Film Kino-Q: Die AIDS-Trilogie, Teil II - Positiv (1990)

AIDS Trilogy Positive © Rosa von Praunheim Productions

Do, 25.07.2019

Goethe-Institut Washington

1990 K St. NW, Ste. 03 (Eingang 20th St., Erdgeschoss)
Washington, DC 20006

Diese Veranstaltung findet statt im Rahmen der Reihe „Queer as German Folk“, mit der das Goethe-Institut New York 2019 den 50. Jahrestag der Stonewall Riots als Meilenstein des Kampfes um Gendervielfalt und -gleichberechtigung begeht.

Queer as German Folk ist ein Projekt der Goethe-Institute in Nordamerika in Zusammenarbeit mit dem Schwulen Museum, Berlin, und der Bundeszentrale für politische Bildung

Die Realisation in Washington erfolgt gemeinsam mit The DC Center for the LGBT Community, The Rainbow History Project und Whitman-Walker Health.

#queerasgermanfolk #qagf #stonewall50 #smu #bpb


Als Teil der Serie Queer as German Folk der Goethe-Institute Nordamerika, in der wir das 50-jährige Jubiläum des Stonewall Inn Aufstandes als Meilenstein im Kampf für Vielfalt und Gleichstellung feiern, hat das Goethe-Institut Washington gemeinsam mit lokalen Projektpartnern eine Reihe kulturell und historisch bedeutender Filme aus Deutschland und Nordamerika ausgewählt, welche verschiedene Aspekte der Queer Rights-Bewegung hervorheben. Wir präsentieren: Kino-Q, eine Filmreihe, die die Zuschauer*innen durch Teile dieser Geschichte führt. Nach jedem Film laden wir zu einer Diskussionen mit Expert*innen ein.

Die AIDS-Trilogie, Teil II: Positiv (1990), Reg. Rosa von Praunheim

Bundesrepublik Deutschland und USA, 1990, 76 Min., In englischer Sprache
 
Regie: Rosa von Praunheim


Vom Zuspruch einer intimen Selbsthilfegruppe, bis zur politischen Mobilmachung der militanten Aids-Aktionsgruppe Act-UP ist den Leidenden der Mut gemein, mit dem sie die restriktive und ignorante Hinhaltetaktik des Staats und der Stadt anprangern, die unter der Ägide von Ronald Reagan und des New Yorker Bürgermeisters Ed Koch in den ersten Jahren der Aidsübertragung lediglich 25.000 Dollar für Aufklärung, Kondomwerbung, medikamentöse und soziale Hilfe zur Verfügung stellten.
 
Positiv, also Aids-infiziert, sind die meisten der New Yorker Homosexuellen, die Praunheim über ihren Umgang mit der Krankheit befragt hat. Positiv bezeichnet aber auch eine Geisteshaltung, die vor der eigenen Betroffenheit nicht kapituliert. Rosa von Praunheims Interviewpartner sind Mitglieder einer Widerstandsbewegung, die gegen die vermeintliche Schicksalhaftigkeit ihres Leidens rebellieren.
Zur Reservierung Nach dem Film freuen wir uns, mit Michael Mitchell, dem Peer-Support Programm-Koordinator von Whitman-Walker Health, über seine Erfahrungen mit der LGBT-Community in DC zu sprechen.

Michael Mitchell begann seine Karriere 1991 mit STOP AIDS Chicago, wo er sich mit HIV/AIDS-Prävention und Aufklärung befasste. Kurz danach zog er nach New York, wo er in der Bildungsabteilung der Gay Men's Health Crisis (GMHC) als Freiwilliger die Aufklärungsprogramme leitete und wo er half, die ersten HIV-Selbsthilfegruppen zu gründen und zu leiten; etwas, das zu dieser Zeit noch ein Novum war. Mitchell war auch Teilnehmer des Projekts ACHIEVE (einer Impfstoffstudie zur HIV-Vorbeugung), Vorsitzender des Community Advisory Board des NY Blood Center (mit Studienort in NYC) und Mitglied des nationalen CAB für die gesamte Studie. Er war Mitbegründer und Geschäftsführer der Gay/Lesbian American Music Awards; das „Michael Callen Medial of Achievement“ wurde nach dem bekannten AIDS-Aktivisten und Musiker benannt. Mitchell sagt: "Ich habe die Verwüstung unserer Gemeinde hautnah miterlebt - und dabei große Belastbarkeit, Kreativität und Liebe erlebt."

Regisseur Rosa von Praunheim wurde während der NS-Besetzung des Baltikums im Jahr 1942 in Riga, Lettland, geboren. Als seine Mutter von Nazi-Ärzten in einer Berliner Psychiatrie ermordet wurde, wurde von Praunheim adoptiert und unbenannt in Holger Bernhard Bruno Waldemar Mischwitzky. 1953 flüchtete die ursprünglich Ost-Berliner Familie von Praunheims in die Bundesrepublik. Er begann 1960 mit dem Film- und Kreativschreiben und wählte „Rosa von Praunheim“ als Künstlernamen. 1971 veröffentlichte er seinen bahnbrechenden Dokumentarfilm Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt, der die Gründung mehrerer Gruppen für Lesben- und Schwulenrechte in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz veranlasste. Der langjährige Dokumentarfilmer und Spielfilmregisseur von Praunheim überschritt regelmäßig die Gattung und untersuchte aktiv den Aktivismus, die AIDS-Krise, gesellschaftliche Normen und die sich wandelnde soziale Dynamik in queeren Gemeinschaften. Als exzentrischer und zuweilen kontrovers diskutierter Filmemacher lebt und arbeitet von Praunheim weiterhin in Berlin.

Zurück