Wie leben und arbeiten die Deutschen, welche Vorlieben haben sie? Wir haben Statistiken über die Deutschen und ihre Lebensmodelle unter die Lupe genommen, um ihn zu finden: den deutschen Prototypen.
Von Alina Schwermer
Bekanntlich ist Deutschland das Land des Thomas-Prinzips: geführt von älteren weißen Herren namens Thomas, die wieder einen Thomas einstellen. Aber der durchschnittliche Deutsche ist eigentlich eine Frau. Vergessen Sie Thomas, lernen Sie Sandra kennen, die deutsche Durchschnittsbürgerin. Sie sind ihr sicherlich schon mal beim Friseur oder bei Lidl begegnet, wenn auch die Begegnung vielleicht naturgemäß recht alltäglich war. War es in Fürth? War es in Moers? Oder vielleicht doch in Eisenach? Sandra wohnt wie 41 Prozent der Deutschen in mittlerer Besiedlungsdichte, also in einer überschaubaren Stadt mit ländlicher Umgebung oder in einer Kleinstadt. Sie ist jetzt 45 Jahre alt.
Der Terminkalender der Familie ist eng getaktet, aber ein bisschen Zeit für sich selbst nimmt Sandra sich schon. 20 Minuten am Tag investiert sie in ihr Ehrenamt als Kassenwartin im lokalen Kleingartenverein, 40 Minuten in soziale Kontakte und gut eine Stunde in Sport und Hobbys. Deutschland mag sich für das Land des Fußballs halten, aber bei den beliebtesten Sportarten steht der nur auf Platz 10. Sandra fährt gern Rad, geht zum Zumba (für die Figur) und manchmal auch schwimmen. Ihr mit Abstand schönster Zeitvertreib aber ist der Fernseher. Während die jungen Leute Social Media machen, schaut Sandra vor allem ARD und ZDF – der Fernseher läuft bei ihr dreieinhalb Stunden am Tag. Kunst und Musik fallen da natürlich mit durchschnittlich drei Minuten täglich eher knapp aus. Pünktlich um 22.30 Uhr geht es ins Bett: Achteinhalb Stunden Schlaf müssen schon sein.