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19:00 Uhr, MSK

Frauen des Expressionismus

Vortrag, Gespräch|Gabriele Münter und Marianne Werefkin

Anlässlich des 150. Geburtstags von Paula Modersohn-Becker wird die Onine-Vortragsreihe „Ich bin Künstlerin“ mit einem Abend fortgesetzt, der zwei herausragenden Vertreterinnen des Expressionismus gewidmet ist: Gabriele Münter und Marianne Werefkin.

Gabriele Münter – Eine eigenständige Stimme des Expressionismus

Lange Zeit wurde Gabriele Münters Beitrag zur Künstlergruppe „Der Blaue Reiter“ unterschätzt – obwohl sie maßgeblich zur Entwicklung der expressionistischen Bildsprache beigetragen hat. Die Kulturwissenschaftlerin Dr. Valeria Kosyakova analysiert Münters Umgang mit Farbe, Landschaft und Interieur und zeigt, wie ihre vermeintlich „häuslichen“ Motive als radikale künstlerische Position gelesen werden können. Zudem wird beleuchtet, wie geschlechtsspezifische Hierarchien die Wahrnehmung ihres Werkes geprägt haben.

Marianne Werefkin – Avantgarde zwischen Hingabe und Selbstbehauptung

Die Biografie von Marianne Werefkin steht exemplarisch dafür, wie weibliche Beiträge in der Kunstgeschichte marginalisiert wurden. Werefkin stellte ihre eigene Karriere zunächst zugunsten ihres Ehemannes und Malers Alexej Jawlensky zurück, fand jedoch später zu einem kraftvollen, neuen Stil zur Malerei zurück.

Ihr Leben und Schaffen werfen Fragen nach künstlerischer Strategie, persönlichem Verzicht und weiblicher Führungsrolle innerhalb der avantgardistischen Bewegung auf. Durch ihre Geschichte zeigt sich die Avantgarde nicht als romantischer Mythos, sondern als ein Gefüge vielschichtiger menschlicher Beziehungen und Machtstrukturen.

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Dr. Valeria Kosyakova ist Kulturwissenschaftlerin, Dozentin an der RGGU und Expertin auf dem Gebiet der visuellen Forschung. Sie ist Co-Autorin mehrerer Publikationen, darunter „Neueste Kunst. Auf der anderen Seite der Moderne“ und „Aktuelle Kunst: Moderne“.