Aktuelle Musik aus Deutschland
Popcast

Breezy Foto (Ausschnitt): Breezy © Rhys Anderson

Rock, Pop, Hip-Hop, Electro: jeder Monat beginnt mit einem Schlaglicht auf die Studios und Clubs zwischen Kiel und Weilheim. Gemeinsam mit Zündfunk, dem Szenemagazin des Bayerischen Rund­funks, präsentieren wir Neues abseits der Charts. Qualitäts-Pop made in Germany, auch im Abo zum Herunter­laden.

Aktuelle Ausgabe

Diesen Monat mit Musik von: 

Breezy | Breezy
Henning Hans | Stargazerrecords
Die Radierer | Blitzkrieg Pop Records
Moritz von Oswald Trio | Modern Recordings
Nene H | Incienso

Autor und Sprecher (Deutsch): Ralf Summer
Moritz von Oswald Trio
Moritz von Oswald Trio | © Charlotte Duale
Das Moritz von Oswald Trio meldet sich im Popcast des Monats September zurück – mit dem meditativen Stück Chapter Four aus dem Album Dissent, das diesmal eher Einflüsse von Jazz und Dub aufweist. Unterstützt wird Morith von Oswald von der amerikanischen Experimentalmusikerin Laurel Halo und dem Jazzschlagzeuger Heinrich Köbberling, dessen unermüdliche Arbeit dem Album seine Richtung gibt.
 

Ich will jede Menge Spass
Ich will ins Gute Laune Land

Die Radierer

Mit viel Soul, aber auch Blues geht die Wahlberlinerin Breezy den HipHop an. Seit 2019 lebt sie in der
Breezy
Breezy | © Rhys Anderson
deutschen Hauptstadt, mit der sie, wie sie im Interview erläutert, eine Hassliebe verbindet. Ihr Talent zur Verbindung von Stilen afroamerikanischer Stile hat ihre Musik geprägt, aber auch in Kollaborationen ist sie geübt. Im Jahr 2020 veröffentlichte sie gemeinsam mit Haszcara, Alice Dee, Cupid und anderen den mehrsprachigen Savage Rap und stellt hier im Popcast nun ihr Album Schwarzfahren vor, auf dem ebenfalls einige spannende Gäste mitarbeiten, unter anderem die australische Slam-Poetin Arielle Cottingham, deren Gedicht The Berlin Poem sie vertont hat und hier vorstellt.
 
Aber der Popcast zieht noch weitere geographische Kreise: auch Europa,
Henning Hans
Henning Hans | © Henning Hans
sowohl der Kontinent als auch die Idee werden im Popcast verhandelt. Der bislang unbekannte Musiker Henning Hans hat im Alleingang sein Album Ich hatte mein Handy hätte man mich gebraucht aufgenommen, auf dem sich auch das im Popcast vorgestellte Europalied Ode an die Freude befindet, so benannt in ironischer Anlehnung an Friedrich Schillers Gedicht. Eine sehr interessante Entdeckung.
 
Knochentrockener Bass, hysterischer Gesang und gute Laune kommen von Deutschlands ältester Post Punk Band Die Radierer. Die
Die Radierer
Die Radierer | © Die Radierer
Zeitgenossen von so illustren Kollegen wie Fehlfarben oder Palais Schaumburg treiben sich mittlerweile seit über 40 Jahren in der Musikszene herum, und stellen hier ein Lied vor, dass seit 40 Jahren unvollendet war. Manchmal dauert es halt etwas länger, aber das Warten hat sich gelohnt. An Energie haben sie zumindest nicht verloren.

Kann ich bitte endlich gehen

Nene H

Nene H
Nene H | © Paul Krause
Eine der weltweit aufregendsten neuen Acts in der elektronischen Musik ist die in Deutschland vor allem durch ihre bahnbrechenden Auftritte beim CTM Festival und Berlin Atonal bekannt gewordene und in Berlin und Kopenhagen ansässige türkischstämmige Nene H. Die in klassischer Musik ausgebildete Künstlerin nutzt ihre vielfältigen Talente und multikulturellen Erfahrungen für ihre düsteren und genreübergreifenden Tracks voller Atmosphäre und emotionaler Dichte. Das deutsche Feuilleton überschlägt sich seitdem vor Lob. Hier stellen wir ihren introspektiven Track Reue von dem soeben erschienenen Debutalbum Ali, benannt nach ihrem verstorbenen Vater.

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Weitere Ausgaben

Popcast August 2021

mit Musik von: 

Anika | INVADA Records
Hotel Kali | Antime Records
KMRU | Injazero Records
Peter Muffin Trio | Glitterhouse 
Zouj | City Slang
Autor und Sprecher (Deutsch): Ralf Summer

Abwechslungsreichtum ist das Schlagwort der August-Ausgabe des Popcast. Wir beginnen mit der
Anika
Anika | © Sven Gutjahr
ehemaligen Journalistin Anika, die durch ihre Kooperation mit Portisheads Geoff Barrow bekannt geworden ist. Früher wurde sie gern mit der unsterblichen Nico verglichen, und die stimmliche Ähnlichkeit lässt sich auch heute nicht leugnen; aber inzwischen ist die radikale Lo-Fi-Ästhetik einer minimalen Eleganz gewichen, die genauso hypnotisch und streng, aber viel zusammenhängender wirkt als die Songsketches des Debut-Soloalbums, das vor über 10 Jahren auf Stones Throw Records erschienen ist.
 

Die Pandemie war wie eine Lupe für all die Probleme

Anika

Zouj, wir zitieren hier mal das Infoblatt der Berliner Plattenfirma City Slang, geht es „darum, die Seele in
Zouj
Zouj | © jamal Cazare
synthetischen Klängen zu finden: ‚Ich versuche, meine Maschinen menschlich klingen zu lassen, indem ich Fehler, Zufälligkeiten und Temposchwankungen emuliere, während ich mein Bestes als Mensch gebe, um wie eine Maschine zu klingen.‘“ Davon zeugt das kurze Mixtape Tagat des Leipziger Künstlers Zouj, das jetzt erschienen ist und hier vorgestellt wird. Der Track F100te, der hier zu hören ist, ist ein aufs Äußerste reduzierter Bass-track, dessen schmale Gestalt mit kleinen Melodien aus dem arabischen Kulturraum angereichert ist. Eine sehr interessante Entdeckung.

Jeder Track reflektiert ein Ereignis, einen Raum oder einen Ort

KMRU

KMRU
KMRU | © Thukia
Der aus Nairobi stammende Berliner Allround-Künstler KMRU liebt den Klang der Stadt. Sein mit Field Recordings aus Spaziergängen in Berlin und Nairobi angereichertes Ambient-Album Logue  ist ein gutes Beispiel dafür, wie Komplexität auch in einfachen Strukturen wirken kann. Neben dem spärlichen Einsatz weniger Synthesizer fallen vor allem aus dem ostafrikanischen Kulturraum stammenden Percussion-Arrangement auf. Ein schönes, eindringliches Werk eines multidimensionalen Künstlers, der trotz seines jungen Alters (er ist erst 24 Jahre alt) bereits auf ein beachtlich großes und weitgefächertes Schaffen zurückblicken kann.

Disco für mich, Disco für dich, Disco für alle!

Hotel Kali

Ebenfalls einen echten multikulturellen Hintergrund haben Hotel Kali, aber diesmal ist es die Berliner
Hotel Kali
Hotel Kali | © Arhan Sett
Musikerin und Komponistin Theresa Stroetges (Golden Discó Ship), die im Rahmen einer Künstlerinnenresidenz in Kalkutta das Projekt Hotel Kali (die lustige Geschichte zur Entstehung des Namens könnt ihr im Interview erfahren) ins Leben gerufen hat. Der so entstandene indische Krautrock hat eine derartige Dichte, dass man sich fragt, warum diese kosmische Mischung nicht schon viel früher ausprobiert wurde. Wie verrückt gewordene Stereolab am Sonntagmorgen.

Ist das immer so? Ja, es ist immer so!

Peter Muffin Trio

Peter Muffin Trio
Peter Muffin Trio | © Marina Buneta
Natürlich heißt niemand beim Peter Muffin Trio tatsächlich Peter Muffin. Das aus Mitgliedern der Stuttgarter Pop-Bohème zusammengesetzte Trio hat sein aus knorrigen Gitarrenrockhits bestehendes Album nach dem umstrittenen Bahnhofsprojekt Stuttgart 2021 (das natürlich nicht wie geplant in diesem Jahr fertiggestellt worden konnte) benannt. Veröffentlicht wurde es auf dem sympathischen weserbergländischen Traditionslabel Glitterhouse Records, Veranstalter des alljährlichen Boutiquefestivals Orange Blossom Special, Teil unseres neuen Dossiers zu Musikfestivals in Deutschland, das sicherlich die eine oder der andere Popcast-Hörer*in interessant finden könnte.

Popcast Juli 2021

mit Musik von: 

Fehler Kuti | Alien Transistor
Maulgruppe | Major Label
Sophia Kennedy | City Slang
Stimming | Stimming Recordings
Tuvaband | Passions Flames
Autorin und Sprecherin (Deutsch): Angie Portmann
 

Red flying kites in the sky
What a perfect day for us to spеnd outside
Like a ghost in a suit
I'm floatin' down the boulеvard

Sophia Kennedy „Orange Tic Tac“

Sophia Kennedy, aus Baltimore stammende Hamburgerin, hat mit ihrem Partner in crime Mense Reents, den
Sophia Kennedy
Sophia Kennedy | © Benjakon
einige sicherlich von den Goldenen Zitronen und Egoexpress kennen, mit Monsters ein fantastisches Popalbum abgeliefert, das in unserem Juli Popcast vorgestellt wird. Darauf beweist sie eine unglaubliche Wandlungsfähigkeit, stellt diese aber immer in den Dienst der Suche nach dem perfekten Song. Im Interview erklärt sie, wie es zu dieser Kollaboration kam, und wie die Arbeitsteilung der beiden funktoniert.

Aus dem Notwist-Umfeld, und auch auf deren Label Alien Transistor erschienen, meldet sich Fehler Kuti zu Wort. Seine verspielten Loops krautiger Analogelektronik drehen sich die Wichtigkeit dessen, sich in die Diskussion um Solidarität mit Minderheiten einzubringen und sich selbst aktiv rassistischen Strukturen und identitätspolitischen Strömungen
Fehler Kuti
Fehler Kuti | © Andreas Neumeister
entgegen zu stellen.
 

Ein Fehler kann doch jedem mal passieren.

Fehler Kuti „Professional People“

Tuva Hellum Marschhäuser hingegen geht es bei ihrem Projekt, der etwas ungeschickt benannten Tuvaband um Introspektive. Ihr Album Growing Pains & Pleasures entstand während des Lockdowns weitgehend im Alleingang in ihrem Heimstudio. Die Berlinerin mit norwegischen Wurzeln behandelt in ihrem elfenhaften Alternative-Pop
Maulgruppe
Maulgruppe | © Tamer Fawzy
persönliche Themen wie die Auswirkungen der durch die Pandemie ausgelösten Isolation. Dabei ist ihr luftiger Sound, getragen von sanften Keyboards und klirrenden Gitarren ein wunderschöner Begleiter in einsamen Stunden.
 
Jens Rachut wird hier vermutlich nicht allzu vielen Menschen ein Begriff sein, dabei ist er einer der wichtigsten Figuren des deutschen Punk. Der mittlerweile fast siebzigjährige Veteran der Szene fügt seinem beachtlichen Lebenswerk – seine Bands tragen Namen wie Angeschissen, Dackelblut oder auch die unvergessenen Blumen am Arsch der Hölle – ein weiteres Projekt hinzu – die Maulgruppe. In dem hier vorgestellten Stück gibt es zudem ein Wiederhören mit der kürzlich verstorbenen Françoise Cactus von Stereo Total. Das Stück Kakteen
Stimming
Stimming | © Randy Rocket
verblühen nie erzählt davon, wie die beiden sich im Burgund kennengelernt haben und lebenslange Freund geworden sind.
 
Der Hamburger Stimming war uns eigentlich noch durch seine Kollaboration mit Solomun und einen minimalen, aber äußerst konsequenten Clubsound in Erinnerung. Heute, auf seinem neuen Album Ludwig zeigt er seine experimentelle Seite. Erhalten geblieben sind die liebevoll gesammelten Field Recordings, aber musikalisch ist es inzwischen ein sehr vielschichtiges Erlebnis, das sich vereinzelt bis in klassische Gefilde vorwagt. Woher seine Naturverbundenheit kommt und wie diese zu Einflüssen seiner Musik wird, erklärt Stimming im Interview.

Jubiläumskonzert: 150. Ausgabe POPCAST

Im Juli 2021 wurde die 150. Ausgabe unseres Popcasts veröffentlicht. Anlässlich dieses Jubiläums fand am Freitag, 09.07.2021 eine Live-Sonderausgabe aus dem Habibi Kiosk der Münchner Kammerspiele gestreamt statt - mit Konzerten sowie einem Talk mit Ralf Summer. Gemeinsam blickt er mit den Musiker*innen auf die inzwischen 13-jährige Geschichte des Popcasts zurück. 

Wir freuen uns auf die nächsten 150 Ausgaben!
Video auf YouTube - Jubiläumskonzert POPCAST (07/2021)

Popcast Juni 2021

mit Musik von: 

Der Plan | Bureau B
Fred Red x Maura | Sichtexot
Haiyti | Haiyti Records
Mine | Virgin Music
Skee Mask | Ilian tape
Autorin und Sprecherin (Deutsch): Angie Portmann


Sehr weitreichend ist die Diskussion um automatisierte Kunstprozesse. Dabei geht es sehr oft um den
Fanuks auf der Bühne
Seltene Sichtung: Die Fanuks auf der Bühne | © Der Plan/Bureau B
Kunstbegriff selbst, also die Frage, ob Maschinen überhaupt in der Lage sind kreativ zu sein. Diese Frage stellten sich die elektronischen Anarcho-Dadaisten der Düsseldorfer Gruppe Der Plan Mitte der 80er Jahr nicht, als sie die Fanuks erfanden; Roboter, die sie unsterblich machen sollten. Allerdings wurde das Projekt damals nicht beendet, die Band trennte sich. Erst beim Sichten alter Tapes kamen diese Aufnahmen wieder ans Licht, und so freuen wir uns im Jahre 2021 über neue Tracks von Der Plan aka Fanuks. Wobei nicht klar ist, ob die Band überhaupt selbst mitgewirkt hat, oder ob die nach ihrem Ebenbild geschaffenen Roboter sie inzwischen komplett ersetzt haben. Aber würde das einen Unterschied machen?
 

Uin Uin Mun Kona Bap Uin

Der Plan „Uin Uin Mun Kona Bap Uin“

Von einem ganz anderen Planeten stammen Fred Red x Maura. Hier spürt man weder Angst vor der
Fred Red x Maura
Entspannen sich: Fred Red x Maura | © Matthias Erhardt
Vergänglichkeit noch das Bedürfnis nach Entmenschlichung – im Gegenteil umschifft der rau gesampelte Breakbeat des Duos so elegant die Harmonien ihres entspannten HipHop-Souls, dass es einem ganz warm um die Seele wird. Ein starker Kontrast.
 

Du magst Scheiße, doch es ist schon okay
Es ist so okay, es tut niemandem weh

Mine „Audiot“


Orange: Mine
Plötzlich sehr orange: Mine | © Simon Hegenberg
Jasmin Stocker, bekannt unter ihrem Bühnennamen Mine bekannt stellt ihr bereits sechstes Album vor. Aus der natürlich-entspannten Singer-Songwriterin mit Wurzeln im Hiphop ist eine orangefarbene Kunstfigur geworden. Geblieben sind außergewöhnliche Kollaborationen und gereimte Strassenlyrik, aber musikalisch sind die Produktionen ganz klar im Mainstream angekommen, wovon man sich auch im Popcast eindrücklich überzeugen kann.
 

Mich tröstet der Nieselregen
Was für ein mieses Leben

Haiyti „Mieses Leben“

Die stets atemlose Hamburgerin Haiyti, Deutschlands Königin des Trap, veröffentlichte ohne jede
Gangster? Haiyti!
Gangster? Haiyti! | © Tim Bruening
Ankündigung Mitte April ihr neues Album Mieses Leben, ein böses Meisterwerk, ohne das der Popcast dieses Monats nicht vollständig wäre.  Thematisch bleibt sie natürlich dem Gangster-Genre treu, aber das Album erlaubt auch Momente des Selbstzweifels.
 
Der kamerascheue Skee Mask, einer von Deutschlands vielseitigsten und aufregendsten Produzenten, hat im Mai sein Album Pool veröffentlicht.
Kontaktlinse verloren: Skee Mask
Kontaktlinse verloren: Skee Mask | © Ilian Tape
Das 18 Tracks schwere Werk zwischen Ambientflächen und wüstem Jungle haben ihm den Ruf des ‚deutschen Aphex Twin‘ eingebracht. Im Popcast vertritt er den überaus experimentierfreudigen und nach wie vor weit ohne Bestrebungen um kommerzielle Kompromisse arbeitenden elektronischen Untergrund des Landes.

Popcast Mai 2021

mit Musik von: 

Die P | 365xx
Irakli | Dial Records
Ja, Panik | Bureau B
Messer & Toto Belmont | Turnland
Servicio Al Cliente | Imara Autor und Sprecher (Deutsch): Ralf Summer


Der Mai Popcast beginnt optimistisch mit Juliana Martinez‘ Servicio Al Cliente. Ihr sanfter Elektro-Pop, jetzt
Toto Belmont
Toto Belmont | © Iiri Poteri
erschienen auf einem Sublabel des Kölner Kompakt-Imperiums, entstand in Berlin, der neuen Heimat der Kolumbianerin. Freundlichkeit, kindness ist der unumstößliche erste Eindruck dieses minimalistischen Elektro-Destillats lateinamerikanischer Coolness.

Ja, Panik
Ja, Panik | © Max Zerrahn

Die Gruppe nennen Ja, Panik ihr neues Album, auf dem sie mit geschliffenem Denglisch und ausuferndem, eleganten Pop beeindrucken. Panik ist dabei das Letzte, was in den Sinn kommt; dazu wirken die laut Interview in Mutters Schweinestall produzierten Stücke zu erwachsen, abgeklärt. Das kommt vermutlich auch von der langen Schaffenspause, in der die Band reifen konnte. Im Interview erklären sie uns mehr dazu.


Das Hamburger Label Dial beschert uns das Debütalbum eines Veteranen der Berliner Technoszene. Irakli Kiziria lässt Raum zwischen Tönen und Spuren, sein vielschichtiges Album, und auch der hier
Irakli
Irakli | © Robert Kulisek
vorgestellte Track Surface, ist perfekt inszeniertes Listening, ganz wie man es von Dial und seinen Stammkünstlern wie Lawrence und Efdemin gewöhnt ist.

Aber wie auch Irakli betont, ist es wichtig sich auch auf nicht Geplantes einzulassen, was direkt zu der Band Messer führt. Eine der besten Post-Post-Post-Punk Bands Deutschlands hat sich mit dem finnischen
Messer
Messer | © Moritz Hagedorn
Künstler Toto Belmont zusammengetan und ein ganzes reines Dub-Album herausgebracht. Eine gewisse Reggae-Affinität konnte man bei dem Quartett zwar schon immer heraushören, aber das ist jetzt doch ein starkes Stück, ein grosser Wurf! Und so wurde aus dem im letzten Jahr erschienenen No Future Days kurzerhand No Future Dubs, wovon im Popcast ihr Lieblingslied Versiegelter Dub II vorgestellt wird. Im Interview erfahren wir, wie es dazu kam.

Ganz besonders freuen wir uns darüber, Die P vorzustellen. Die
Die P
Die P | © Tristan Barkowski
Musikerin aus dem kleinen Bonn, der ehemaligen Hauptstadt, hat sechs Jahre nach Erscheinen ihres ersten Stücks endlich ihr Debutalbum vorgelegt. Ein raues, vielschichtiges und grundehrliches HipHop-Meisterwerk, das Die P endgültig in der deutschen Musikszene etablieren wird. Interessant auch ihr neues Label, das ausschließlich Musikerinnen unter Vertrag nimmt. Mehr dazu im Interview im Popcast!

Popcast April 2021

Der April Popcast des Goethe-Instituts ist eine angenehme Sache. Nach einem Jahr der Pandemie hat sich

Modeselektor
Modeselektor im Wald. | © Birgit Kaulfuss
Musikhören, aber auch Musikmachen verändert, angepasst. Mal abgesehen von zweifelhaften Versuchen Clubabende über Zoom zu simulieren, ist einer der nervigsten (und kürzesten) Hypes der 80er Jahre, das Cocooning zur Wirklichkeit geworden. Gereist wird jetzt in den Köpfen und das Leben der vorletzten Jahre ist zu einer verklärten Erinnerung geworden.

 

Mit Musik von: 

Anna Erhard | Radicalis
Driftmachine | Umor Rex Records
Modeselektor feat. Paul St. Hilaire | Monkeytown Records
Sofia Kourtesis | Technicolour/Ninjatune
Triorität x Lukas Lehmann | Kryptox
Autorin und Sprecherin (Deutsch): Angie Portmann


Geschichten, wie die von Sofia Kourtesis in ihrem betörenden Track La Perla vorgetragen, in dem sie ihrem sterbenden Vater Mut zuspricht, werden zu eigenen Erfahrungen in einer von Außenreizen so kargen Umgebung. So ganz hat man sich halt doch noch nicht an die soziale Isolation gewöhnt. Die Glücklichen unter den Eingesperrten, in diesem Fall die Elektroprominenz Modeselektor,
Triorität
Triorität entdecken die Kamera | © Triorität
hatten die Gelegenheit gemeinsam zurück- und voranzublicken. In Zeiten der unbegrenzten Horizonte fand das Duo die nötige Ruhe, für ein neues Mixtape weit auszuholen. In dem in unserem Popcast vorgestellten Track mit Dublegende Paul St. Hilaire aka Tikiman, seit vielen Jahren bekannt als eine der Stimmen von Berlins Rhythm & Sound. Eine Milchstraße weiter hatte sich, auch irgendwie vor längerer Zeit, Mathias Modicas Marke Gomma dem modernen Jazz verschrieben. Bis heute ist er davon nicht abzubringen: Die Liedersammlung Kraut Jazz Futurism, jetzt schon Vol. 2, wird musikalisch im Popcast von Triorität x Lukas Lehmann vertreten. Zu Wort kommt aber natürlich der Maestro selbst.


Anna Erhard
Unbefugt: Anna Erhard | © Greta Attinger
Angenehm ist auch die Welt von Anna Erhard, die in der Vorzeit Freunden nach Berlin gefolgt war, und sich jetzt dort der Kunst widmet. Beim Hören ihrer wunderschönen Eskapismus-Hymne Trick Myself wird klar, dass man sie eh lieber alleine hört. Darum geht es doch schließlich auch. Und schließlich entsteht eine große Freude beim Entdecken von Driftmachine, deren neues Werk Spume & Recollection wieder an die bereits oben genannten Rhythm & Sound denken lässt, ein hypnotisches, introvertiertes, liebevolles Kleinod, das mit dem Begriff ‚Dubtechno‘ annähernd, aber doch unzureichend beschrieben ist. Ob Amazon es hat? Sonst war es vielleicht nur ein langer, ruhiger Traum.

Popcast März 2021

Masha Qrella
Masha Qrella | © Diana Naecke
Unser Popcast im März ist das beste Zeugnis für die Vielfalt der deutschen Musiklandschaft. Wir beginnen diese Ausgabe mit der sonst auf englisch singenden Masha Qrella, die musikalisch zwischen Pop und Elektronik oszilliert. Sie veröffentlicht mit „Woanders“ jetzt ihr erstes deutschsprachiges Album. Im Interview erklärt die geborene Ostberlinerin, warum dieser Sinneswandel und woher die Texte kommen.

Vor 20 Jahren bereits taucht in den deutschen Radiostationen ein merkwürdiges Lied auf. Der Sänger sei weg, er befände sich auf dem „Sonnendeck“. Der Künstler, ein junger Mann namens Meinrad Jungblut, begann damit unter dem
Mouse On Mars
Mouse On Mars | © Valentin Paster
Namen PeterLicht eine charmant-bescheidene Karriere, die der deutschen Poplandschaft einige fantastische Alben voll schlauer Poesie beschwert hat.  Wir stellen das neue Album „Beton und Ibuprofen“ vor.
PeterLicht
PeterLicht | © Christian Knieps

Ebenfalls schon eine Weile dabei, aber mit einem ungleich größeren internationalen Bekanntheitsgrad gesegnet sind die fantastischen Mouse On Mars, deren neues Album AAI von Künstlicher Intelligenz handelt – und nicht nur davon handelt, sondern auch unter ihrem Einsatz entstanden ist. Mehr dazu im Interview.

mit Musik von: 

Deadbeat meets the Mole | BLKRTZ 
Emeka Ogboh | Ostgut
Masha Qrella | Staatsakt
Mouse on Mars | Thrill Jockey
PeterLicht | Tapete Records

Autor und Sprecher (Deutsch): Ralf Summer

Es schließt sich der Kreis Montreal-Berlin mit der Vorstellung zweier hier
Deadbeat and The Mole
Deadbeat and The Mole | © Cherie
altbekannter Musiker – Deadbeat and the Mole, die schon vor Jahren nach Berlin emigriert sind und mittlerweile dort Familien gegründet haben. Ihr gemeinsames Album „Deadbeat meets the Mole“ ist nicht ihre erste Zusammenarbeit – aber die erste gemeinsame Aufnahme. Im Interview erzählen sie mehr über ihr neues Leben, die Panorama Bar, Spielplätze und Neukölln.
Emeka Ogboh
Emeka Ogboh | © Marco Krüger


Und schließlich lernen wir das faszinierende Universum des nigerianischen Klangkünstler Emeka Ogboh kennen, der auf dem Sublabel A-Ton des berühmten Berghain-Labels Ostgut Tonträger seine spannende Soundcollage auf der Basis von Field Samples aus seiner Heimatstadt Lagos veröffentlicht.

Popcast Februar 2021

Mit Musik von: 

Albertine Sarges | Moshi Moshi Music
Grandbrothers | City Slang
Invisible Temple | Permanent Vacation
The Notwist | Morr Music
The Waves| Yoyaku Agancy

Autorin und Sprecherin (Deutsch): Angie Portmann
 

Yes, you're free today!
And you don't shake hands
With the people that you don't like

Albertine Sarges

Der Februar-Popcast beginnt mit der Vorstellung eines der (wahrscheinlichen) Höhepunkte des Jahres – dem neuen Album der Weilheimer Superstars The Notwist. Inzwischen ohne Keyboarder Martin Gretschmann aka Console aka Acid Pauli haben die Brüder Markus und Micha Acher und Cico Beck eine Reihe von Gästen eingeladen. Im Interview erklären sie, warum ihr neues Album so warm und einladend klingt. Das beste Zeugnis dafür ist aber der hier vorgestellte Song „Al Sur“, den sie mit der wunderbaren Juana Molina aufgenommen haben.

Eine wunderbare Neuentdeckung ist das gerade auf dem britischen Superlabel Moshi Moshi (Hot Chip, Au Revoir Simone) erschienene Debutalbum der Berlinerin Albertine Sargas. Hier vorgestellt wird ihr gutgelauntes Manifest „Free Today“, eine herrliche Mischung aus Gospel und New Wave: Auch sie kommt im Interview zu Wort und spricht über ihre Konterstrategien in einer instabil gewordenen Welt, in der zunehmend der Wahnsinn zu regieren scheint.
  • Notwist im Wald © Johannes Maria Haslinger

    The Notwist beim okkulte Sachen machen.

  • Notwist im Gebüsch © Johannes Maria Haslinger

    Wollten für den Fotografen nicht stillhalten: The Notwist

  • Albertine Sarges © Christian Mamoun

    Albertine Sarges zu Hause

  • Albertine Sarges © Steffi Rettinger

    Albertine Sarges bei der Arbeit

  • Grandbrothers stehen und schauen © Toby Coulson

    Grandbrothers in Gedanken mal wieder beim Klavier

  • The Waves © Marie Staggat

    Tritt aus dem Schatten: Maayan Nidam aka The Waves

  • Benjamin Fröhlich und Bostro Pesopeo © Invisible Temple

    Sattelfest in Dub und Photoshop: Invisible Temples Benjamin Fröhlich und Bostro Pesopeo


Die Achse des Guten, Zürich-Wuppertal-Berlin-Bochum, ist der Lebensweg des Duos Grandbrothers, die mit „All The Unknown“ auf City Slang ein ausgezeichnetes drittes Album vorlegen. Sie sprechen über ihre spannende Technik, einen Flügel zu dem zentralen Instrument nicht nur für Klavier-Sounds zu machen und wie die Pandemie ihre Produktionsweise verändert hat.

Für „Maya“, das neue Album der Berliner DJ Maayan Nidam, hat sie nicht nur ihren alten Bühnennamen The Waves aus der Mottenkiste geholt, sie hat sogar eigens ein Label dafür gegründet. So ganz kann sie sich der Clubmusik als ihrer musikalischen Heimat nicht abwenden, aber die Tracks auf dem Album sind doch mehr im düsteren Pop zu verorten, wie man am hier vorgestellten „I’m Still Here“ deutlich vermerken kann.

Wer kennt noch das tolle Münchner Label Permanent Vacation, benannt nach einem sommerlichen Traum, der leider im letzten Jahr Wahrheit geworden ist. Aber Invisible Temple verzagen nicht – Labelgründer Benjamin Fröhlich sein Partner-in-crime Florian Peter aka Bostro Pesopeo wagen die Zeitreise in die 90er und hypnotisieren sich und ihre Fans mit dubbiger Elektronik aus der Digidub Ära, die großzügig von King Tubby und Adrian Sherwood zitiert. 

#PopcastLive - 27. Februar 2021: Konzert Albertine Sarges mit Band
Highlights-Video auf Instagram (02/2021)

Popcast Januar 2021

mit Musik von: 

Bernadette La Hengst &
Banda Internationale | Trikont
JISR | enja & yellowbird records
Lydia Daher | Kleine Untergrund Schallplatten
Rocket Freudental | Treibender Teppich Records
Salomea | enja & yellowbird records

Autor und Sprecher (Deutsch): Ralf Summer


Der erste Popcast des neuen Jahres bringt wieder eine bunte musikalische Mischung aus der deutschen
Salomea
Salomea | © Karl F. Degenhardt
Musikszene. Sängerin Rebekka Salomea Ziegler aus Herbolzheim spricht im Interview über die vielen Einflüsse auf ihrem gerade erschienenen zweiten Album Bathing in Flowers, das auf einem soliden Jazzfundament ruht, aber voller Selbstbewusstsein auch Elemente von elektronischer Musik und Rock beinhaltet.  „Nu-Jazz“ nennt es das Presseinfo.  Auf jeden Fall ein guter Start ins neue Jahr.
 
Ähnlich vielschichtig, ebenfalls mit Wurzeln im Jazz und sogar noch auf demselben Label, allerdings mit dem klaren Auftrag zum kulturellen Brückenbau, präsentiert der Münchner mit marokkanischen Wurzeln, Mohcine Ramdan, das JISR Ensemble. Die Einflüsse auf der neuen EP Too Far Away umspannen den gesamten Mittelmeerraum, was sich auch
Mohcine Ramdan
Mohcine RamdanMohcine Ramdan | © F. Schweizer
im mehrsprachigen Gesang niederschlägt.
 
Im Rahmen ihres Engagements für den Schutz der Kultur gegen den Einfluss rechter Politik entstand 2018 der Song Wir sind die Vielen der Hamburger Ikone Bernadette La Hengst, den sie jetzt mit dem Dresdner
Bernadette LaHengst & Banda Internationale
Bernadette LaHengst & Banda Internationale | © Stanislaw Fotografie
Orchester Banda Internationale anlässlich des Augsburger Brecht Festivals in einer Orchesterversion neu aufgenommen hat, zu finden auf dem gerade erschienenen Album Banda, Bernadette & Brecht.

 

Wir haben tausend Möglichkeiten, aber nichts in der Hand

Lydia Daher


Mit lyrischem Pop, weniger konkret aber ebenso aktuell, bewegt sich die Berliner Dichterin und Sängerin
Lydia Daher
Lydia Daher | © Gerald von Foris
Lydia Daher auf ihrer neuen EP durch die Penetrante Realität. Sie reflektiert im Interview darüber, ob und wie die Pandemie künstlerisches Schaffen vergeblich macht.
 
Und schließlich beschweren sich Rocket/Freudental über das inflationäre Aufkommen von Yogalehrern und warum man sich eigentlich
Rocket Freudental
Rocket Freudental | © Thorsten Puttenat
noch immer ernsthaft über Homöopathie unterhalten muss. Musikalisch zeigt sich das Schlagzeug/Gesangsduo eher minimalistisch, im Vordergrund stehen die bissigen Texte.

#PopcastLive - 29. Januar 2021: Konzert mit der Band „Salomea“
Highlights-Video auf Instagram (01/2021)

Popcast Dezember 2020

Der letzte Popcast des Jahres beginnt mit einer Lichtgestalt der deutschen Musikszene: Max Rieger. Nachdem er sich vor einigen Jahren als Sänger von Die Nerven etabliert hatte, wandte er sich dem

Max Rieger
Max Rieger | © Bettina Theuerkauf
Produzieren zu. Drangsal, Jungstötter und Ilgen-Nur sind nur einige Namen von ihm produzierter Künstler*innen. Aber er ist auch als Solokünstler unermüdlich: Wir stellen hier Andere, das bereits zweite Album seines monumentalen Projektes All Diese Gewalt vor.

Eine sehr interessante interkontinentale Zusammenarbeit ist das Neosoul-Projekt Seba Kaapstad, das vom preisgekrönten Stuttgarter Bassisten Sebastian Schuster und der südafrikanischen Sängerin  Zoe Modiga ins Leben gerufen wurde. Wie genau es dazu kam, erfahrt ihr in der aktuellen Ausgabe des Popcast.
Call Super
Joseph Richmond-Seaton aka Call Super | © Kasia Zacharko


Auf dem Sampler 15 Years of Man Recordings auf Daniel Haaksmans gleichnamigen Label findet sich der brasilianische MC Gringo, der wie eine moderne Version von Señor Coconut seinen gutgelaunten Rio Baile Funk versprüht. Der Track ist nebenbei ein guter Einstieg in ein faszinierendes Label, das sich der oft übersehenen Musikszene der Südhalbkugel unseres Planeten gewidmet hat.

Das neue Album des englischen Wahlberliners Call Super kombiniert Elemente von Glitch mit gebrochener Housemusik. Das Album, und der hier vorgestellte Titeltrack Every Mouth Teeth Missing ist Zeugnis dafür, dass das Produzieren am Rechner selbst eine nicht zu unterschätzende Kunstform geworden ist. Wir sind sehr beeindruckt von der technischen Kompetenz, mit der Joseph Richmond-Seaton aka Call Super hunderte von Soundschnipseln zu einem atmopshärischen Gesamtwerk zusammenklebt.

Und schließlich stellen wir das Berliner Jazzduo Training vor. Max Andrzejewski (Drums) und Johannes Schleiermacher (Saxophon) sind der beste Beweis dafür, dass die deutsche Jazzlandschaft für einige Überraschungen gut ist. Ihre neue *x EP ist eine Sammlung von Improvisationen, in denen die Grenzen und
Training
Max Andrzejewski & Johannes Schleiermacher sind Training | © Johannes Schleiermacher
Möglichkeiten des traditionellen Jazz ausgelotet werden.

mit Musik von: 

All diese Gewalt | Glitterhouse Records
Call Super | Incienso
Daniel Haaksman | Man Recordings
Seba Kaapstad | Mello Music Group
Training | Fun in the Church

Autor und Sprecher (Deutsch): Ralf Summer

Popcast November 2020

Urlaub in Polen Foto (Ausschnitt): Urlaub in Polen © Frederike Wetzels
Ein Wiedersehen mit alten Bekannten eröffnet den Popcast des Monats November: Die wunderbaren Urlaub in Polen, die vor rund neun Jahren ihre Auflösung angekündigt hatten, tauchen sie urplötzlich auf dem Hamburger Traditionslabel Tapete wieder auf. Als Einflüsse nennen sie West Coast Pop, rheinischen Techhouse und die chronisch unterschätzten und zu Unrecht verballhornten frühen Dire Straits. Das klingt verrückter als es ist – das Album All ist ein durchdachtes, mit Mühe und Schlauheit komponiertes Spätwerk zweier Könner.

Auf ihrem eigenen Label Ilian (Surgeon, Skee Mask) verbreiten die Zenker Brothers ihre guten Vibes in einer kosmischen Reise durch einen dichten Soundnebel, um schließlich in dem für sie typischen harschen Breakbeat-techno anzukommen (auf ihrer Seite ist von destruktivem Delirium zu lesen).

Orphea ist das Projekt der Schauspielerin Lilith Stangenberg und dem philippinischen Musiker, Poeten und Filmemacher Khavn, die Anfang dieses Jahres bei der Berlinale die Premiere einer unter der Regie von Alexander Kluge entstandene anarchische Neuauflage der klassischen Geschichte von Orpheus und Eurydice gefeiert hatten. Produziert von Brezel Göring (Stereo Total) haben die beiden ein hypnotisches Album irgendwo zwischen Edith Piaf und Liz Phair aufgenommen, dass wir euch nur wärmstens empfehlen können.
  • Urlaub in Polen © Frederike Wetzels

    Auf großer Fahrt: Urlaub in Polen

  • Unbite © Ann Seifert

    Beißen: Unbite

  • Golf © Daniela Milosovic

    Sportlich: Golf

  • Orphea © Robert Huibonoha

    Auf Reisen: Orphea


Golf, die Popband erster Güte aus dem Hause Staatsakt (Die Türen) melden sich vor Angst vor der Liebe arbeitsunfähig, überleben aber wegen guter Laune. Funky Pop, Tropicalismo (genau das) und Cosmic Disco helfen der Band über den Kummer hinweg. Geholfen hat sicherlich auch einer der talentiertesten Produzenten der Stunde, Tom Hessler (Fotos), der auf „Clubtauglichkeit im Mix“ geachtet hat.

Und schließlich, und nicht zuletzt, verneigen wir uns vor Stuttgarts Unbite, deren zum Teil wüster Noiserock dank des ausgezeichneten Gesangs der Bassistin Daniela Schübel auch etwas sanfteren Gemütern enormen Spaß macht, und außerdem wirklich gut in diese Zeit passt, wenn einem mal Ironie und/oder Geduld ausgegangen ist. Unbite klingen mal ein bisschen nach Sonic Youth, mal ein bisschen nach NoMeansNo, und immer nach dem Typ der morgens um 7 vor deiner Haustür die Straße aufstemmt.
 
Viel Spaß beim Hören und Entdecken!

mit Musik von: 

Urlaub in Polen | Tapete Records
Zenker Brothers | Ilian Tape
Orphea | Fun in the Church
Golf | Staatsakt
Unbite | Antena Krzyku

Autorin und Sprecherin (Deutsch): Angie Portmann

Popcast Oktober 2020

Erregung öffentlicher Erregung Foto (Ausschnitt): Erregung öffentlicher Erregung © Rosanna Graf
In den frühen 80er Jahren kam in Deutschland die Neue Deutsche Welle auf, eine lokale Spielart der damals brandaktuellen Post Punk-Bewegung. Mit dadaistischen Texten und wenig Respekt vor musikalischen Regeln war sich die westdeutsche Jugend für eine Zeit über ihre Präferenzen einig. Die Musik von Erregung öffentlicher Erregung, dem Opener des diesmonatigen Popcasts, erinnert an die Musik aus dieser Zeit. In ihrem vor kurzem erschienenen Album geht es aber auch inhaltlich um ungewöhnliche Themen – mehr dazu im Popcast. Außerdem gibt es Neues von den vielen Kennern bereits bekannten, umtriebigen Elektronikern Acid Pauli (Notwist, Console) und Toulouse Low Trax (Kreidler, Salon des Amateurs) und ganz neu werden der schwedische Wahlberliner Otis Sandsjö und und die chinesische Wahlberlinerin Rui Ho vorgestellt.

Mit Musik von:

Erregung öffentlicher Erregung | Schlappvogel Records/ Euphorie
Otis Sandsjö | We Jazz Records
Acid Pauli | Ouïe Music
Rui Ho | Planet Mu
Tolouse Low Trax | Bureau B
Autorin und Sprecherin (Deutsch): Angie Portmann

#PopcastLive - 28. Oktober 2020: Konzert mit Erregung öffentlicher Erregung
Highlights-Video auf Instagram (10/2020)

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