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Studie des Goethe-Instituts zur Vorintegration
Besser ankommen

Coverbild der Studie „Annäherung, die im Heimatland beginnt“.
Coverbild der Studie „Annäherung, die im Heimatland beginnt“. | Foto (Ausschnitt): Paul Bradbury / Caiaimage via Getty Images

Angebote zur sprachlichen, landeskundlichen und interkulturellen Vorbereitung von Menschen, die nach Deutschland kommen wollen, sollen im Ausland weiter ausgebaut werden. Das ist eine der zentralen Forderungen des Nationalen Aktionsplans Integration, der am 2. März auf dem Integrationsgipfel vorgestellt wurde. Diese Forderung stützt auch eine Studie des Goethe-Instituts, die erstmals den Bedarf von Erwerbsmigrant*innen in der Vorintegrationsphase untersucht hat.

Auf dem Integrationsgipfel überreichte der Präsident des Goethe-Instituts Klaus-Dieter Lehmann die Studie an die Bundeskanzlerin.  Lehmann führte auf dem Integrationsgipfel aus: „Die Ergebnisse unserer Studie bekräftigen die hohe Bedeutung einer qualifizierten sprachlichen, landeskundlichen und interkulturellen Vorbereitung von ausländischen Fachkräften. Denn diese bedingt den Erfolg auf dem deutschen Arbeitsmarkt und das Ankommen in der Gesellschaft. Als Sprach- und Kulturinstitut der Bundesrepublik Deutschland bietet das Goethe-Institut bereits seit über zehn Jahren als einziger Anbieter ein Ausbildungs- und Qualifizierungsprogramm für Fachkräfte in den jeweiligen Herkunftsländern an. Dazu gehört etwa das Webangebot ,Mein Weg nach Deutschland‘, das jährlich mittlerweile 800.000 Zugriffe zählt. Doch angesichts der zu erwartenden wachsenden Nachfrage muss dieses Engagement nachhaltig ausgebaut werden. Wir müssen die Angebote zur Orientierung in Deutschland nicht nur erweitern, sondern auch hohe Qualitätsstandards sicherstellen. Die Ausbildung von Lehrkräften für das Ausland bleibt weiterhin eine große Aufgabe. Wir freuen uns, dass wir mit unserer langjährigen Expertise an der Entstehung des Nationalen Aktionsplans der Bundesregierung mitwirken konnten, mit dem nun auch die politischen Weichen gestellt sind, um vorintegrative Angebote zu erweitern und noch besser an die Bedürfnisse der Nutzerinnen und Nutzer anzupassen.“

Klaus-Dieter Lehmann auf dem Integrationsgipfel im Gespräch mit Staatsministerin Widmann-Mauz. Klaus-Dieter Lehmann auf dem Integrationsgipfel im Gespräch mit Staatsministerin Widmann-Mauz. | Foto (Ausschnitt): IntB/Reinaldo Coddou H. 2020

Zentrale Ergebnisse der Studie des Goethe-Instituts

Die Studie zur Vorintegration von Erwerbsmigrant*innen wurde im Rahmen des Projekts „Vorintegration in den Regionen Südostasien und Südosteuropa“ des Goethe-Instituts durchgeführt – ein Programm, das sich gezielt an Zuwandernde richtet, die aus beruflichen Gründen oder im Rahmen des Ehegatt*innennachzugs nach Deutschland migrieren möchten. Die Zielgruppen stammen aus Albanien, Bosnien und Herzegowina, Indonesien, Kambodscha, dem Kosovo, Myanmar, Nordmazedonien, den Philippinen, Serbien, Sri Lanka, Thailand, der Türkei und Vietnam. Die Studie umfasste eine Online-Befragung mit knapp 1000 Teilnehmenden, die zu Erwerbszwecken nach Deutschland migriert sind. Ergänzt wurde der gesamte Erhebungsprozess um Interviews mit elf Expert*innen aus Wissenschaft und Praxis sowie mehreren Fokusgruppen mit der Zielgruppe selbst und mit Praktiker*innen, die im Ausland direkt mit der Zielgruppe arbeiten.

Das Ankommen in Deutschland erleichtern

Laut übereinstimmender Angaben aller Befragten erleichtern vorintegrative Angebote das Ankommen in Deutschland erheblich. Dabei haben neben interkulturellen und landeskundlichen Angeboten insbesondere Sprachkurse weiterhin eine zentrale Funktion, um Erwerbsmigrant*innen im Ausland zu erreichen. Denn erfahrungsgemäß ist es die Sprachkompetenz, die letztlich über das Gelingen der gesellschaftlichen Integration in Deutschland entscheidet. Die Befragung zeigt auch, dass bei vielen Migrant*innen vor Beginn der Zuwanderung ein geringes Bewusstsein für die Bedeutung der Vorbereitung vorherrscht. Erst im Rückblick erkennen sie den großen Nutzen von Angeboten zur Vorbereitung auf das Alltags- und Arbeitsleben in Deutschland. Die Analyse zeigt auch, dass Bedarf und Nutzen an vorintegrativen Angeboten größer sind, je größer die kulturellen Unterschiede zwischen Herkunftsland und Deutschland sind. Die urbane oder ländliche Herkunft der Teilnehmenden sollte demnach in den Angeboten berücksichtigt werden. Ein integraler Bestandteil ist es außerdem, den Teilnehmenden schon vor ihrer Ankunft in Deutschland ein realistisches Bild der zu erwartenden Situation zu vermitteln. Die Analyse verdeutlicht weiterhin, dass eine engere Zusammenarbeit aller deutschen Akteure notwendig ist und eine enge Einbeziehung der Partner in den Herkunftsländern.

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