Atlas
18. Deutsche Filmwoche

David Nawrath, Deutschland, Spielfilm, 2018, 100 Min.

Atlas

Der 60-jährige Walter ist Möbelpacker für Zwangsräumungen. Er ignoriert die Schmerzen, die ihm der Knochenjob bereitet, ebenso wie das Leid der Menschen, in deren Privatsphäre er täglich eindringt. Walter ist immer loyal gegenüber seinem Chef Grone, obwohl dieser sich auf ein zweifelhaftes Geschäft mit einem zwielichtigen Familienclan eingelassen hat: Er kauft billig Häuser mit dem Geld des Clans, entmietet sie – auch mit Gewalt –, um sie für ein Vielfaches wieder zu verkaufen. Das einzige Problem: Ein letzter Mieter weigert sich auszuziehen. Walter glaubt, in dem jungen Mann seinen Sohn Jan wiederzuerkennen, den er vor Jahrzehnten im Stich gelassen und seitdem nie wieder gesehen hat. Ohne seine Identität zu offenbaren, nähert sich Walter Jan und dessen Familie behutsam an. Doch nach und nach wird Walter bewusst, wie unberechenbar die Männer sind, auf die sich sein Chef eingelassen hat, und in welcher Gefahr er sich selbst zunehmend befindet.
 
Atlas ist der erste Langspielfilm von Nawrath und gewann bereits 2015 den Emder Drehbuchpreis. Auf dem Filmfestival Turin 2018 gewann Atlas außerdem den Preis der Fondazione Sandretto Re Rebaudengo und Rainer Bock wurde ex aequo mit dem Preis als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet.
 
David Nawrath (*1980) wuchs in Deutschland und im Iran auf und studierte Regie an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin. Für seinen Kurzfilm Was bleibt wurde er für den Deutschen und Europäischen Kurzfilmpreis nominiert. Er war einer von sechs Filmemacher*innen, die 2011 für die Résidence du Festival de Cannes in Paris ausgewählt wurden. Anschließend arbeitete Nawrath an Atlas sowie an verschiedenen Reportagen und Dokumentarfilmen für diverse Fernsehsender.
 
Filmografie: 2019: Atlas; 2009: Der neue Tag (Kurzfilm); 2008: Was bleibt (Kurzfilm); 2008: Eine Minute Freiheit (Kurzfilm); 2005: Moharram – Jugend der ewigen Morgenröte.

Programm

Donnerstag, 8.8.   16:00 Cineteca Nacional  
Freitag, 9.8.          18:00 Goethe-Institut  
Sonntag, 11.8.      21:45 Cinépolis Diana  
Montag, 12.8.       17:00 Cinépolis Perisur  
Montag, 12.8.       18:00 Cineteca Nacional  
Donnerstag, 15.8.19:00 Casa del Cine