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12:00 Uhr

Luk Perceval: Liebe. Geld. Hunger. Trilogie meiner Familie

Theaterinszenierung|Das XXVII. Internationale Theaterfestival "Baltijskij dom": "Imitation des Lebens"

  • Theater "Baltijskij dom", St. Petersburg

  • Sprache Deutsch mit Simultanübersetzung ins Russische
  • Preis 500-3000 Rubel

Aufnahme vom Theaterstück © Smailovic

Vom 3. bis zum 21. Oktober 2017 findet das XXVII. Internationale Theaterfestival „Baltijskij dom“ in St. Petersburg statt. In diesem Jahr werden alle Theaterstücke des Programms unter dem Motto „Imitation des Lebens“ vereint.

Als soziale Erscheinung findet Theater Schnittstellen mit dem Leben selbst, Ähnlichkeiten oder Unterschiedlichkeiten. Das Festival gitb den Impuls, über die folgende Frage nachzudenken: Womit beschäftigt sich Theater heute? Imitiert es das Leben oder dokumentiert es?

Bei der Suche nach einer Antwort hilft das Festivalprogramm dieses Jahres, wo man große Sagen über Epochenwechsel und private Kammergeschichten, klassische und zeitgenössische Theaterstücke, Werke der großen Regiemeister und bedeutenden jungen Talente findet. Auf der Bühne in St. Petersburg treten Theatertruppen aus Weißrussland, Ungarn, Deutschland, Georgien, Dänemark, Kasachstan, Lettland, Polen, Russland und Kroatien auf.

Der Samstag, der 14. Oktober, ist ein besonderer Tag im Festivalprogramm, weil im Laufe nur eines Tages auf der großen Bühne alle drei Theaterstücke des berühmten flämischen Regisseurs Luk Perceval „Liebe. Geld. Hunger. Trilogie meiner Familie“ aufgeführt werden. Dieses Projekt wird im deutschen Thalia Theater in Hamburg zusammen mit dem Festival „Ruhrtriennale“ realisiert und in St. Petersburg findet mit Unterstützung vom Goethe-Institut statt. Es basiert auf der Saga über die Familie Rougon-Macquarts in Zeiten des Zweiten Reiches, die in Romanen „Totschläger“ (1877), „Nana“ (1880), „Germinal“ (1885), „Bestie Mensch“ (1890) und „Geld“ (1891) von Émile Zola zu finden ist. Das Theatermarathon mit 12 Schauspielerinnen und Schauspielern, 3 Musikern und dem Sujet des französischen Klassikers berichtet darüber, wie Menschen während der Suche nach Glück, Liebe und dem Aufstieg in ein besseres Leben eine Antwort auf die Frage finden: Können wir unser Schicksal beeinflussen oder sind wir ein Spielball der Natur? In St. Petersburg findet die russische Premiere der Trilogie im Rahmen des Theaterfestivals statt.

Programm am 14. Oktober:

12:00 - "Liebe"
15:00 - "Geld"
18:30 - "Hunger"

Spezialprogramm des Festivals
 
Sehr vielfältig ist auch das zusätzliche Programm des Theaterfestivals, das sowie für Profis als auch für Theaterliebhaber interessant sein mag. Außer Theaterinszenierungen kann man sich mit Regisseuren und ihren Teams treffen und einige Workshops für Theaterkünstler besuchen. Im Rahmen des Bildungsprogramms „Theaterwerkstätte“ werden Workshops für junge Schauspielerinnen und Schauspieler der russischsprachigen Truppen der Nachbarländer veranstaltet, die kreative Sonderfächer umfassen.
 
Anlässlich des 60. Geburtstags von Luk Perceval werden u.a. Videoaufnahmen seiner Theaterstücke „Die Brüder Karamasow“ von F.M. Dostojewski (Thalia Theater, Hamburg) und „Kirschgarten“ von A.P. Tschechow (Thalia Theater, Hamburg) gezeigt. Außerdem hat man eine Gelegenheit, bei der Fotoausstellung viele Aufnahmen seiner Inszenierungen anzuschauen, die früher auf der Bühne des Theaters "Baltijskij dom" aufgeführt wurden (z.B., Shakespeares „Othello“ (2005), Tschechows „Onkel Wanja“ (2006), Tschechows „Kirschgarten“ (2012), Dostojewskijs „Die Brüder Karamasow“ (2013), Shakespeares „Lady Macbeth“ (2014) usw.).
 
Luk Perceval: Portrait
 

Luk Perseval steht vor seinem Fotoportrait © Wladimir Lupovskij



Luk Perceval wurde 1957 in Antwerpen (Belgien) geboren.1980 hat er das Königlich Flämische Konservatorium in Antwerpen im Fach Schauspielkunst abgeschlossen und wurde Schauspieler am Nationaltheater Het Toneelhuis.
Seit 1984 beschäftigt er sich mit Regie. Zusammen mit Guy Joosten gründete er die freie Gruppe „Blauer Montag“. Als Anhänger der Ideen von T. Kantor, J. Grotowski und P. Brook fand Perceval seinen eigenen Regiestil, der sich von den anderen durch unkonventionellen Zugang zur Arbeit mit SchauspielerInnen und moderne Erfassungen der klassischen Literatur unterscheidet.
1998 ist L. Perceval ins Nationaltheater in Antwerpen als Regisseur zurückgekehrt und später wurde zu seinem künstlerischen Leiter. Seit 2005 arbeitet er mit dem Theater "Schaubühne" in Berlin zusammen. 2009 wurde L. Perceval Hauptregisseur des Thalia Theaters in Hamburg. Seine Inszenierungen nehmen regelmäßig an internationalen Theaterfestivals weltweit teil.

Beim Besuch aller drei Inszenierungen kann man Eintrittskarten für einen stark ermäßigten Preis bekommen.