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19:00–20:30 Uhr
Politik und Poesie bei Günter Grass
Literaturgespräch|Ein Rest bleibt ungesagt
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Goethe-Institut Paris, Paris
- Sprache Auf Französisch
- Preis Eintritt frei – Anmeldung empfohlen
- Teil der Reihe: Anna & Günter Grass
Mit Anne Freyer, Olivier Mannoni und Thomas Serrier
Moderation: Christine Lecerf
Günter Grass hat sich eingemischt - in die Literatur, den Kulturbetrieb und die Politik. Wie sehr sich politisches Geschehen und literarisches Schaffen bei dem engagierten Schriftsteller bedingen, wird in seinen Erinnerungen an seine Pariser Zeit von 1956 bis 1960 exemplarisch. In seinem autobiografischen Werk Beim Häuten der Zwiebel schreibt Grass zur Entstehung der Blechtrommel: „In allen Zeitungen und in Pariser Vororten herrschte gegenwärtiger Krieg; mir aber wollte der letzte nicht aufhören, der in Danzig begonnen hatte, als mit der Verteidigung der Polnischen Post meine Kindheit ihr Ende fand. […] In Paris schrieb ich Kapitel nach Kapitel. In Paris kam de Gaulle an die Macht und lernte ich, die Knüppelgewalt der französischen Polizei zu fürchten. In Paris wurde ich zusehends politischer.“ (G. Grass, Beim Häuten der Zwiebel, Steidl, 2006, S. 430; 435.)
In seiner berühmten „Danziger Trilogie“ rechnet Grass mit dem Nationalsozialismus ebenso ab wie mit dem raschen Vergessen im Nachkriegsdeutschland. Seine mit emotionaler Kraft aufgeladenen Werke werden zum Katalysator für gesellschaftliche Diskurse. Grass hat ein tiefgründiges und breit gefächertes Lebenswerk hinterlassen. „Und doch wird ein Rest ungesagt bleiben“ schreibt er in seinen Fundsachen für Nichtleser (Steidl, 2014). Aber was hätte uns das Universaltalent und der Bürger Grass heute noch zu sagen? Was bleibt – seine Dichtung, die Debatten mit ihm und um ihn?
Anne Freyer ist Verlegerin bei Éditions du Seuil. Seitdem sie Günther Grass auf der Frankfurter Buchmesse im Jahr 1972 kennenlernte, verfolgte sie die Veröffentlichung seiner Schriftstücke bis zu seinem Tod im Jahr 2015, d.h. 18 Veröffentlichungen im Laufe von Jahrzehnten, von denen die allerletzte posthume Erzählung Prendre la pose im April 2025 erschien (Übersetzung von Olivier Mannoni).
Olivier Mannoni arbeitet seit 1987 als Übersetzer. Er ist der Autor von mehr als zweihundert herausgegebenen Übersetzungen. Er war von 2007 bis 2012 Präsident des französischen Literaturübersetzer-Verbandes und leitet seitdem die École de Traduction Littéraire des CNL. 2017 wurde er mit dem berühmten Prix Eugen Helmlé für sein Werk literarischer Übersetzungen ausgezeichnet. Er hat zwei Bücher über Günter Grass geschrieben: Un écrivain à abattre : l'Allemagne contre Günter Grass (Ramsay, 1996) et Günter Grass, l’honneur d’un homme (Belin, 2000).
Thomas Serrier ist ein französischer Historiker und Germanist, Professor für Deutsche Kultur und Geschichte an der Universität Lille. Seine Forschungen befassen sich vor allem mit den deutsch-polnischen Kulturbeziehungen, mit der Geschichte der europäischen Grenzen wie auch mit der Thematik der kollektiven Erinnerungen. 2004 wurde sein Buch Günter Grass : Tambour battant contre l’oubli (Belin – nicht übersetzt) veröffentlicht.
Christine Lecerf ist Übersetzerin, Literaturkritikerin und Produzentin im Rundfunk, wo sie die verschiedenen Seiten der literarischen, künstlerischen und philosophischen Moderne erkundet.
Moderation: Christine Lecerf
Günter Grass hat sich eingemischt - in die Literatur, den Kulturbetrieb und die Politik. Wie sehr sich politisches Geschehen und literarisches Schaffen bei dem engagierten Schriftsteller bedingen, wird in seinen Erinnerungen an seine Pariser Zeit von 1956 bis 1960 exemplarisch. In seinem autobiografischen Werk Beim Häuten der Zwiebel schreibt Grass zur Entstehung der Blechtrommel: „In allen Zeitungen und in Pariser Vororten herrschte gegenwärtiger Krieg; mir aber wollte der letzte nicht aufhören, der in Danzig begonnen hatte, als mit der Verteidigung der Polnischen Post meine Kindheit ihr Ende fand. […] In Paris schrieb ich Kapitel nach Kapitel. In Paris kam de Gaulle an die Macht und lernte ich, die Knüppelgewalt der französischen Polizei zu fürchten. In Paris wurde ich zusehends politischer.“ (G. Grass, Beim Häuten der Zwiebel, Steidl, 2006, S. 430; 435.)
In seiner berühmten „Danziger Trilogie“ rechnet Grass mit dem Nationalsozialismus ebenso ab wie mit dem raschen Vergessen im Nachkriegsdeutschland. Seine mit emotionaler Kraft aufgeladenen Werke werden zum Katalysator für gesellschaftliche Diskurse. Grass hat ein tiefgründiges und breit gefächertes Lebenswerk hinterlassen. „Und doch wird ein Rest ungesagt bleiben“ schreibt er in seinen Fundsachen für Nichtleser (Steidl, 2014). Aber was hätte uns das Universaltalent und der Bürger Grass heute noch zu sagen? Was bleibt – seine Dichtung, die Debatten mit ihm und um ihn?
Anne Freyer ist Verlegerin bei Éditions du Seuil. Seitdem sie Günther Grass auf der Frankfurter Buchmesse im Jahr 1972 kennenlernte, verfolgte sie die Veröffentlichung seiner Schriftstücke bis zu seinem Tod im Jahr 2015, d.h. 18 Veröffentlichungen im Laufe von Jahrzehnten, von denen die allerletzte posthume Erzählung Prendre la pose im April 2025 erschien (Übersetzung von Olivier Mannoni).
Olivier Mannoni arbeitet seit 1987 als Übersetzer. Er ist der Autor von mehr als zweihundert herausgegebenen Übersetzungen. Er war von 2007 bis 2012 Präsident des französischen Literaturübersetzer-Verbandes und leitet seitdem die École de Traduction Littéraire des CNL. 2017 wurde er mit dem berühmten Prix Eugen Helmlé für sein Werk literarischer Übersetzungen ausgezeichnet. Er hat zwei Bücher über Günter Grass geschrieben: Un écrivain à abattre : l'Allemagne contre Günter Grass (Ramsay, 1996) et Günter Grass, l’honneur d’un homme (Belin, 2000).
Thomas Serrier ist ein französischer Historiker und Germanist, Professor für Deutsche Kultur und Geschichte an der Universität Lille. Seine Forschungen befassen sich vor allem mit den deutsch-polnischen Kulturbeziehungen, mit der Geschichte der europäischen Grenzen wie auch mit der Thematik der kollektiven Erinnerungen. 2004 wurde sein Buch Günter Grass : Tambour battant contre l’oubli (Belin – nicht übersetzt) veröffentlicht.
Christine Lecerf ist Übersetzerin, Literaturkritikerin und Produzentin im Rundfunk, wo sie die verschiedenen Seiten der literarischen, künstlerischen und philosophischen Moderne erkundet.
Anlässlich der Ausstellung Anna & Günter Grass – Die Pariser Jahre des Künstlerehepaars (15. September bis 28. Oktober)
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Ort
Goethe-Institut Paris
17, avenue d'Iéna
75116 Paris
Frankreich
17, avenue d'Iéna
75116 Paris
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