Logo Goethe-Institut

Max Mueller Bhavan | Indien Kolkata

|

10:00–17:30 Uhr

Elemental Imprints: Bio Design Lab South Asia

Bio-Design-Lab|Ein Projekt des Goethe-Instituts Südasien in Zusammenarbeit mit dem Bio Design Lab der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe (HfG).

  • Echostream, Gangtok, Sikkim

Elemental Imprints: Bio Design Lab South Asia © Goethe-Institut South Asia

Elemental Imprints: Bio Design Lab South Asia © Goethe-Institut South Asia

Bio-Design versteht Leben als ein miteinander verbundenes Netz und fördert Gestaltungsmethoden, die mit ökologischen Systemen arbeiten, statt sie auszubeuten. Indem Materialien als Teil lebendiger, dynamischer Systeme betrachtet werden, unterstützt das Projekt kreative Ansätze, die symbiotische Beziehungen zwischen Natur, Technologie und Kultur wertschätzen – mit dem Ziel, ein ausgewogenes und respektvolles Zusammenleben mit der Umwelt zu fördern.

Elemental Imprints: Bio Design Lab South Asia reagiert auf ökologische, wirtschaftliche und soziale Herausforderungen, indem es nachhaltige, nicht-extraktive Nutzungen lokal verfügbarer Ressourcen erforscht. Durch die Zusammenarbeit von Designerinnen, Wissenschaftlerinnen, Kunsthandwerkerinnen, Ingenieurinnen, Architektinnen und Geisteswissenschaftlerinnen entwickelt das Projekt kontextspezifische Lösungen, die in regionalen Kulturen und Ökosystemen verankert und gleichzeitig global inspiriert sind. Zu den Zielen gehören die Umwandlung übersehener Materialien, der Ausbau von Netzwerken zwischen südasiatischen und internationalen Expert*innen, die Förderung innovativer Designmethoden sowie die Einrichtung eines Resource Centers mit einer öffentlichen Materialbibliothek, Prototypen und Publikationen.

In einer Reihe von Bio-Design-Labs in Sri Lanka, Indien und Bangladesch untersuchen Designerinnen, Künstlerinnen, Wissenschaftlerinnen, Kunsthandwerkerinnen und Studierende Materialien wie Bambus, Baumwolle, Rohr, Algen, Jute, Myzel, Luffa, Wasserhyazinthe und weitere Ressourcen, die in großen Mengen vorkommen und bedeutendes Potenzial für ökologische und zirkuläre Gestaltung besitzen.

Jedes Lab verbindet wissenschaftliche Forschung mit künstlerischer Experimentation. Feldstudien, Gespräche mit lokalen Akteurinnen und praktische Materialtests bilden die Grundlage für kollaborative Gestaltungsprozesse. Die Teilnehmenden untersuchen die ökologischen, kulturellen und wirtschaftlichen Dimensionen dieser Materialien und entwickeln neue Materialsysteme, Prototypen und Designkonzepte. Ein wesentliches Merkmal des Projekts ist die Zusammenarbeit lokaler und internationaler Expertise, da jedes Lab von einer regionalen Fachperson und einer internationalen Forscherin oder Designer*in gemeinsam geleitet wird.

Das Goethe-Institut Kolkata arbeitet gemeinsam mit Strengthening Networks Amongst Artists in Northeast (SNANE) als Projektvermittler, Echostream aus Gangtok, Sikkim als Projektpartner, Sonam Tashi Gyaltsen als Projektmentor sowie Sarmīte Poļakova als internationaler Expertin mit drei Künstlerinnen/Künstlern: Pema Chomu Bhutia, Chingrimi Shimray und Lalringhetti Sangsiama. Gemeinsam erforschen sie, wie lokal verfügbare biologische Ressourcen neue Ansätze für nachhaltiges Design inspirieren können.

Das erste Lab findet vom 2. April bis 11. April 2026 in Gangtok, Sikkim statt, wo die teilnehmenden Künstlerinnen gemeinsam mit ihren lokalen Kunsthandwerkerinnen und Expert*innen unter der Anleitung von Sarmite Polakova (Deutschland) und Sonam Tashi Gyaltsen (Indien) arbeiten werden.

Projektpartner

Echostream ist eine ressourcenorientierte Initiative, die darauf abzielt, lokale Gemeinschaften durch designbasierte Lösungen zu unterstützen und gleichzeitig regionale Herausforderungen anzugehen. Das Projekt begann mit einer Studie zum touristischen Interesse und hat bislang mit über 20 Sektoren in Sikkim zusammengearbeitet. Kooperationspartner waren unter anderem Studierende, Unternehmer*innen, Designerinnen, Märkte, Gemeinden, staatliche Institutionen und Umweltakteurinnen. Im Mittelpunkt steht die Bearbeitung lokaler Fragestellungen. Über 100 Designerinnen haben bisher unter dem Dach von Echostream mitgewirkt. Echostream ist offen für Kooperationen mit anderen Bundesstaaten – denn niemand kennt einen Ort besser als seine Bewohner*innen.

Projektmediatoren

Strengthening Networks Amongst Artists in Northeast (SNANE) © © Strengthening Networks Amongst Artists in Northeast (SNANE) Strengthening Networks Amongst Artists in Northeast (SNANE) © Strengthening Networks Amongst Artists in Northeast (SNANE)
Strengthening Networks Amongst Artists in Northeast (SNANE) ist ein kollektiver Versuch, eine Netzwerkplattform für Künstlerinnen aus den verschiedenen Bundesstaaten Nordostindiens zu schaffen. Ziel ist es, Narrative von Pluralität und Intersektionalität neu zu verorten und zurückzufordern – Narrative, die in der Mainstream-Darstellung oft übersehen oder vereinfacht werden. SNANE setzt auf nachhaltige Wege für künstlerische Praxis und auf Plattformen, die innerhalb der Region ein inkubatorähnliches Ökosystem schaffen können. Durch die aktive Zusammenarbeit mit Künstlerinnen der Region möchte SNANE grundlegende Unterstützung bieten, damit die zeitgenössische Kunstszene langfristig bestehen und wachsen kann.

Projektmentoren

  • Sonam Tashi Gyaltsen

    Sonam Tashi Gyaltsen ist Absolvent des Industrial Design am National Institute of Design, Ahmedabad. Er ist Mitbegründer des multidisziplinären Designstudios Echostream sowie des nachhaltigen Sozialunternehmens La. Das Studio konzentriert sich auf gemeinschaftsorientierte Designlösungen. Er erhielt den Naturenomics Award 2021.

  • Sarmīte Poļakova

    Gast Mentorin

    Sarmīte Poļakova ist Materialdesignerin und Forscherin. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Umwandlung von Industrieabfällen und Nebenprodukten in geschlossene Materialkreisläufe. Material- und Produktlebenszyklen stehen im Zentrum ihrer Arbeit und führen zu Konzepten, die Zirkularität über reine Langlebigkeit stellen. Ihre Praxis basiert auf experimenteller Forschung und der Weiterentwicklung bestehender Gestaltungs- und Produktionsmethoden. Dieser spielerische Ansatz führt zu überraschenden Ergebnissen und stellt gängige Produktions‑, Konsum- und Entsorgungsprozesse infrage.

Teilnehmende Künstler*innen

  • Pema C. Bhutia ist Architektin, Forscherin und engagierte Community-Builderin aus Gangtok, Sikkim. Mit einem Bachelor in Architektur und einem Urban Fellowship des IIHS Bengaluru hat sie in den Bereichen Stadtgestaltung, Politikforschung und Bürgerbeteiligung gearbeitet. Sie hat partizipative Designprojekte, Ausstellungen und Kampagnen mitgestaltet, die an der Schnittstelle von Governance, nachhaltiger Urbanistik und Jugendführung angesiedelt sind. Als Teil des Leitungsteams der Sikkim Development Foundation arbeitet sie an der Wiederbelebung einer der ältesten NGOs Sikkims. Zudem ist sie Fellow des Future Ready Leaders Fellowship der Roots to Branches Foundation. Neben ihrer Entwicklungsarbeit ist sie Mitgründerin des Kuna Design Studios, in dem sie ein kleines Team von Architektinnen und Designerinnen leitet. Mit ihrer vielseitigen Praxis möchte sie das Verständnis von Urbanität im Himalaya vertiefen und kontextspezifische Lösungen für widerstandsfähige Bergstädte entwickeln.

  • Chingrimi Shimray ist Textildesignerin und Mitbegründerin von Ishi, einem tri‑annualen Magazin zum Austausch, Diskutieren und Hinterfragen. Sie hat einen Bachelor-Abschluss in Textildesign vom National Institute of Design, Ahmedabad. Als Angehörige der Tangkhul‑Gemeinschaft forscht sie derzeit zu deren Textiltraditionen und arbeitet eng mit der Tangkhul Women Organisation zusammen. Gemeinsam mit einer Freundin betreibt sie das Instagram-Projekt Project Kharak, aus dem das Magazin Ishi hervorgegangen ist.
    Als Fotografie-Enthusiastin entwickelt Shimray zudem Fotoessays. Ishi versteht sie und ihr Team als sicheren Raum für „Ishi“ – „Uns“. Das Magazin möchte Geschichten aus der Perspektive indigener Gemeinschaften erzählen, die lange marginalisiert wurden.

  • Lalrin ist Anwältin und Gründerin und arbeitet an der Schnittstelle von Recht, Kultur und Technologie. Ihre Arbeit untersucht, wie Innovation Gerechtigkeit, Würde und wirtschaftliche Resilienz stärken kann – insbesondere in kleinen Gemeinschaften und aufstrebenden Volkswirtschaften. Durch ihre laufenden Projekte entwickelt Lalrin praxisnahe Modelle, die verfassungsrechtliche Werte mit moderner Innovation verbinden. Dazu gehört Treaxures, ein Projekt, das mittels Augmented Reality kulturelles Erbe und Erzähltraditionen erlebbar macht, sowie weitere Initiativen in den Bereichen Gesundheitsversorgung, ländliche Mobilität und digitale Rechte.