2. Auflage des Wettbewerbs
Deutsch hat Klasse

DAS PROJEKT „DEUTSCH HAT KLASSE“ IM SCHULJAHR 2017/2018

Über 100 neugestaltete Klassenräume, die eine Schülerfreundliche Umgebung bieten und den Lernprozess fördern sowie viele Stunden intensiven handlungsorientieren Deutschlernens sind die Effekte der zweiten Auflage des Wettbewerbs „Deutsch hat Klasse“ im Schuljahr 2016/2017.

„Deutsch hat Klasse“ 2016/2017 in Zahlen

116 Teams bestehend aus 2200 Schülerinnen und Schülern aus Grundschulen, Gymnasien und Schulen der Sekundarstufe II aus 14 Woiwodschaften haben im Schuljahr 2016/2017 bei dem Projekt „Deutsch hat Klasse“ mitgemacht. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeigten großes Engagement und setzten sich für Veränderungen ihrer unmittelbaren Umgebung ein. Veränderungen, die sowohl Schülern als auch Lehrern dienen sollten. Unterstützt wurden sie dabei von Lehrern, der Schulleitung, ihren Familien, lokalen Behörden und Unternehmern und bewiesen zusammen, dass sie mehr Einfluss auf das Aussehen und die Funktionsweise ihrer Schulen haben wollen. 19 Teams nahmen bereits zum zweiten Mal am Wettbewerb teil, um sich in den bereits umgestalteten Klassenräumen auf einen innovativen Deutschunterricht zu konzentrieren, in dem sie eigene Lehrmaterialien erstellten oder kreative Lernmethoden entwickelten.

Aufgrund großen Interesses am Projekt seitens anderer Schultypen wurde der Wettbewerb in diesem Schuljahr auf Schulen der Sekundarstufe II ausgeweitet. Dieser Einladung gingen 33 Teams aus Lyzeen und Berufsschulen nach.

Teilnehmerliste im Projekt 2016/2017

Lernraum

Die Aufgabe der Wettbewerbsteams war die Umgestaltung ihres Klassenraums, in dem der Deutschunterricht stattfindet, in eine Lehr- und Lernfördernde Umgebung. Durch ihr Engagement schafften es die Teilnehmer Klassenzimmer zu gestalten, die zur Kommunikation anregen, eine Lernstimulierende Umgebung bieten und in denen sich Schüler und Lehrer wohl fühlen.

Die teilnehmenden Schüler sprudelten nur so von interessanten Ideen. Wände wurden mit lernfördernden Farbtönen gestrichen, Bänke wurden mit Rollen versehen, um die Tischanordnung schneller an die jeweilige Unterrichtsform anpassen zu können, es entstanden informelle Arbeitsplätze sowie kreative Lehrmaterialien und selbstständig erstellte Ausstattungselemente, die dem Betrachter die Geschichte, Geografie und Kultur deutschsprachiger Länder näher bringen.

Die neugestalteten Klassenzimmer wurden an vielen Schulen zu Räumen, in denen alle Schüler gerne ihre Zeit im Unterricht oder während der Pausen verbringen - auch wenn sie nicht am Projekt teilgenommen haben. Dank der selbsterstellten Lehrmaterialien werden die Schüler in eine einsprachige Lernumgebung versetzt, die zum Deutschlernen anregt.

Deutschlernen

Das Projekt „Deutsch hat Klasse“ beruht somit nicht nur auf der Umgestaltung der Klassenräume. Es bietet auch die Möglichkeit, die deutsche Sprache handlungsorientiert zu lernen.  Ob bei der Planung, Durchführung oder Dokumentation – die Schüler mussten jede Wettbewerbsetappe auf Deutsch absolvieren. Die aus dem Wettbewerb resultierenden kommunikativen Bedürfnisse motivierten die Schüler zum Lernen und führten oft zu einer positiveren Einstellung zum Schulfach Deutsch. Die Teambetreuerinnen und Teambetreuer wurden im Oktober 2016 nach Warschau zu einem Einführungsseminar eingeladen, bei dem sie u. a. erfahren konnten, wie die richtige Raumgestaltung Schülern bei Lernen helfen kann und wie im Rahmen des Projekts ein handlungsorientierter Deutschunterricht gelingt.

Seminar für Lehrer 2016 © Goethe-Institut

Partizipation

Nach dem Motto „mitdenken, mitentscheiden, mitmachen“ haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer das Projekt partizipativ durchgeführt. Gemeinsam haben sie die Ausgangslage diskutiert und sich Gedanken zu ihren individuellen Bedürfnissen gemacht. Sie überlegten auch, welche Veränderungen innerhalb der Reichweite ihrer Möglichkeiten sind. So entstanden Lernräume, die den komplexen Bedürfnissen von Lehrern und Schülern entsprechen. Die Gelegenheit zum Mitentscheiden gab den Schülern das Gefühl, dass auch ihre Meinung zählt. Das Miteinbeziehen der Schüler in den Entscheidungsprozess sowie der sichtbare Nutzen führten oft zu langfristigen und nachhaltigen Veränderungen in schulischen Strukturen.
 

Planspiel „Klasse mit Klasse“

Während der Dauer des Projekts „Deutsch hat Klasse“ werden Lehrende inhaltlich und methodisch unterstützt. Sie bekommen die Möglichkeit, sich bei Seminaren und Konferenzen, die im Rahmen des Wettbewerbs organisiert werden, beruflich weiterzubilden. Darüber hinaus werden ihnen Fachratgeber zur Verfügung gestellt.

Im Schuljahr 2016/2017 wurde das an die Teilnehmer des Wettbewerbs gerichtete Angebot um Workshops für Schüler erweitert. An 40 Schulen wurde das speziell für das Projekt konzipierte Planspiel „Klasse mit Klasse“ durchgeführt. Ihr Ziel ist es, Schülerinnen und Schüler auf die Bedeutung von Partizipation am Schulleben zu sensibilisieren. Während der Workshops schlüpfen die Teilnehmer in Rollen von Vertretern verschiedener Interessensgruppen und suchen gemeinsam nach einer Lösung des im Szenario vorgegebenen Problems. Bei dieser Methode lernen Schüler ihre eigene Meinung zu bilden und zu präsentieren, konstruktiv zu diskutieren und gemeinsam Entscheidungen zu treffen. All das trägt zur Entwicklung ihrer sozialen und kommunikativen Kompetenzen bei. Das Planspiel bereitet die Schüler auf die Projektarbeit vor und gleichzeitig erlaubt es ihnen komplexe Entscheidungsprozesse an Schulen zu verstehen.

Das Spiel wurde von den Teilnehmern sehr positiv aufgenommen. An einer Schule wurde sogar aus dem Planspielszenario Wirklichkeit. Es entstand eine von Schülern selbst geleitete Cafeteria. Wir drücken die Daumen für dieses Unternehmen!

Preisträger im Wettbewerb

Anhand der eingereichten Dokumentationen wählte die Wettbewerbsjury, zusammengesetzt aus Mitarbeitern des Goethe-Instituts und Deutschlehrern, die an der 1. Auflage des Wettbewerbs teilgenommen haben, insgesamt 10 Finalisten in drei Kategorien: „Erste Teilnahme – Gymnasien“, „Erneute Teilnahme“ und „Erste Teilnahme – Sekundarstufe II“

 

Finalisten 2017/2018

Zespół Szkół nr 1 im. Romualda Traugutta w Bartoszycach
(Teambetreuerin: Joanna Chilmanowicz)

Zespół Szkoły Podstawowej i Gimnazjum im. Jana Pawła II w Dąbrowie
(Teambetreuerin: Daria Płygawko)

Gimnazjum nr 2 w Ełku
(Teambetreuerinnen: Anna Raczkowska-Wójcik / Agnieszka Zadroga)
Gimnazjum Nr 16 im. Marii Konopnickiej w Sosnowcu
(Teambetreuerin: Alicja Janus)

Zespół Szkół w Siemiątkowie
(Teambetreuerin: Izabela Chabowska-Rakowska)

Zespół Edukacyjny w Trzebiechowie
(Teambetreuerin: Anna Kowalczyk)
Zespół Szkół Politechnicznych w Głogowie
(Teambetreuerin: Aneta Kasprzak)

Zespół Szkół Rolniczych CKP w Kaczkach Średnich
(opiekun zespołu: Agnieszka Szymańska)

Zespół Szkół Ponadgimnazjalnych w Sierakowicach
(Teambetreuerin: Marta Młyńska)

Liceum Ogólnokształcące im. Noblistów Polskich w Rydułtowach
(Teambetreuerin: Małgorzata Piotrowska)
Während der Schulbesuche, die von April bis Mai 2017 stattfanden, konnten die Finalteams die Resultate ihrer Arbeit noch einmal genauer präsentieren. Anhand von Gesprächen mit den Schülern, Lehrern und Schulleitern wurden die Preisträger in den jeweiligen Kategorien gewählt. Bei der Bewertung richtete sich die Jury an die Bewertungskriterien in der Wettbewerbsordnung. Haben alle Schüler an den Aktivitäten teilgenommen? Verlief der Entscheidungsprozess partizipativ? Unterstützt die Raumgestaltung des Klassenzimmers die Schüler beim Lernen? Befinden sich an den Wänden Lernmaterialien, die von den Schülern selbst erstellt wurden und gibt es Elemente, die es den Schülern erlauben, sich mit dem Fach, dem Klassenraum und der Schule zu identifizieren? Haben die Schüler während der Durchführung des Projekts versucht ihre kommunikativen Bedürfnisse auf Deutsch auszudrücken?

Die Wettbewerbsjury achtete besonders darauf, ob im Laufe des Projekts die individuellen Bedürfnisse der Schüler identifiziert und bei der Gestaltung des Klassenraums berücksichtigt wurden.
 

Feierliche Preisverleihung

Die Sieger des Wettbewerbs „Deutsch hat Klasse“ wurden während der feierlichen Preisverleihung am 1. Juni 2017 in Warschauer Kulturpalast bekanntgegeben. Neben den 10 Finalisten waren auch Schulleiter sowie Vertreter lokaler Bildungsbehörden anwesend.

Die Preise, eine Trophäe und einen finanziellen Zuschuss für eine mit der deutschen Sprache verbundenen Aktivität, überreichte den Gewinnern der deutsche Botschafter, Herr Rolf Nikel. Alle eingeladenen Schülerinnen und Schüler erhielten Diplome. Die Trophäe für das Team aus Sierakowice überreichte Frau Cornelia Pieper, Generalkonsulin in Danzig.

Im Rahmen der Abschlussveranstaltung nahmen die Schüler an einer Stadtrallye teil, bei der sie auf interaktive Weise die Stadt Warschau kennenlernen konnten. Zum Abschluss hatten die Gäste die Gelegenheit, bei einer Vorführung des Films „Sonnenallee“ von Leander Haußmann teilzunehmen.
 

Die Betreuerinnen der Finalteams wurden zu methodisch-didaktischen Seminaren, organisiert vom Goethe-Institut in Polen und Deutschland, eingeladen. Die Schulleiter und Schulleiterinnen erhielten die Möglichkeit, im Herbst 2017 an einer Studienreise nach Deutschland teilzunehmen, während der sie sich mit den Themen der Unterrichtsraumgestaltung und Partizipation anhand von Beispielen an dortigen Schulen vertraut machen können.

PREISTRÄGER 2016/2017

Kategorie „Erste Teilnahme - Gymnasien”
Zespół Szkoły Podstawowej i Gimnazjum im. Jana Pawła II w Dąbrowie
(Teambetreuerin: Daria Płygawko)

Kategorie „Erneute Teilnahme”
Gimnazjum Nr 16 im. Marii Konopnickiej w Sosnowcu
(Teambetreuerin: Alicja Janus)

Kategorie „Erste Teilnahme – Sekundarstufe II“
Zespół Szkół Ponadgimnazjalnych w Sierakowicach
(Teambetreuerin: Marta Młyńska)

 

 
  • Deutsch hat Klasse Preisträger 2016/2017 © Goethe-Institut
  • Deutsch hat Klasse Preisträger 2016/2017 © Goethe-Institut
  • Deutsch hat Klasse Preisträger 2016/2017 © Goethe-Institut
  • Deutsch hat Klasse Preisträger 2016/2017 © Goethe-Institut
  • Deutsch hat Klasse Preisträger 2016/2017 © Goethe-Institut
  • Deutsch hat Klasse Preisträger 2016/2017 © Goethe-Institut
  • Deutsch hat Klasse Preisträger 2016/2017 © Goethe-Institut
  • Deutsch hat Klasse Preisträger 2016/2017 © Goethe-Institut
  • Deutsch hat Klasse Preisträger 2016/2017 © Goethe-Institut
  • Deutsch hat Klasse Preisträger 2016/2017 © Goethe-Institut

Nachhaltigkeit

Die am Projekt teilnehmenden Lehrerinnen und Lehrer fanden regelmäßig Anerkennung seitens der Schulleitung und lokaler Behörden. Schulleiter nehmen das Engagement der Lehrer war und wissen um dessen Bedeutung für die Schule und die Qualität des Deutschunterrichts. Dies führte an einigen Schulen zu einer höheren Zahl der Unterrichtsstunden für das Fach Deutsch. Vielerorts führte erst das Projekt „Deutsch hat Klasse“ dazu, dass Klassenräume entstanden, die explizit für den Deutschunterricht bestimmt sind.

Die umgestalteten Klassenräume werden zu Markenzeichen der jeweiligen Schulen, die sogar ganze Besuchergruppen anziehen, die den neuen Unterrichtsraum besichtigen wollen.
 

Deutsch hat Klasse auch an Grundschulen

Im Schuljahr 2016/2017 fand darüber hinaus die Pilotphase des Wettbewerbs „Deutsch hat Klasse“ für Grundschulen statt und diente der Erarbeitung von Rahmenbedingungen für einen Wettbewerb für Schüler der Klassen 4-6. Die Aufgabe der Teambetreuerinnen und –betreuer war es, kleine Veränderungen im Klassenraum durchzuführen, zu dokumentieren und zusammen mit den Schülern zu diskutieren, welchen Einfluss diese Änderungen auf den Unterricht hatten. Dies war Ausgangspunkt für Überlegungen der Schüler, wie ein idealer Klassenraum aussehen könnte. Die Ergebnisse präsentieren die Schüler auf Plakaten, die sie im Rahmen des Wettbewerbs vorbereiteten.

Die von der Wettbewerbsjury ausgezeichneten Teams wurden mit didaktischem Material sowie einem finanziellen Zuschuss für eine Veranstaltung rund um die deutschen Sprache belohnt.

Die Sieger der Pilotphase wurden während der Konferenz „Schülern eine Stimme geben!“ im März 2017 bekanntgegeben. Diese Konferenz gab den Eingeladenen Lehrern und Schulleitern Gelegenheit, Formen und Möglichkeiten zur Schülerpartizipation in den Klassenstufen 4-6 kennenzulernen und zu erarbeiten. Die ausgearbeiteten Ergebnisse werden als Grundlage für die nächste Wettbewerbsauflage dienen.   
 

PREISTRÄGER 2016/2017 – GRUNDSCHULEN


1. Platz
Szkoła Podstawowa nr 1 im. Jana Pawła II w Przeworsku
(Teambetreuerin: Ewa Kojder)

2. Platz
Sopockie Szkoły Autonomiczne w Sopocie
(Teambetreuerinnen: Anna Trynkler-Zalaszewska i Lucyna Dorawa-Biłanicz)

Auszeichnung
Zespół Szkół im. Powstańców Wielkopolskich w Osiecznej
(Teambetreuerin: Agata Łogin-Szczepańska)

 

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