Ausflüge und Sozialkontakte

Kein Auslandsaufenthalt ohne (Wochenend-)Ausflüge!

Für Ausflüge war immer genug Zeit - sei es ein Nachmittag in der nur 30 Minuten entfernten Stadt Braga, in Porto (ca. 1 Std.), oder ein Ganztagesausflug zum Beispiel in die Küstenstadt Viana do Castelo, oder in die kleine Stadt Amarante. Amarante liegt an einem Fluss und als ich Mitte Oktober dort war, haben noch einige Leute gebadet. Des Öfteren ging es auch für ein ganzes Wochenende an einen anderen Ort, zum Beispiel nach Aveiro, nach Coimbra, oder sogar bis nach Lissabon. Besonders gut hat es mir in Coimbra gefallen! Bei einer „free walking tour“ (auf Spanisch) konnte ich ganz viel über die Geschichte von Coimbra lernen, zum Beispiel auch darüber wie die Salazar-Diktatur die Architektur geprägt hat, oder warum der alte Glockenturm der Uni auch la cabra (die Ziege) genannt wurde.
Coimbra

Coimbra | © Ronja Bergmann

Für das letzte Wochenende während meines Praktikums ging es schließlich noch nach Nazaré und Peniche. Durch Zufall hat genau am Samstag die Big Wave Challenge in Nazaré stattgefunden. Dieser Riesenwellen-Surf-Wettbewerb findet je nach Wetter-und Wellenlage zwischen November und März statt; der genaue Termin wird erst 24 Stunden vorher bekannt gegeben. Also ein totaler Zufall – und superschön, das miterleben zu dürfen! Janna, die Schulwärtspraktikantin aus Lissabon, und ich waren total beeindruckt von den Wellen! Wie man es schafft (oder sich überhaupt traut), diese Wellen zu surfen, ist ein großes Rätsel für uns geblieben.

Mit den blauen Rede-Expressos-Bussen, oder den allbekannten Flixbussen, kann man das Land eigentlich ziemlich gut entdecken. Und das Praktische ist: Die Hostels sind im Winter natürlich deutlich günstiger als im Sommer und die meisten Orte sind viel ruhiger.  
Küste

Küste | © Ronja Bergmann

Und die Sozialkontakte?

Naja, die haben etwas gefehlt. An meiner Schule waren alle sehr freundlich und haben sich im Lehrer*innenzimmer gern mit mir unterhalten (in einem wilden Sprachenmix), aber leider gab es keine jüngeren Lehrkräfte und so waren alle sehr mit ihren Familien und ihrem Alltag beschäftigt. Manchmal habe ich mich etwas einsam gefühlt, aber auf der anderen Seite habe ich es auch sehr genossen, mal Zeit für mich selbst zu haben – wann kommt das denn schon mal vor? Außerdem sind die Leute hier auch in Geschäften, Cafés und auf dem Markt sehr aufgeschlossen und so habe ich mich am Nachmittag zum Beispiel oft kurz mit Café-Mitarbeiter*innen unterhalten – nach einer Weile kennt man sich. In den nächsten Tagen steht also eine kleine Verabschiedungsrunde an!
Janna und ich

Janna und ich | © Ronja Bergmann

Außerdem habe ich an einem Wochenende die anderen Schulwärtspraktikant*innen in Lissabon getroffen. Die Praktikantin aus Lissabon, Janna, habe ich sogar noch zweimal getroffen und an Wochenenden in Hostels lernt man sowieso schnell Leute kennen. Zusätzlich hatte ich auch insgesamt fast zwei Wochen lang Besuch von Freund*innen und meinem Freund.

Mein Fazit

Drei Monate sind einfach viel zu kurz – die Zeit verfliegt so schnell! Natürlich gab es zwischendrin auch mal Tage an denen gefühlt alles schief gegangen ist, aber die gibt es auch Daheim. Ich bin zwar schon gespannt auf den Beginn des Referendariats in Deutschland, aber trotzdem werde ich das Leben in Portugal sehr vermissen.

Zum Glück bleibe ich nach meinem Praktikumsende noch drei Wochen – über Weihnachten und Silvester – in Portugal: in Porto und auf Madeira. Und ich bin mir sicher, dass ich wieder nach Portugal zurückkommen werde, dann hoffentlich schon mit deutlich flüssigerem Portugiesisch.

Etwas, das ich aus Portugal auf jeden Fall mitnehmen werde, ist die Herzlichkeit, Höflichkeit und Lebensfreude der Menschen. Gestern Abend, am letzten Tag vor den Ferien, fand die Weihnachtsfeier in der Schule statt: Es war so ein fröhliches und lustiges Beisammensein, ein ganz besonderer Moment in meinem Praktikum und ein wunderschöner Abschluss.
Weihnachtsessen

Weihnachtsessen | © Ronja Bergmann

Hiermit endet mein Blog – und auch meine Zeit im Praktikum wird morgen vorbei sein. Ich habe es sehr genossen, verschiedene Seiten von Portugal entdecken zu dürfen und zu sehen, wie vielseitig dieses doch relativ kleine Land ist!

Tchau e muito obrigada,
Ronja

Autorin

Ronja Bergmann ist Lehramtsstudentin für das Gymnasium für die Fächer Englisch und Spanisch und absolvierte von September bis Dezember 2025 ein Praktikum in Guimarães.