Viertes Reich glaubt. Seine Präsenz droht Siegfried zu erdrücken. Die Veröffentlichung des vielschichtigen Romans im Filmstil im Jahr 1954 schockierte die deutsche Gesellschaft zutiefst. Bis heute hat „Der Tod in Rom“ nichts von seiner Kraft verloren.

Der Film Deutschland im Jahre Null von Roberto Rossellini zeigt Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg als ein Ruinenfeld. Rossellini erzählt die Geschichte einer orientierungslosen deutschen Familie im zerstörten Berlin. Der zwölfjährige Edmund ist der einzige, der ein Deutschland verkörpern könnte, das ganz neu beginnt. Jedoch ist Einsamkeit des Kindes, das an einer Zeit ohne menschliches Mitgefühl zerbrochen ist, zu groß. Als Edmund seinen ehemaligen Nazi-Lehrer wiedersieht, ist die Versuchung groß, sich erneut in den Hass zu flüchten.

In Kooperation mit ​Les éditions du Typhon, Librairie Ombres blanches

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