Filmfestival Essay Film Festival 2017: Session #2

W.Dütsch_Fritz Lang Still © W. Dütsch: Fritz Lang

Sa, 25.03.2017

Birkbeck Cinema

43 Gordon Square
WC1H 0PD London

Thinking Cinema on Television: Westdeutscher Rundfunk (WDR), ca. 1975 (Screening 1)

Das erste Programm in dieser Serie wird von dem Programmkuratoren Volker Pantenburg vorgestellt. Anschließend gibt es ein Gespräch mit Werner Dütsch.

Bitte beachten Sie, dass diese Veranstaltung im Birkbeck Cinema stattfindet.
 
Filmemigration aus Nazi-Deutschland - Teil 1
, Günter Peter Straschek, Deutschland, 1975, 16mm (digitaler Transfer), 60 Min, Deutsch mit englischen Untertiteln.
 
Günter Peter Straschek
 (1942–2009) gehörte zum ersten Studenten-Jahrgang der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb). 1966 begann er unter anderen zusammen mit Hartmut Bitomsky, Harun Farocki, Holger Meins und Helke Sander, Film zu studieren. Strascheks Seminarfilm Ein Western für den SDS wurde durch den Direktor der Akademie konfisziert, die anschließende Besetzung seines Büros führte 1968 zur Relegation von Straschek und weiteren Studenten.

Dies ist die erste Folge einer fünfteiligen Serie. In umfangreichen Interviews werden Emigranten über ihre Arbeit in der deutschen Filmindustrie befragt, die wegen des nationalsozialistischen Regimes ins Exil gehen mussten. Abgesehen von einigen Radioarbeiten und Texten bleibt diese 290 minütige Fernsehsendung die einzige öffentliche Spur von Günter Peter Strascheks lebenslanger Arbeit über Emigration von Filmschaffenden. Ein dreibändiges Buch hätte alles zugängliche Material über 3000 Emigranten aus allen Bereichen der Filmproduktion umfassen sollen. Dieses Buch ist jedoch nie erschienen.

Fritz Lang, Werner Dütsch, Deutschland, 1974/1990, 16mm (digitaler Transfer), 45 Min, Deutsch mit englischen Untertiteln.

Werner Dütsch war einer der produktivsten Redakteure der WDR Filmredaktion und produzierte Arbeiten von Helmut FärberHarun FarockiHartmut Bitomsky und vielen anderen. Sein Fritz Lang ist eine überarbeitete Version eines früheren Programms des deutschen Regisseurs (Die schweren Träume des Fritz Lang, 1974). Wie auch andere Chefredakteure, organisierte Dütsch nicht nur TV Retrospektiven, initiierte und co-produzierte die Arbeit anderer, sondern arbeitete auch selbst als Autor und Regisseur. Fritz Lang ist angelegt als ein Dialog zwischen zwei Stimmen (Dütsch und Martina Müller), die die Hauptthemen und Obsessionen des Regisseures behandeln. Der Film ist voll von präzisen Beobachtungen: „Es wird oft getötet in Langs Filmen; mit Energie, Geschicklichkeit und Arroganz. Dann folgen Bilder der schwer und hilflos niederstürzenden Körper. Als wollten die Toten sich mit ihrem besonderen Gewicht den Lebenden in den Weg legen.“
 
Über Werner Dütsch:

Werner Dütsch
 wurde 1939 in Berlin geboren. Er war drei Jahrzehnte lang leitender Redakteur für Spielfilm, Dokumentation und Programme über Kino beim WDR (Westdeutscher Rundfunk) in Köln und unterrichtete zwei Jahrzehnte lang an der Kunsthochschule für Medien Köln (KHM). Viele Jahre lang arbeitete er auch für die Duisburger Filmwoche. Er ist der Autor von Im Banne der roten Hexe – Film als Lebensmittel (2016) und Co-Autor von Lola Montez - eine Filmgeschichte (2002).
 
Über Volker Patenburg:

Volker Pantenburg
 ist Professor für Filmwissenschaft an der Freien Universität Berlin. Er hat zu essayistischen Film- und Videopraktiken, Experimentalfilm und zeitgenössischen Installationen publiziert. Unter den jüngsten Buchpublikationen finden sich: Farocki/Godard. Film as Theory (Amsterdam: Amsterdam UP 2015); Cinematographic Objects. Things and Operations (Berlin: August 2015, Herausgeber); und Screen Dynamics. Mapping the Borders of Cinema (Wien: Österreichisches Filmmuseum 2012; Mitherausgeber). Im Jahre 2015 hat er das “Harun Farocki Institut” mitbegründet, eine  Plattform zur Erforschung von Farockis visueller und diskursiver Praxis, die auch neue Projekte unterstützt, die sich mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft von Bildkulturen auseinandersetzten.

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