Logo Goethe-Institut

Max Mueller Bhavan | Indien Kolkata

|

18:30 Uhr

Abar Jodi Ichha Koro (If You Dare Desire)

Filmvorführung und Gespräch|Ein Film von Debalina Majumder, 2016 / 52 Minuten

Abar Jodi Ichha Koro (If You Dare Desire) © Samata Biswas / Bombay Duck

Empowerment - logo © Goethe-Institut / Max Mueller Bhavan Mumbai

If You Dare Desire (2017) ist eine widerständige „Was-wäre-wenn“-Fortsetzung zu Debalinas früherem Dokumentarfilm And the Unclaimed. Während der erste Film den realen Suizid von Swapna und Sucheta im bengalischen Nandigram dokumentierte, stellt dieser Spielfilm ihr Schicksal neu vor. Er entwirft eine Welt, in der die beiden Frauen überleben und nach Kolkata fliehen, um dort gemeinsam ein Leben aufzubauen.

Debalina untersucht die Härten des Überlebens in der Großstadt und das anhaltende Gewicht sozialer Isolation. Der Film ist ein kraftvoller Versuch, Handlungsmacht zurückzugewinnen und eine Geschichte der Opferrolle in eine Erzählung queerer Widerstandskraft und Hoffnung zu verwandeln.

Der Film wurde von Sappho for Equality produziert.

Die Vorführung wird gefolgt von einem Gespräch zwischen der Regisseurin und Assistant Professor Nasima Islam.

  • Debalina Majumder

    Debalina Majumder, Berlinale Talent sowie Global Media Maker Fellow, ist eine indische Filmemacherin, Kamerafrau, Standfotografin und Medienproduzentin. Ihre Arbeiten, die sich von LGBTQIA+-Themen über Migration und Klimagerechtigkeit bis hin zu Staatsbürgerschaft erstrecken, wurden auf renommierten internationalen Festivals, in Klassenzimmern weltweit sowie in Community-Räumen gezeigt. Zu Debalinas richtungsweisender Filmografie gehören Joy Run, der auf der 55. Berlinale präsentiert wurde, sowie A Stranger in a Bioscope, der in Berlin als „Movie of the Week“ gedreht wurde. Auch ihre Fernsehprojekte sind wegweisend: Die von ihr inszenierten Episoden der Reality-Show Satyer Arale gelten als die ersten in einer indischen Sprache, die sich mit gleichgeschlechtlichen Beziehungen beschäftigen. Ihre beiden verwandten Filme – der Dokumentarfilm …and the unclaimed (2013) und die fiktionale Neuerzählung If You Dare Desire (2014) – thematisierten eindringlich lesbische Suizide im ländlichen Bengal, noch vor der Entkriminalisierung von Homosexualität in Indien. Ihr Dokumentarfilm Gay India Matrimony (2020) ist bis heute ihr populärstes und zugleich umstrittenstes Werk und bietet eine augenzwinkernde Kritik an Ehe und homonormativen Zukunftsmodellen.

  • Nasima Islam

    Nasima Islam ist Assistant Professor am Acharya Girish Chandra Bose College der Universität Kalkutta, Indien. Ihren M.Phil. absolvierte sie am Centre for Studies in Social Sciences, Calcutta (CSSSC) zum Thema der Lebenswelt ländlicher muslimischer Frauen in Murshidabad. Derzeit promoviert sie am CSSSC zur sogenannten Miya Muslim-Frage in Assam. Sie ist Co-Herausgeberin des Bandes Religion in South Asian Anglophone Literature, der 2022 bei Routledge erschienen ist. Zu ihren Forschungsinteressen gehören Zensurforschung, Minority Studies, Subaltern Studies sowie die Schnittstellen von Geschlecht, Sexualität und anderen Formen von Marginalisierung. Ihre jüngste Leidenschaft ist ihr YouTube-Kanal The F Word: Feminism with Nasima, auf dem sie verschiedene feministische Debatten einem breiteren Publikum zugänglich machen und eine feministische Perspektive engagiert vermitteln möchte.