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Brasilien
„How to make yourself a(t) home – Über Kulturen der Gastfreundschaft“

Rayyane Tabet „Venn Diagram“, 2020. | Bild: Archivbild aus dem „Lebanese in the diaspora manual“. Für die Ausstellung in Auftrag gegeben. Mit freundlicher Genehmigung des Künstlers und der Galerie Sfeir-Semler
Rayyane Tabet „Venn Diagram“, 2020. | Bild: Archivbild aus dem „Lebanese in the diaspora manual“. Für die Ausstellung in Auftrag gegeben. Mit freundlicher Genehmigung des Künstlers und der Galerie Sfeir-Semler

In Brasilien leben heute drei Mal mehr Libanes*innen als im Libanon selbst. Mit „How to make yourself a(t) home – Über Kulturen der Gastfreundschaft“ beleuchtet das Goethe-Institut in Brasilien und Libanon die gemeinsame Migrationsgeschichte beider Länder. Ab dem 16. April zeigen internationale Künstler*innen in der Ausstellung in Rio de Janeiro Arbeiten rund um das Thema Gastfreundschaft und die Bedingungen von freiwilliger oder erzwungener Migration.
 
Rio de Janeiro
Ab 16.04.2020

Der Libanon und Brasilien teilen eine komplexe Geschichte der Migrationen. Brasilien beherbergt die größte arabische Diaspora der Welt; heute leben dort drei Mal mehr Libanes*innen als im Libanon selbst. Brasiliens kulturelles Erbe ist eng mit der Geschichte von Kolonisierung und Sklaverei verbunden, der Libanon hat mehrere Kolonisierungen, Besatzungen und Kriege erlebt. Beide Länder sind geprägt von einem multikulturellen und multiethnischen Zusammenleben sowie einem historisch gewachsenen Verständnis von Offenheit und Gastfreundschaft, das jedoch zunehmend von politischen und sozialen Spannungen bedroht wird. Aktuell erleben sowohl der Libanon als auch Brasilien dramatische Umwälzungen: durch revolutionäre Bewegungen gegen Korruption und wirtschaftlichen Verfall, respektive eine autoritäre Regierungspolitik, die Feindseligkeiten schürt.

Konfrontation mit dem Anderen

Die Goethe-Institute Rio de Janeiro und Beirut initiierten 2017 einen kulturellen Austausch zwischen den beiden Städten. Ziel des Programms war die Entwicklung diskursiver und künstlerischer Formate zu aktuellen Fragen der Migration, die zwischen Brasilien und Libanon seit langer Zeit eine große Rolle spielen. Nachdem sich die beiden Kurator*innen Amanda Abi Khalil (Beirut) und Patrick Pessoa (Rio de Janeiro) bei Recherche-Aufenthalten gegenseitig ihre Heimatstädte vorgestellt hatten, entstand das Konzept zum Ausstellungsvorhaben „How to make yourself a(t) home – Über Kulturen der Gastfreundschaft”. Das Projekt untersucht die komplexen Bedingungen von freiwilliger oder erzwungener Migration. Die Ausstellung und die Aufenthalte der Künstler*innen in beiden Städten stoßen eine Diskussion über das Verständnis von Gastfreundschaft an – vor dem Hintergrund eines gegenwärtig global erstarkenden Nationalismus und Rassismus. Ab dem 16. April 2020 stellen internationale Künstler*innen im Paço Imperial in Rio ihre Arbeiten vor und befragen die Beziehungen zwischen Gast und Gastgeber am Beispiel zweier Länder, deren Gesellschaften auf der ständigen Konfrontation mit dem „Anderen“ und „Fremden“ aufgebaut sind. 

Gastfreundschaft in zahlreichen Facetten 

Das Konzept der Gastfreundschaft wird auf verschiedenen Ebenen beleuchtet: von der arabischen Tradition, Gäste drei Tage und Nächte zu beherbergen und zu bewirten, bevor sie sich „wie zu Hause“ fühlen sollen – bis zu den Theorien Jacques Derridas, der die englischen Begriffe für Gastfreundschaft („hospitality“) und Feindseligkeit („hostility“) zum Wort „hostipitality“ zusammenspannt, um auf die Dialektik der Begegnung mit dem „Fremden“ zu verweisen. Die Ausstellung „How to make yourself a(t) home“ – kuratiert von Amanda Abi Khalil (Beirut) und Patrick Pessoa (Rio de Janeiro) – wird begleitet von Workshops, Diskussionen und Residenzen. Nach der Eröffnung in Rio de Janeiro sind Stationen in São Paulo, Leipzig und Beirut geplant.
 
Das Goethe-Institut ist das weltweit tätige Kulturinstitut der Bundesrepublik Deutschland. Mit 157 Instituten in 98 Ländern fördert es die Kenntnis der deutschen Sprache im Ausland, pflegt die internationale kulturelle Zusammenarbeit und vermittelt ein aktuelles Deutschlandbild.

Kontakt

Viola Noll
Stv. Pressesprecherin
Goethe-Institut
Hauptstadtbüro
Tel.: +49 30 25906 471
noll@goethe.de
 
Robin Mallick
Institutsleiter
Goethe-Institut Rio de Janeiro
Tel.: +55 21 38048200
Robin.Mallick@goethe.de

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