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Lehrkräfte werden Medienexpert*innen
Was wahr ist und was falsch

Medienexpert*innen-Ausbildung im Funkhaus des BR.
Medienexpert*innen-Ausbildung im Funkhaus des BR. | Foto (Ausschnitt): Gianluca Tucciarone

Elf Deutsch-Dozent*innen aus Osteuropa ließen sich auf Einladung des Goethe-Instituts und der BR-Medienkompetenzprojekte zu Medienexpert*innen ausbilden. Für „Goethe aktuell“ beschreibt die ukrainische Teilnehmerin Julia Taips ihre Erwartungen an das Projekt im Münchner Funkhaus.

Von Julia Taips

Zurzeit ist die Medienwelt so vielfältig, dass man nicht mehr weiß, was wahr und was falsch ist. Diese Unterscheidung fällt besonders Kindern und Jugendlichen schwer. Junge Menschen sind außerdem diejenigen, die mit den Folgen von irreführenden und falschen Informationen in Zukunft leben müssen, wenn sie nicht schon im frühen Alter lernen, wie man damit umgeht.

© Bayerischer Rundfunk / Video: Elke Dillmann
Lehrkräfte von Schulen im Netzwerk deutscher Minderheiten werden Medienexpert*innen. Mit freundlicher Genehmigung des Bayerischen Rundfunks | Video: Elke Dillmann

Orientierung inmitten von Gefahren und Chancen

Programme und Schulungen wie die Ausbildung zum Medienexperten des Bayerischen Rundfunks in Kooperation mit dem Goethe-Institut geben uns die Gelegenheit, nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis unsere Kompetenz auf diesem Gebiet zu erweitern. Sie regen uns an, Kindern und Jugendlichen verständlich und auf Augenhöhe die Bedeutung von Medienkompetenz zu vermitteln.

Medienkompetenz spielt in der Ukraine eine immer größere Rolle, nicht nur unter den Jugendlichen, sondern sogar schon unter den Kindern im Grundschulalter. Die Jugend von heute ist ihren Eltern und Lehrer*innen medial meistens einige Schritte voraus. Ich sehe unsere Aufgabe als Lehrkraft darin, dass wir diese Medienwelt zunächst selber verstehen und damit umgehen können, um dann den jungen Menschen Orientierung inmitten von Gefahren und Chancen geben zu können.

Mit eigenen Augen

Die Medien-Welt in der Ukraine ist sehr vielfältig. Neben einem öffentlich-rechtlichen Fernsehen „UA: Perschij“ (zu deutsch „Ukraine: Das Erste") gibt es zahlreiche Privatsender, deren Inhaber Oligarchen oder Parlamentsabgeordnete sind. Die Nachrichten unterscheiden sich daher sehr von Sender zu Sender.

Die deutsche Minderheit in der Ukraine bemüht sich, die einzige deutsche Redaktion im Land beim Sender „UA: Zakarpatja“ zu bewahren. Unsere Sendungen „Ethno Vision” und „Mit eigenen Augen” sind sehr populär. Für die jüngere Generation produzieren wir regelmäßig kleine Beiträge für Facebook oder YouTube. Dagegen hat die ungarische Minderheit einen eigenen Fernseh- und Rundfunksender in Transkarpatien, der von der ungarischen Regierung gefördert wird.

Zugriff auf vertrauenswürdige Informationsquellen

Als Leiterin der Jugendorganisation Deutsche Jugend Transkarpatiens fühle ich mich dafür verantwortlich, medienkompetente Jugendliche für unsere Gesellschaft auszubilden. Unser Ziel ist es, den Vertreter*innen der deutschen Minderheit wissensbasierte und nützliche Informationen über die Medienwelt zu vermitteln. Dabei möchten wir für sie nicht nur die Medienwelt der Ukraine erschließen, sondern auch die deutsche. Denn unsere Kinder und Jugendlichen sind in zwei Kulturen unterwegs und sollen Zugriff auf professionelle, vertrauenswürdige und überprüfbare Informationsquellen erhalten, um sich eine eigene Meinung zu bilden.  

 
Julia Taips ist Leiterin der Organisation Deutsche Jugend Transkarpatiens, Redakteurin des deutschsprachigen Programms des Transkarpatischen Radio- und Fernsehsenders „Tyssa“.

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