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Senegal
Neues Goethe-Institut in Dakar

Planungsentwurf des neuen Goethe-Instituts Dakar entworfen von Kéré Architects. Mit nachhaltigen lokalen Materialien wird ein neuer Lern-, Arbeits- und Begegnungsraum geschaffen. | Copyright: Kéré Architecture
Planungsentwurf des neuen Goethe-Instituts Dakar entworfen von Kéré Architects. Mit nachhaltigen lokalen Materialien wird ein neuer Lern-, Arbeits- und Begegnungsraum geschaffen. | Copyright: Kéré Architecture

In der senegalesischen Hauptstadt Dakar entwirft Francis Kéré das neue Goethe-Institut. Der in Burkina Faso geborene und in Berlin lebende Architekt steht für eine zukunftsweisende Form des Bauens, die auf Jahrhunderte alten Traditionen fußt. Unter Verwendung lokaler Materialien entsteht ein ökologisch und klimatechnisch nachhaltiges Gebäude. Die Grundsteinlegung ist für Herbst 2021 geplant.
 
Dakar
Laufend

Das Image der westafrikanischen Metropole Dakar ist geprägt von einigen eng aneinander gebauten Hochhäusern und wundersamen architektonischen Konstrukten. Was dabei auffällt: Diese Stadtmodelle aus Beton, Stahl und Glas mögen Modernität und Fortschritt symbolisieren – allerdings tun sie das, typisch kolonial, in westlichem Sinne und nicht klimagerecht.
 
Mittlerweile entdeckt jedoch eine neue Generation von Architekt*innen Jahrhunderte altes Wissen wieder für sich: etwa Lehmbautechniken, die zum kulturellen Erbe der westafrikanischen Region gehören und weit über das Material an sich hinausweisen. Strategisch positionierte Lüftungsschlitze ermöglichen einen Venturi-Effekt ganz ohne Klimaanlage, Wissen um den Verlauf der Sonne wurde zum Erschaffen von Schattenspendern genutzt. Etwa ein Drittel der Häuser in der Sahelzone wird noch immer nach diesen traditionellen Methoden gebaut. 

Afro-Futuristisch und traditionell zugleich

Ein herausragender Protagonist nachhaltiger westafrikanischer Architektur ist Francis Kéré. Der heute in Berlin lebende Architekt wuchs mit 13 Geschwistern in einem Dorf im ländlichen Burkina Faso auf. Die Grundschule – an die er sich als dunkel und heiß erinnert – besuchte er in der nächstgelegenen Stadt. In den 80er Jahren brachte ihn ein Stipendium nach Deutschland, wo er zunächst eine Ausbildung zum Schreiner machte und dann an der TU Berlin Architektur studierte. Noch vor seinem Abschluss führte ihn der Weg zurück nach Gando, wo er eine Grundschule baute. Aus traditionellen Materialien, mit modernem Design – hell und kühl.
 
Kérés Ansatz ist ganzheitlich, afro-futuristisch und traditionell zugleich. „Informiert durch Tradition, erkunden wir neue Formen des Bauens, deren Fundamente vor langer Zeit gelegt wurden“, so die Philosophie von Kéré Architecture, seinem 2005 in Berlin gegründeten Büro. Zahlreiche internationale Projekte – darunter das von Christoph Schlingensief initiierte „Operndorf Afrika“ – zeugen von seinem Erfolg. 

Ein neues Gebäude und eine neue Philosophie

Für das neue Goethe-Institut in Dakar wird Kéré sogenannte BTC-Ziegel verwenden: komprimierte Erdziegel, ein traditionelles Material in zeitgemäßem Gewand. Die Verwendung lokaler Baumaterialien ist sowohl ökologisch als auch klimatechnisch sinnvoll, darin sind sich Kéré und das lokale Goethe-Institut einig, das dort seit 1978 angesiedelt ist.
 
Mit dem neuen Gebäude wird sich auch die Arbeitsweise des Instituts ändern, betont Leiter Philip Küppers: „Für unsere Bibliothek haben wir ein neues Konzept entworfen, das die Bedürfnisse von Oralität und Literalität verbindet. Im Zentrum entsteht ein Diskussionskreis, der umgeben ist von einer Mischung aus Bücherregalen, kleinen Tonstudios zur Dokumentation des oralen Kulturerbes sowie digitalen Arbeitsplätzen.“ Zusätzlich dazu wird die Energie in Zukunft mit Solarstrom erzeugt, das Schmutzwasser biologisch organisch gereinigt und zur Bewässerung des großen Gartens genutzt, der Raum für Begegnungen schafft.
Die sprichwörtliche Krönung des Projekts ist für Francis Kéré das Dach: „Wie die Krone eines Baumes spendet diese Struktur Schatten und Schutz. Hier kann man sich treffen oder auch einfach zur Ruhe kommen.“
 
Unterstützt werden Kéré und junge Architekt*innen nicht zuletzt von den Vereinten Nationen, die es sich mit der Agenda 2030 zum Auftrag gemacht haben, städtisches Erbe zu schützen. In Dakar ist die UNESCO auch Partner in einer Reihe von kulturellen Angeboten, die den Neubau des Goethe-Institutes bis zur Fertigstellung Ende 2022 thematisch begleiten.

Kontakt

Philip Küppers
Institutsleitung
Goethe-Institut Dakar
Tel.: +221 33 869 88 80
Philip.Kueppers@goethe.de
 
Viola Noll
Stellvertretende Pressesprecherin
Goethe-Institut
Tel.: +49 160 96 99 09 95
viola.noll@goethe.de
www.goethe.de/hauptstadtbuero

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