Conjuring up the Real: The Films of Jürgen Böttcher

Jürgen Böttcher: Wäscherinnen Jürgen Böttcher: Wäscherinnen © DEFA-Stiftung, Horst Sperber

Jürgen Böttcher (* 1931) gilt als einer der bedeutendsten und einflussreichsten Dokumentarfilmregisseure der DDR. Ab den späten 1950er Jahren bis zum Ende der DDR im Jahr 1990 drehte er über 40 Kurz- und Langfilme, bis auf seine Studentenfilme alle im Kontext der staatlichen DEFA-Studios. Obwohl im Auftrag des staatlichen Produktionssystems entstanden, waren seine Filme oft ästhetisch provokativ und entsprachen nicht der offiziellen Parteilinie. Böttchers Filme wurden stark durch seine Praxis als Maler beeinflusst, die ihn ebenfalls in Konflikt mit der staatlich vorgeschriebenen antiformalistischen Ästhetik brachte. Nach seinem Ausschluss aus den Verband Bildender Künstler im Jahr 1961 waren seine Möglichkeiten öffentlich auszustellen bis in die 1970er / frühen 80er Jahre stark eingeschränkt. Böttcher malte jedoch unter dem Namen Strawalde weiter und tut dies weiterhin täglich in seinem Atelier in seiner Wohnung in Berlin.
 
Unsere in Zusammenarbeit mit dem Close-Up Film Centre und dem King's College London organisierte Reihe stellt Böttchers vielfältiges Filmschaffen in sieben Programmen vor. Sie beginnt am Mittwoch, 23. Oktober, im Goethe-Institut mit Böttchers einzigem, zu DDR-Zeiten verbotenem, Spielfilm Jahrgang 45. Es folgt ein Workshop am King's College London am Samstag, 26. Oktober, in dem das Thema des Sehens und Gesehen-Werdens in drei Kurzfilmen Böttchers näher betrachten wird. Am 27. Oktober und 3. November zeigt das Close-Up Film Centre zwei Kurzfilmprogramme, in deren Rahmen u.a. Böttchers Experimentalfilm-Trilogie Verwandlungen und sein spätes Meisterwerk Rangierer (präsentiert auf 35mm) zu sehen sein werden. Ein weiteres Highlight ist die Vorführung des selten gezeigten Reisefilms In Georgien am 8. November, ein Lieblingsfilm Böttchers, den wir auf 35mm zeigen. Die Reihe endet am 21. November mit Die Mauer, Böttchers eigenwillige Reaktion auf den Fall der Berliner Mauer. Einführungen und Diskussion werden Gelegenheit bieten, sich näher mit Böttchers bemerkenswerten Filme auseinanderzusetzten.
 
Eine Liste der Veranstaltungen in dieser Reihe finden Sie weiter unten auf diese Seite.
 
'Conjuring up the Real: The Films of Jürgen Böttcher'  wird vom Goethe-Institut in Zusammenarbeit mit dem Close-Up Film Centre,  King's College London und dem German Screen Studies Network sowie, bei Einzelveranstaltungen, in Partnerschaft mit Life Through Cinema und dem Open City DocumentaryFestival  präsentiert.
Unser besonderer Dank gilt Diana Mavroleon für das Initiieren der Reihe und die Zusammenstellung der Programme bei Close-Up, sowie Franziska Nössig und Martin Brady sowohl für ihren substantiellen Beitrag zum Gesamtprogramm als auch für die Organisation des Workshops am King's College. Weiterer Dank geht an Oliver Dickens für die Betreuung der Filmvorführungen bei Close-Up.
Wir bedanken uns auch bei Mirko Wiermann (DEFA-Stiftung), Diana Kluge (Deutsche Kinemathek - Museum für Film und Fernsehen) und Claudia Brändle (Filmpodium Zürich).

 
Die in dieser Retrospektive gezeigten DCPs und Filmkopien wurden von der DEFA-Stiftung und ihrem Verleih bei der Deutschen Kinemathek - Museum für Film und Fernsehen in Berlin zur Verfügung gestellt.


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