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18:30 Uhr

Hajnal Németh: Szabadságcsapda

performative Aufführung|

  • Centrális Galéria, OSA Archivum, Budapest

Freedom Trap Hajnal Nemeth Goethe-Institut Budapest, Foto: Németh Hajnal

Freedom Trap Hajnal Nemeth Goethe-Institut Budapest, fotó: Németh Hajnal

„Freedom Trap“ (2023–) ist eine innovative Performance im Format eines „Gegenkonzerts“, die musikalische, rhythmische und vokale Techniken einsetzt und Künstler aus verschiedenen professionellen Bereichen zusammenbringt, um zwei unterschiedliche, aber miteinander verbundene Texte zu interpretieren. Der erste Teil ist eine Neuinterpretation von Tibor Hajas’ „Freedom Industry Broadcast, Channel IV“ (1973). Als eine Art Gegenposition folgen Auszüge aus Archivberichten von Geheimagenten und Polizisten, die Hajas’ Performance von 1973 in Balatonboglár dokumentieren und den Kontext des Chapel Studio beschreiben.
Während sich die Gültigkeit von Hajas’ Text im Laufe der aktuellen Performance neu manifestiert, zerfällt die Zusammenstellung der Berichte allmählich – sie fällt buchstäblich auseinander. Anhand dieses Beispiels aus der Vergangenheit, das in die Gegenwart übertragen wird, untersucht die Performance die Relativität und Illusion von Freiheit innerhalb eines autoritären Systems.
Aufgeführt von: Mark BALLYK (Schlagzeug), BALÁZS Gábor (Bass), BUKOVINSZKY Vanda – Distress (Rap), Bereczki Dominik (Thai-Box), CSERNÁTONY Dóra, ORGON Albert (Textinterpretationen), OLÁH Dávid (Beitrag)

Tibor Hajas (1946–80) war eine ikonische Figur der ungarischen Underground-Kunstszene der 1970er Jahre, bekannt für seine Schriften, konzeptuellen Arbeiten, Filme und Performances.
György Galántais Chapel Studio in Balatonboglár fungierte zwischen 1970 und 1973 als Modell für selbstorganisierte, progressive künstlerische Aktivitäten in Ungarn, unabhängig von der offiziellen Kulturpolitik. 1989 war Galántai Stipendiat des DAAD-Künstlerprogramms in Berlin.
Das Projekt „Freedom Trap” wurde ursprünglich im Auftrag der Kuratoren Gabriella Schuller und László Százados initiiert. Es wurde 2023 in Balatonboglár uraufgeführt, 2024 in Berlin präsentiert und wird nun in Budapest in einer neu adaptierten Fassung von etwa dreißig Minuten gezeigt.
Hajnal Németh arbeitet an der Schnittstelle von bildender Kunst und Musik. Ihre interdisziplinäre Praxis umfasst Performances, Bewegtbildformate und ortsspezifische audiovisuelle Installationen. Ihre Arbeiten stützen sich auf Zitate aus verschiedenen Quellen sowie auf eigene Texte. Ihr innovativer Umgang mit Zeit, Rhythmus und Intonation sowie ihre spielerische Hinterfragung von Bedeutungsstrukturen manifestieren sich oft in minimalistischen Eingriffen in vorhandenes Material. In ihren Kollaborationen mit Komponisten und Performern experimentiert sie mit der willkürlichen Konstruktion und Dekonstruktion von Kontexten.
Bild: Hajnal Németh, Freedom Trap, 2023, Performance-Reihe, Blaue Kapelle, Balatonboglár – ursprünglich György Galántais Kapellenstudio (1970–73).
Foto: Ruzsa Rania

Hajnal Némeths Performance Freedom Trap ist Teil der gemeinsamen Programmreihe des Blinken OSA Archivums und des Goethe-Instituts Budapest, die ebenfalls den Titel Freedom Trap trägt. Die Reihe ist nach Némeths gleichnamiger Performance benannt.