Blog #1
Bună ziua, Porumbel, Shaorma
Das ist der erste Blogeintrag aus Rumänien. „Bună ziua!“ Schreiben kann ich’s schon, an der Aussprache werde ich die nächsten drei Monate noch hart zu arbeiten haben. Vorneweg: Der Text ist geeignet für das Deutsch-Niveau B1/2. Eignet sich also wunderbar als Leseanlass für meine Schüler*innen am Colegiul Coșbuc. Aufmerksam lesen bitte!
Im Coșbuc sind Sekundarschule und Gymnasium vereint. Deutsch wird hier als Fremdsprache unterrichtet. Carmen und Nicoleta sind hier Deutschlehrerinnen. Sie werde ich in den nächsten Monaten in ihrer Arbeit unterstützen.
Von Obor, das ist der Ort, an dem ich wohne, kann ich zu Fuß in die Altstadt oder in die Parks gehen. Es dauert nur etwas. Die Metro, Tram und Trolleybusse habe ich auch schon ausprobiert. Von meinem XXXL-Rundum-Balkon aus kann ich das Treiben auf der sechsspurigen Straße gut beobachten. Carmen und Nicoleta haben die Wohnung bestens ausgesucht!
„Bună ziua“, wollen sie, dass ich an diesem Morgen sage. Mit den Schüler*innen ergänze ich mich prima: Sie lernen Deutsch, ich wage mich an meine ersten Rumänisch-Wörter heran. Meine Zunge klebt noch vorne an den Zähnen fest vom vielen rrrr-Üben. Über meine verzweifelten Zungenspitzen-R-Versuche können die Schüler*innen nur lachen. Generell sind die besser in Deutsch als ich in Rumänisch. Aber so ist das Leben.
Interessant ist der Unterschied zwischen den jüngeren und den älteren Klassen. Die Sechstklässler*innen verstehen mich alle, auch wenn ich fließend Deutsch spreche. In der 10. und 11. Klasse verstehen mich manche, wenn sie wollen. Sie können auch gut Deutsch sprechen, aber die Frage ist halt, ob das gerade angesagt ist. In einer 12. Klasse sitzen wir nur zu viert am Tisch, auch in Ordnung.
Wenn Deutsch oder Rumänisch nicht ausreichen, dann wechseln wir eben in die Sprache „Lachen“ oder sprechen in unserer eigenen weiter und verstehen uns bestens darin. Das mit der Kommunikation klappt also hervorragend.
Soviel bis hierhin. Ich freue mich, dass sich Credo 3 des Goethe-Instituts voll erfüllt hat: Am Ende… wird alles gut. Ich versuche, jetzt jede Woche etwas zu schreiben und bin selbst sehr gespannt, ob das klappt. Eine Woche Schule noch, dann sind erstmal Osterferien. Ich werde mit Andra für eine Woche zu ihrer Familie nach Craiova fahren. Frohe, erleichterte Grüße nach Deutschland und in die Welt!