A chuva e as castanhas

„Regen“ und „Maroni“ - zwei wichtige Wörter, die man in Nordportugal im Winter kennen sollte!

„Ab in den Süden und dem deutschen Winter entfliehen!“ Natürlich war mir, dank Google Maps, schon vor meiner Ankunft in Guimarães klar, dass Guimarães zwar im Süden Europas, aber doch weit im Norden Portugals liegt – und, dass die Winter kühl und feucht sein können. Und dennoch wollte ich es nicht so ganz wahrhaben und in meiner Vorstellung schien zumindest bis Mitte November ständig die Sonne. Sehr naiv!

Und die Realität?

Inzwischen, heute ist der 10. November, regnet es seit bestimmt drei Wochen. Nur ab und zu gibt es vereinzelte Pausentage, die dann aber umso wärmer und sonniger sind. Die Temperaturen schwanken zwischen 7 Grad nachts und 18 Grad tagsüber. Klingt gar nicht so kalt, aber in Kombination mit einer hohen Luftfeuchtigkeit und unbeheizten Räumen schnell ungemütlich. Ab einem gewissen Grad wird die Wäsche auf dem Wäscheständer sogar wieder feuchter, statt trockener. Für mich: ungewohnt!

Und wie reagieren die Portugiesen? Nicht ganz erfreut, aber doch gelassen: Der Regenschirm wird ausgepackt, die Winterjacken ausgegraben (bei manchen, während andere weiter im T-Shirt unterwegs sind), doch eine Regenjacke ist nirgends zu sehen. Leicht beschämt lasse auch ich meine lieber zu Hause … Aber: Besser Dauerregen als Waldbrände!
Suppenfest

Suppenfest | © Ronja Bergmann

Außerdem: Etwas aufwärmen konnte man sich beim Eintopf-, Suppen- und Kartoffelfest („Caldos, Sopas e Papas“), einem Fest, bei dem man an verschiedenen Ständen regionale Suppe und Eintöpfe probieren konnte. Zum Beispiel die bekannte Caldo Verde.

Und normalerweise?

Dennoch ist dieses Ausmaß an Regen auch für Guimarães ungewöhnlich: Angeblich kommt es alle 10 Jahre vor, dass es den gesamten Winter regnet. Entscheidend ist der 11.11.: Regnet es an diesem Tag, regnet es den gesamten Winter. So sagt man.

Der 11.11. ist jedoch nicht nur für das Wetter bedeutsam, sondern auch Sankt Martinstag (und, ja, auch Faschingsbeginn). An Sankt Martin wird von der Schulleitung ein kleines „Fest“ für die Lehrkräfte organisiert und auch die Schüler*innen bekommen am Schuleingang ein kleines Gebäck. In der Pause gibt es für uns im Lehrer*innenzimmer alkoholfreien Glühwein (hier: weiß mit Anis und Zimt) und frisch zubereitete heiße Maroni. Diese leckeren Überraschungen werden vom Schulkoch und einigen Schüler*innen der Kochklasse (Berufsschulzweig) im Lehrer*innenzimmer serviert.
Sankt Martin

Sankt Martin | © Ronja Bergmann

Die gute Nachricht: Am 11.11. hat es nicht geregnet und das Wetter ist jetzt - typisch für den nordportugiesischen Winter – kalt (2-14 Grad) und sonnig! Oh, wie schön! Jetzt vergisst man endlich den grauen deutschen Winter und kann sich draußen aufwärmen (ja, draußen! Die meisten Innenräume sind unbeheizt und folglich sehr kalt).
Sonne in Guimareas

Sonne in Guimareas | © Ronja Bergmann

Da hilft nur eins: viel aus dem Haus und die eine oder andere Unterrichtsübung besser im Café vorbereiten.

Até logo, Ronja

Autorin

Ronja Bergmann ist Lehramtsstudentin für das Gymnasium für die Fächer Englisch und Spanisch und absolvierte von September bis Dezember 2025 ein Praktikum in Guimarães.