Eröffnung
ÜBER METROPOLIS
Fritz Lang | Deutschland | 1927 | 153 Min. | Stummfilm | Deutsch
Für diesen besonderen Anlass wurde eines der weltweit einflussreichsten Werke der deutschen Filmgeschichte ausgewählt: METROPOLIS von Fritz Lang.
Der Film, der erstmals 1926 gezeigt wurde und als grundlegendes Werk des deutschen Expressionismus sowie der filmischen Science-Fiction gilt, übt bis heute großen Einfluss auf die zeitgenössische Bildkultur aus, vom Film und der Architektur über Musik, Design und Literatur. Seine Darstellungen vertikaler Städte, monumentaler Maschinen und tief gespaltenen Gesellschaften dienen weiterhin als Referenz für Vorstellungen der Zukunft und für die Auseinandersetzung mit den Spannungsverhältnissen zwischen Technologie, Macht und Menschlichkeit.
Der Film gehört zum Bestand der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung mit Sitz in Wiesbaden, mit der das Festival zusammenarbeitet, um eine restaurierte Fassung des Films zu präsentieren. Die Restaurierung wurde von der Stiftung selbst gemeinsam mit der Deutschen Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen in Zusammenarbeit mit dem Museo del Cine Pablo C. Ducrós Hicken durchgeführt.
Die Wahl von METROPOLIS erhält zudem eine besondere symbolische Bedeutung, da sie mit dem Jahr 2026 zusammenfällt, jenem Jahr, in dem nach verbreiteter Auffassung die von Lang vor einem Jahrhundert entworfene Geschichte spielt. Dieses Zusammentreffen einer hundert Jahre alten Zukunftsvision mit unserer Gegenwart lädt dazu ein, darüber nachzudenken, welche Vorhersagen eingetroffen sind, welche weiterhin relevant bleiben und welche alternativen Zukünfte wir aus Kultur und kritischem Denken heraus entwerfen können. Zugleich eröffnet es die Frage, wie technologische Entwicklungen unsere Gesellschaften verändert haben und wie sie im Dienst des Gemeinwohls, der Kreativität und der menschlichen Entwicklung eingesetzt werden können.
WENN KINO UND MUSIK DIE ZUKUNFT IMAGINIEREN
Die Vorführung wird von einer eigens für diesen Anlass komponierten Originalmusik begleitet, die aus einer Zusammenarbeit zwischen dem mexikanischen Ensemble 2Contrabajos und der Sängerin und Komponistin Denise Gutiérrez hervorgegangen ist.
Diese Zusammenarbeit versteht sich nicht als bloße Begleitung des Films, sondern als eine Neuinterpretation aus heutiger Perspektive durch eine eigens geschaffene Komposition, die mit den Bildern und den Zukunftsfragen des Films in Dialog tritt. Das Ergebnis ist ein einzigartiges und einmaliges audiovisuelles Erlebnis, das deutsches Filmerbe mit zeitgenössischer mexikanischer Musik verbindet.
Die Eröffnung des 25. Deutschen Filmfestivals schafft eine Begegnung von Vergangenheit und Zukunft, von Deutschland und Mexiko, von Film und Musik und feiert die Kraft der Kunst, neue gemeinsame Horizonte zu entwerfen. Als Ausgangspunkt des Festivalthemas WIDERSTÄNDIGE ZUKÜNFTE lädt die Veranstaltung dazu ein, die Zukunft nicht als unvermeidliches Schicksal zu begreifen, sondern als offenen Raum für Vorstellungskraft, Kreativität und gesellschaftliche Transformation.
Über die Musiker
Denise Gutiérrez, eine der prägendsten Stimmen der alternativen Musikszene Mexikos sowie Sängerin von Hello Seahorse! und MexFutura, bereichert dieses Projekt mit ihrer über achtzehnjährigen künstlerischen Laufbahn und ihren Kooperationen mit Künstler:innen wie Natalia Lafourcade, Ely Guerra und Zoé. Ihre Mitwirkung verleiht dem Film eine zusätzliche vokale und performative Dimension, erweitert dessen klangliches Universum und schlägt zugleich eine Brücke zur zeitgenössischen Musikproduktion in Mexiko.
Wir sehen uns im Kino!
Große Eröffnung: 24. September 2026 im Teatro de la Ciudad Esperanza Iris.