En Primera Persona

Theaterstück|Igualdades AC und das Goethe-Institut Mexiko laden zu "En Primera Persona" ein, einem szenischen Vortrag in Gedenken an die Opfer von Gewalt und die verschwundenen Personen in Mexiko

 - © Goethe-Institut Mexiko

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Konzipiert von Igualdades AC, einer gemeinnützigen Organisation, die sich für die Verteidigung der Menschenrechte und die Bürger*innenbeteiligung einsetzt, ist dieses Stück in zwei Akte unterteilt, die auf einer Forschung von Jacobo Dayán, Paris Martínez, Mónica Meltís, Daniela Rea und Michael W. Chamberlin basieren.

Das Projekt hat zum Ziel, das Publikum für die Realität der Gewalt im Land zu sensibilisieren. Durch eine ethische Erzählweise, die sich fiktionaler Elemente bedient, werden die Geschichten von Opfern der Gewalt und von Verschwundenen erzählt – stellvertretend für viele weitere Stimmen. In sechs kurzen Szenen und einem Klanggedicht setzt sich "En Primera Persona" gegen Gleichgültigkeit ein und verleiht den Opfern jenseits von Zahlen und Statistiken eine menschliche Dimension.

Die Regie übernimmt Mauricio García Lozano, der mit einem Team von Bühnenkünstler*innen zusammenarbeitet. Alejandra Escobedo ist für Bühnenbild, Beleuchtung und Kostüme verantwortlich, während Pablo Chemor die Originalmusik komponiert und das Sounddesign entwickelt.

Sechs Fälle und ein Klanggedicht: Die Geschichten, die in "En Primera Persona" erzählt werden, wurden von David Gaitán geschrieben und von den Familien der betroffenen Personen gegengelesen.

An die mexikanische Regierung (“Al Gobierno Mexicano”): Nitza Paola Alvarado Espinoza, 2009 durch das Militär in Chihuahua verschwunden. Mit Patricia Loranca.

Diagramm für einen Uterus (“Diagrama para un útero”): Nancy Pineda Lacan, eine der 72 Migrant*innen, die 2010 in San Fernando Tamaulipas vom organisierten Verbrechen in Zusammenarbeit mit der Polizei getötet wurden. Mit Manuel Cruz Vivas, Patricia Loranca, Quetzalli Cortés und Raúl Villegas.

Die Sonne begraben (“Enterrar el sol”): Jennifer Robles, Heaven-Fall, 2013 in Mexiko-Stadt ermordet. Mit Samantha Coronel.

Essen und Lachen (“Comer y reír”): Gerson Quevedo, zuerst verschwunden und anschließend 2014 tot in Veracruz aufgefunden. Mit Miguel Tercero und Samantha Coronel.

Der Frieden ihres Morgens (“La paz de su mañana”): Samir Flores, indigener Landwirt und Verteidiger von Land, Mitglied des CNI. 2019 ermordet wegen seines Widerstands gegen das Projekt Integral Morelos und das Wärmekraftwerk von Huexca. Mit Raúl Villegas.

Hochachtungsvoll, Claudia Uruchurtu (“Atentamente, Claudia Uruchurtu”): Claudia Uruchurtu, 2021 in Oaxaca verschwunden. Mit Gabriela Betancourt.

Profile:

Samir Flores: geboren in Amilcingo, Morelos, Aktivist und Gründer von Radio Amiltzinko. 2019 wurde er ermordet, weil er sich gegen das Proyecto Integral Morelos stellte. Sein Tod bleibt ungestraft.

Nancy Mariela Pineda Lacan: geboren in Sipacate, Guatemala. Sie war eine der 72 Migrant*innen, die 2010 in San Fernando, Tamaulipas, ermordet wurden. Sie verabschiedete sich von ihren Kindern mit dem Versprechen zurückzukehren.

Claudia Uruchurtu: aus einer Familie in Oaxaca stammend, kämpfte sie als Gemeindevertreterin gegen lokale Machthaber. 2021 verschwand sie nach einer Korruptionsanzeige. Ihr Fall bleibt ungelöst.

Gerson und Alan Quevedo Orozco: zwei Brüder mit einer Leidenschaft für Fußball. Gerson wurde 2014 entführt, sein Körper später in einem Massengrab gefunden. Alan wurde getötet, als er nach ihm suchte.

Jennifer Robles González: 2013 gemeinsam mit zwölf weiteren Jugendlichen in der Zona Rosa von Mexiko-Stadt entführt und verschleppt. Drei Monate später fand man ihre Leichen in einem Massengrab.

Nitza Paola, Rocío Irene und José Ángel Alvarado: Nitza Paola wurde 2009 zusammen mit ihrem Cousin José Ángel und ihrer Nichte Rocío Irene vom Militär in Buenaventura, Chihuahua, mitgenommen. Sie kehrten nie zurück.

Das Kreativteam

Aufführungen und Zeiten:


Erster Akt:
  • Donnerstag, 20:00 Uhr
  • Samstag, 17:00 Uhr
  • Sonntag, 19:00 Uhr
  • Stücke: Hochachtungsvoll, Claudia Uruchurtu („Atentamente, Claudia Uruchurtu“); Essen und Lachen („Comer y reír“), Die Sonne begraben („Enterrar el sol“)
Zweiter Akt:
  • Freitag, 20:00 Uhr
  • Samstag, 19:00 Uhr
  • Sonntag, 17:00 Uhr
  • Stücke: An die mexikanische Regierung („Al Gobierno Mexicano“); Diagramm für eine Gebärmutter („Diagrama para un útero“); Der Frieden ihres Morgens („La paz de su mañana“)
Ab einer Stunde vor jeder Aufführung ist das Publikum eingeladen, sich die dazugehörige Ausstellung im Foyer des Goethe-Instituts anzusehen.

Der Eintritt ist kostenlos mit vorheriger Registrierung über Eventbrite.

Ein Akt der Erinnerung und Gerechtigkeit

Die hier erzählten Fälle ereigneten sich unter drei verschiedenen Regierungen und mit unterschiedlichen Verantwortlichen – Staat, Streitkräfte, Polizei und organisiertes Verbrechen. Sie zeigen die vielschichtige Realität der Gewalt in Mexiko. “En Primera Persona” will keine einzelne Regierung anklagen, sondern die Stimmen der Opfer und ihrer Familien hörbar machen und für Erinnerung, Wahrheit und Gerechtigkeit eintreten. Es ist ein Akt der Empathie, der zur Bürgerbeteiligung anregen und das Publikum für die Dringlichkeit sensibilisieren soll, angesichts der Gewaltkrise im Land nicht zu schweigen, sondern zu handeln.

Über Igualdades AC


Igualdades AC ist eine Organisation, die sich dafür einsetzt, Diskriminierung und Ungleichheiten durch Kunst und Kommunikation sichtbar zu machen. Sie fördert Bürgerbeteiligung und kreative Prozesse, die verschiedene Zielgruppen in der Verteidigung der Menschenrechte miteinander verbinden.