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Deutschland und Nordamerika
Wanderausstellung „Queer As German Folk“

Die Ausstellung „Queer As German Folk” lässt sich an jeden Ort anpassen: Hier als Liberation Trail auf 90 qm im Goethe-Institut New York | Foto: Sarah Blesener
Die Ausstellung „Queer As German Folk” lässt sich an jeden Ort anpassen: Hier als Liberation Trail auf 90 qm im Goethe-Institut New York | Foto: Sarah Blesener

Mit dem Multimediaprojekt „Queer As German Folk“ eröffnet das Goethe-Institut anlässlich des 50. Jahrestags der Stonewall-Aufstände neue Perspektiven auf 50 Jahre queere Bewegungsgeschichte in Deutschland – und stellt dabei Querverbindungen zur aktivistischen Szene in den USA her. Die innovative, rund 100 Exponate umfassende Ausstellung ist ab dem 18. Juli unter dem Titel „Love At First Fight!“ im Schwulen Museum Berlin zu sehen. Zusätzlich wird sie seit Mai an insgesamt acht Goethe-Instituten in Nordamerika gezeigt. Ein queeres Filmprogramm und Diskussionsveranstaltungen begleiten das Projekt.

Berlin, Montreal, Toronto, New York, Chicago, Washington, San Francisco, Mexiko-Stadt, Guadalajara
18. Juli bis Dezember 2019

In der Nacht vom 27. auf den 28. Juni 1969 stürmte die Polizei die New Yorker Bar Stonewall Inn, wieder einmal, aber einmal zu viel. Denn dieses Mal wehrten sich die Gäste: Queere Menschen aller Geschlechter, darunter viele People of Color, lehnten sich auf gegen die routinierte Schikane. Die Folge waren tagelange Aufstände rund um die New Yorker Christopher Street – und ein wichtiger Impuls zur queeren Emanzipation weltweit.
 
Mit dem Ausstellungs- und Veranstaltungsprojekt „Queer As German Folk“ beleuchtet das Goethe-Institut nun die Geschichte und Geschichten queeren Widerstands in Deutschland seit Stonewall und blickt gleichzeitig auf die Entwicklung der Bewegung in den USA. Was waren die Gemeinsamkeiten und was die Unterschiede? Wann begannen die Menschen, auf die Straße zu gehen? Wo waren die Konflikte in den Bewegungen selbst? Welche Gruppen waren die lautesten? Wer wurde zu wenig gehört?
 
Die Ausstellung eröffnet am 18. Juli im Schwulen Museum Berlin und bleibt dort für mindestens sechs Monate. Schon jetzt ist sie an den Goethe-Instituten New York, Washington, Chicago und Toronto zu sehen; bis Dezember 2019 kommen Stationen in San Francisco, Montreal, Mexiko-Stadt und Guadalajara hinzu.

Digitale Ausstellungsarchitektur

Die Ausstellung ist der Kern des Projekts „Queer As German Folk“. Sie umfasst rund 100 Exponate und entstand unter der kuratorischen Leitung von Birgit Bosold und Carina Klugbauer vom Schwulen Museum in Berlin. Das Besondere: Die Ausstellung existiert komplett digital und kann überall auf der Welt mit einfachen Mitteln aufgebaut werden. Die Ausstellungsarchitektur, entworfen von der Berliner Agentur chezweitz, ist so raffiniert wie simpel: Die Exponate werden auf unterschiedlichste Materialien gedruckt, wie zum Beispiel auf Leinwände, Plakate, T-Shirts, Flyer oder Klebebänder. Auf diese Weise passt sich die Ausstellung den jeweiligen lokalen Kontexten und Räumlichkeiten an.
 
Gezeigt wird manifestierter Widerstand: Plakate aus anderen Zeiten, Flyer, gedruckte Protestaufrufe, Underground-Fanzines, Streitschriften – denn die Ausstellung schaut auch überall dorthin, wo sich auch innerhalb der Bewegung Widerstand und Widerspruch regte: die frühen Treffpunkte für Lederschwule in Kreuzberg, die feministische Szene in der DDR, der sogenannte Hexenprozess um ein lesbisches Paar in Itzehoe 1974, oder Protestaktionen heutiger trans*Bewegungen.
 
In der Ausstellung des Goethe-Instituts New York beispielsweise zeigt ein Foto neben Kränzen eine leere Wand. Das Bild wurde 1984 im ehemaligen Konzentrationslager Ravensbrück aufgenommen. Der fehlende Kranz für die lesbischen Opfer des Nationalsozialismus steht symbolisch für die mangelnde Sichtbarkeit von Frauen in der queeren Geschichtsschreibung. Die Ausstellung macht deutlich, dass die Kämpfe um Gleichberechtigung und Anerkennung längst nicht abgeschlossen sind.

Queerer Widerstand, queeres Establishment

In Berlin, New York, Toronto und Mexiko-Stadt findet zwischen Juni und September 2019 zudem eine Wanderkonferenz unter dem Titel „Queere Gemeinsamkeiten – Queere Konflikte“ statt. Aktivistinnen, Forscher und Historikerinnen diskutieren über queeren Widerstand, queeres Establishment, queere Kultur und queere Vielfalt. In Mexiko-Stadt wurde etwa die Anerkennung nicht-binärer Geschlechter-Identitäten im schwul-lesbischen Mainstream zum Thema gemacht. In Berlin steht am 15. September 2019 Queerness in den Führungseliten, wie etwa in der Politik, im Zentrum.
 
Der langjährige Leiter der Panorama-Sektion der Berlinale, Wieland Speck, hat zudem eine Auswahl queerer Filme aus Deutschland zusammengestellt, mit der an den jeweiligen Ausstellungsorten lokale Filmprogramme konzipiert werden können. Ab 2020 soll „Queer As German Folk“ für mindestens weitere fünf Jahre auf Tour gehen und weltweit die Netze des Goethe-Instituts sowie des Schwulen Museums nutzen.
 
„Queer As German Folk“ ist ein Projekt der Goethe-Institute in Nordamerika in Zusammenarbeit mit dem Schwulen Museum, Berlin, und der Bundeszentrale für politische Bildung.

#queerasgermanfolk
#qagf

Kontakt

Hannah Cuvalo
Pressereferentin
Goethe-Institut
Hauptstadtbüro
Tel.: +49 30 25906 471
Hannah.Cuvalo@goethe.de
 
Georg Blochmann
Institutsleiter
Goethe-Institut New York
Tel.: +01 212 439-8680
Georg.Blochmann@goethe.de
 
Daniel Sander
Presseleiter
Schwules Museum
10785 Berlin
Tel.: +49 (0)30 69 59 92 52
daniel.sander@schwulesmuseum.de

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