Und warum ist diese Prosa so empfehlenswert? Das Buch ermöglicht neue Gefühlslagen angesichts der Demenz: Heiterkeit, Trost, Witz. Die Krankheit bringt neue Möglichkeiten, dem Vater zu verzeihen. Er hatte ihrer Stiefmutter den Vorrang gegeben, seine 3 Kinder jedoch auf zweite oder sogar – nach seiner Karriere – an dritte Stelle gestellt. Man findet im Buch keinen expliziten Gram, kein (übliches) Burnout der Angehörigen. Der zärtliche Umgang des Erzählers mit seinem Vater ist rührend. Ihre geistreichen Dialoge bezaubern. Während ein Sissi-Film im Fernsehen läuft, spricht der „Riese“ einen der sublimen Gedanken des Buches aus: „Was für ein Kitsch. Was für ein Wohlfühlmist. Der Film tut so, als wäre nichts gewesen. (…)“