Film + Einführung Sperrmüll + Wer fürchtet sich vorm Schwarzen Mann

Vier Männer hintereinander © DEFA-Stiftun, Heiko Koinzer

Do, 22.09.2022

19:00

Goethe-Institut London

Portraits from an Other Germany:  Programm 1

Zu Beginn der Saison werden wir uns einige der aktuellsten Arbeiten von Misselwitz ansehen, die in den Jahren vor dem Fall der Berliner Mauer gedreht wurden. In Bulky Trash (1990) sind die Zeichen der Zeit allgegenwärtig: Proteste gegen die DDR-Führung bilden den turbulenten Hintergrund, vor dem die vier jungen Musiker im Mittelpunkt des Films ihr Leben führen. Durch ihre Punkband Bulky Trash werden Ideen zur Jugendkultur sowie Fragen untersucht, wie junge Menschen mit älteren Generationen umgehen und wie sie die Möglichkeit einer deutschen Wiedervereinigung sehen.

Wer hat Angst vor dem Bogeyman? (1989) konzentriert sich auf Kohlelieferanten, wobei die Besitzerin eines Familienunternehmens für Kohle im Vordergrund steht. Anstatt einen übermäßig sentimentalen Blick auf ihre Arbeit zu werfen, gewinnen wir stattdessen ein Verständnis für die Probleme, mit denen diese Arbeiter konfrontiert sind. Misselwitz’ Betonung des Privatlebens wäre im ostdeutschen Kino nicht zuletzt wegen der Diskussionen um Alkoholismus, Suizid und Fluchtmöglichkeiten in den Westen bislang tabu gewesen.

Anmerkung: „Der Titel des Films bezieht sich auf Deutsch auf einen Reim in einem gängigen Kinderspiel mit Wurzeln im Mittelalter. Jetzt und seit Jahrhunderten hat es auch rassistische Untertöne. Wir finden, das englische Wort 'Bogeyman' passt am besten zu den Intentionen des Regisseurs.“ – DEFA-Filmarchiv 2021



Diese Vorführung wird von Emily Mason eingeführt.

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Bulky Trash (Sperrmüll)
GDR, 1990, colour, DCP, 78 mins, German with English subtitles. 
Directed by Helke Misselwitz, Screenplay: Gerd Kroske, Helke Misselwitz, Camera: Thomas Plenert, Editing: Gudrun Steinbrück, Sound: Andreas Kaufmann. 

Who is Afraid of the Bogey Man? (Wer fürchtet sich vorm Schwarzen Mann)
GDR, 1989, b/w, DCP (35mm), 52 mins, German with English subtitles. 
Directed by Helke Misselwitz, Screenplay: Helke Misselwitz, Thomas Plenert, Director of Photography: Thomas Plenert, Editing: Gudrun Plenert (= Steinbrück), Music: Brigitte Unterdörfer, Sound: Ronald Gohlke



 

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