Migration Über das Meer – warum das Schicksal der Flüchtlinge uns betrifft

Wolfgang Bauer
Foto: Hein Heiss Suhrkamp

Im April 2016 ist Wolfgang Bauers Reportage „Über das Meer – mit Syrern auf der Flucht nach Europa“ in englischer Übersetzung beim Verlag And Other Stories erschienen. Der Autor stellt sein Buch in den Goethe-Instituten in Glasgow und London vor und spricht dabei in London mit Daniel Trilling und in Glasgow mit Alison Phipps über sein Buch und den Umgang Europas mit dem Schicksal Hunderttausender Flüchtlinge.
 

Wolfgang Bauer sagte im Juli 2015 in einem Interview mit Philipp Ruch und Jakob Schrenk über sich und seine Arbeit: „Ich bin Journalist, nicht Aktivist. Ich bin Geschichtenerzähler, und ich versuche, so genau und – wenn man so will – auch so wahrhaftig zu erzählen, dass sich der Leser in meine Protagonisten einfühlen kann, dass er wirklich glaubt, in ihren Körpern, in ihren Köpfen zu stecken.“ Er setzt bewusst darauf, einzelne Schicksale zu zeigen und begreiflich zu machen, meidet dabei jedoch falsches Pathos: „Nicht jede Reportage ist gut. Ich ärgere mich manchmal über Geschichten von Kollegen, in denen die Protagonisten nur als edle Opfer vorkommen.“

Dieser konkret greifbare Fokus auf den einzelnen Menschen spiegelt sich auch wieder in seiner Antwort auf die Frage, was ein Journalist erreichen kann: „Alles und nichts. Und meistens etwas dazwischen. Ich finde es schön, wenn es mir manchmal gelingt, Einzelschicksale zu beeinflussen. Ich bin skeptisch, was eine Wirkung angeht, die darüber hinausgeht.“

Große Veränderungen beginnen mit persönlicher Auseinandersetzung und Anteilnahme. Diese Beobachtung teilt er mit seinem Kollegen Daniel Trilling, der jüngst in seinem Essay „Perspektiven der Flüchtlingskrise“ feststellte: „Citizens can help to change the direction of government policy.“

 

Haben Sie das Buch „Über das Meer“ von Wolfgang Bauer und die Essays und Reportagen von Daniel Trilling gelesen? Kennen Sie ähnliche aktuelle Veröffentlichungen? Wir freuen uns auf Ihre Hinweise und Kommentare!