48 Stunden Nowosibirsk

Nowosibirsk | Festival für zeitgenössische Kunst

  • Preis Eintritt frei

48hNSK © Eugene Fotohudinow

48hNSK steht für „48 Stunden Nowosibirsk“: Vom 13. bis 15. September 2019 werden verschiedene Orte im Zentrum von Nowosibirsk für 48 Stunden zum Schauplatz eines dezentralen und partizipativen Festivals zeitgenössischer Kunst. Dahinter steht die Idee,die zeitgenössische Kunstszene Sibiriens zu stärken, indem ihr eine öffentlich sichtbare und international vernetzte Plattform geboten wird. 48hNSK ist eine Initiative des Goethe-Instituts und des Städtischen Zentrums für Bildende Kunst ZK19 in Nowosibirsk in Zusammenarbeit mit dem Berliner Festival „48 Stunden Neukölln“.

„48 Stunden Nowosibirsk“ ist konzeptuell an „48 Stunden Neukölln“ (48hNK) angelehnt. Seit 20 Jahren verwandelt sich der Berliner Stadtteil Neukölln im Juni für zwei Tage in ein großes künstlerisches Experimentierfeld: Neben etablierten, professionellen Kunstorten werden ungewöhnliche und abseitige Orte, vor allem aber der öffentliche Raum, für künstlerische Arbeiten, partizipative Formate und diskursive Veranstaltungen erschlossen. 48hNK hat sich mit ca. 75.000 Besuchern als Berlins größtes Festival der freien Kunstszene etabliert und entscheidend zur Entwicklung Neuköllns von einem randständigen Problembezirk zu einem Hotspot der internationalen Kunstszene beigetragen.
 
Das Festival in Nowosibirsk ist breit und offen angelegt: Alle zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstler aus Sibirien sowie zentral gelegene Orte zeitgenössischer Kunst aus Nowosibirsk konntensich online im Rahmen eines Open Calls zur Teilnahme bewerben.
 
Die Besonderheit von „48 Stunden Nowosibirsk“ ist die Kombination aus kuratierten und unabhängigen Formaten.Das Thema der ersten Festivalausgabe lautet „Новое настоящее“ („Neue Präsenz“ oder auch „Neue Wirklichkeit“). Es verweist auf die 1920er-Jahre, als in Sibirien eine heute kaum noch bekannte Avantgarde-Zeitschrift mit dem Titel „Настоящее“ herausgegeben wurde – eines der frühesten Zeugnisse modernistischer Kunst und Kultur in Sibirien. Auf der anderen Seite lädt das Thema aber auch dazu ein, zu hinterfragen, was zeitgenössische Kunst heute ist und welche Relevanz sie als Reflexionsmedium gesellschaftlicher Verhältnisse noch haben kann.
 
Neben einer Vielzahl junger zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler aus ganz Sibirien, darunter Mayana Nasybullowa, Ewgenij Gawrilow, Konstantin Skotnikow und Slawa Misin, werden ebenfalls Künstlerinnen und Künstler aus Neukölln vor Ort sein, darunter die Konzeptkünstlerin Nadia Kaabi-Linke, der Lichtkünstler Ulrich Vogl, die partizipativ arbeitende Künstlerin Barbara Caveng, die Medienkünstlerin Claudia von Funcke oder die Performancekünstlerin Mirjam Gurtner. 

Die Hauptausstellung im Kunstzentrum ZK19 mit dem Titel „The Event of Presence/Событие присутствия“ wird von Pjotr Zherebtsov (Nowosibirsk) und Dr. Martin Steffens (Berlin) kuratiert und vereint künstlerische Positionen aus den Bereichen Installation, Performance und Medienkunst. Daneben erstrecken sich über zehn selbstständig kuratierte Ausstellungen lokaler Künstlerinnen und Künstler an verschiedenen öffentlichen Orten der Stadt. Im Zentralmarkt finden beispielsweise Performances der Künstler Philipp Krikunow und Erog Saizwe statt, subkulturelle Bars beteiligen sich als musikalische Venues. Nadia Kaabi-Linke bespielt ein altes sowjetisches Kino mit Klanginstallationen und zusammen mit sibirischen Performerinnen und Performern nutzt Barbara Caveng den urbanen Raum für die künstlerische Intervention mit dem Titel „Schwarzer Himmel“. Dort thematisieren sie die akuten Waldbrände weltweit.
 
Das ausführliche Programm des Festivals
 
2020 findet der Gegenbesuch der sibirischen Künstlerinnen und Künstler in Neukölln statt, die ihre Arbeiten auf dem Festival „48 Stunden Neukölln“ präsentieren.
 
Das Festival wird mit Mitteln der Östlichen Partnerschaft realisiert, einem Programm des Auswärtigen Amts der Bundesrepublik Deutschland, das der Förderung zivilgesellschaftlicher Beziehungen zwischen Deutschland und osteuropäischen Ländern dient.