Literatur Kaspar de pierre

Schriftzug auf Kachelhintergrund ©

Mi, 14.03.2018

Goethe-Institut Lyon

18 rue François Dauphin
69002 Lyon

Laure Gauthier und Séverine Daucourt-Fridrikson

Und wenn Kaspar statt zu sprechen gesungen hätte?
 
„Kaspar de Pierre“ von Laure Gauthier: eine Lesung der Geschichte des Findelkinds Kaspar Hauser.
 
 
Laure Gauthier und Séverine Daucourt-Fridrikson lesen Auszüge aus der poetischen Erzählung von Laure Gauthier, die im November 2017 in der Lettre volée erschienen ist.
 
Die Geschichte des Findelkinds Kaspar Hauser, das im Mai 1828 vor den Toren von Nürnberg gefunden wurde, ist heute ein moderner Mythos, der immer wieder zu Neuinterpretationen anregt.
 
Das in einem Keller gefangen gehaltene Kind, dessen Schicksal ganz Europa fesselte, nannte man auch „Kind Europas“. Ihn prägt eine sich in ständiger Bewegung befindliche, befremdliche Sprache. In der Erzählung ist das Kind noch nicht in Nürnberg angekommen, sondern auf dem Weg dorthin, wo es bei mehreren Wohnorte (Haus 1, Haus 2, Haus 3) Reaktionen von Ablehnung oder Zurückweisung erfährt. Man vernimmt es vor jeder neuen zerreißenden Erfahrung und hört von den Befunden, welche überlegen, was die Gesellschaft wohl aus ihm machen könnte (Diagnose 1, Diagnose 2) – Kaspar, diametral?
 
Kaspar Hauser ist ein Bild unserer modernen in gewissen Aspekten rückständigen Gesellschaft, von denen einige Merkmale erahnt werden: die Gier nach Schlagzeilen, das Gefallen an Misshandlung und die Abbildung von Individuen.

In Zusammenarbeit mit Espace Pandora, der Biennale Lyon Musiques en scène und dem Théâtre National Populaire.

Im Rahmen des Magnifique Printemps.

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