Ich lerne Deutsch, weil mich die deutsche Sprache schon längst begeistert, besonders wegen der selbstverständlichen Verbindung zu Deutschland, einem Land, in dessen typischen Eigenschaften und kulturellen Besonderheiten ich mich oft wiederfinde. Darüber hinaus finde ich Mehrsprachigkeit nützlich, weil jede neue Fremdsprache künftig beruflich vorteilhaft ist. Viele deutschsprachige Länder liegen in unmittelbarer Nähe zur Slowakei, und deshalb eröffnet mir die deutsche Sprache allerlei Möglichkeiten in diesen Ländern, wie zum Beispiel das Studium an einer deutschsprachigen Universität.
Welches ist Dein deutsches Lieblingswort und warum?
Mein Lieblingswort auf Deutsch ist „Grille“. Es hat ziemlich lange gedauert, bis ich mich für dieses Wort entschieden habe, weil mir immer wieder neue und gute Kandidaten eingefallen sind. Natürlich hatte ich Grillen im Kopf und war dadurch in Versuchung, so ein typisches deutsches Kompositum auszuwählen, habe dem aber zum Glück widerstanden. Das Wort „Grille“ habe ich vor einiger Zeit gelernt und meine damit nicht die kleinen Tiere, die ihre schönen Lieder singen, sondern einen komischen Einfall, eine spontane Idee oder Laune. Dieses Wort ist mir in Erinnerung geblieben, weil ich zuerst die slowakische Übersetzung gar nicht kannte und es auf Englisch übersetzen musste. Außerdem finde ich, dass solche Grillen bei mir ziemlich häufig vorkommen und spontane Aktivitäten veranlassen, die letztendlich oft gute Ideen sind. Auch im groben Kontext unserer Welt spielen Grillen eine führende Rolle, zumindest scheint es so, wenn ich in den Nachrichten die Schlagzeilen über aktuelle Geschehnisse lese.
In meiner Muttersprache ist mein Lieblingswort „cencúľ“. Es bedeutet auf Deutsch „(Eis)Zapfen“, und ich mag es am liebsten, weil es extrem typisch slowakisch klingt. Wenn man Wörter in Schubladen stecken würde, würde dieses Wort direkt in die slowakische Schublade passen und zu dieser Zuordnung gäbe es keine weiteren Fragen. Mir gefällt es genau aus diesem Grund. In der Slowakei haben wir auch viele Höhlen, manche davon Eishöhlen, wo man Eiszapfen aber auch andere zapfenförmige Gebilde finden kann. Besonders ist es auch, dass sich dieses Wort von der tschechischen Version deutlich unterscheidet, was bei slowakischen Wörtern oft nicht der Fall ist.
Welche Fremdsprache/n lernst du außer Deutsch noch und warum?
Außer Deutsch lerne (spreche) ich noch Englisch, weil es heutzutage eine Grundvoraussetzung für ein „normales“ Leben auf diesem Planeten ist. Ohne Englisch wäre man vielerorts total verloren, weil es die dominierende lingua franca geworden ist. Es erscheint auch unwahrscheinlich, dass sich dies bald ändert, und deshalb ist Englisch ein Muss. Mit Deutsch kann man leider nicht einfach irgendwo in der Fremde auftauchen und erwarten, dass alle voller Verständnis reagieren.
Was möchtest Du von der IDO in Mannheim zurück in deine Heimat mitnehmen?
Von der IDO möchte ich alles, was mir der Aufenthalt in Mannheim gibt, zurück in die Slowakei mitnehmen. Ob Erfahrungen, Wissen, Freundschaften oder Perspektiven, alles hat seinen Sinn. Ich bin sehr neugierig, weil ich, natürlich, nicht weiß, was mich erwartet, bin aber gespannt und für alle neuen Erlebnisse offen. Mal sehen, was wird.
„ZusammenWachsen“ ist das neue Motto der IDO 2026. Es ist ein Wortspiel und kann zwei Dinge bedeuten: zusammenfinden und zusammen neue Wege gehen. Welche Bedeutung verbindest Du damit?
ZusammenWachsen bedeutet für mich hauptsächlich „zusammen neue Wege gehen“, obwohl „zusammenfinden“ auch den Kern des Mottos trifft. Aus meiner Sicht bedeutet ZusammenWachsen durch Kooperation weiter voranzurücken, beziehungsweise Neues zu erzielen, Altes zu verbessern und als Gemeinschaft durch Entwicklung zu wachsen. Als Menschen können wir aber auch durch das Zusammenfinden wachsen, neue Kontakte knüpfen und neue Beziehungen fördern, wobei wir uns bei diesem Wachstum gegenseitig unterstützen. Dabei entdecken wir neue Stärken, Zukunftspotenziale und uns selbst aus einer neuen Perspektive. Dieses Wachstum muss überhaupt nicht in einem rein persönlichen Sinn wahrgenommen werden, sondern kann auch durch den Austausch von Wissen, Erfahrungen oder Kultur stattfinden, bei dem man sich den Erwerb von all dem bereits Erwähnten zunutze macht, um zu wachsen.
Was können wir für unsere gemeinsame Zukunft tun?
Es gibt Vieles, was wir für unsere gemeinsame Zukunft tun könnten. Dabei fällt es einem ganz leicht, alle möglichen Zukunftspläne vorzuschlagen, doch bei der Umsetzung folgt oft Stagnation. In einer idealen Welt würden wir uns alle tolerieren, ZusammenWachsen, wie oben schon erwähnt, und konstruktive statt destruktive Kritik an den anderen üben. Es gäbe viel mehr Friedensstifter statt derjenigen, die immer wieder Konflikte anzetteln und nur aus eigener Willkür agieren. Vieles davon bleibt für uns fast unberührbar, trotzdem können wir uns auf eine bessere Zukunft einstellen und unser Bestes geben, um diese Zukunft zu erreichen. Wir müssen kooperieren, andere nicht in Schubladen stecken (nur bei Wörtern passt das) und außerdem nur hoffen.
Die Antworten wurden authentisch übernommen.
Begleitlehrkraft
Ich heiße Lenka Dzugasová, bin 50 Jahre alt und komme aus der Slowakei.
Welches ist Dein deutsches Lieblingswort und warum?
Mein Lieblingswort auf Deutsch ist „Lächeln“, weil es uns nicht viel kostet und macht das Leben schöner.
In meiner Muttersprache ist mein Lieblingswort „Ideme“. Es bedeutet auf Deutsch „Los geht's.“, und ich mag es am liebsten, weil es bedeutet, dass wir nicht passiv sind, sondern aktiv, ob es sich um die Ausflüge, Spaziergänge oder Treffen handelt.
Welche Fremdsprache/n lernst du außer Deutsch noch und warum?
In der Schule habe ich zuerst Russisch, dann Englisch und Deutsch gelernt, später an der Uni kam dazu Italienisch. Zuerst war es Pflicht, dann Freude an Sprachen. Ich spreche auch fließend Tschechisch, es ist meine zweite Muttersprache.
Was möchtest Du von der IDO in Mannheim zurück in deine Heimat mitnehmen?
Neue Freundschaften und Zusammenarbeit, inspirierende Anregungen für meinen Deutschunterricht.
„ZusammenWachsen“ ist das neue Motto der IDO 2026. Es ist ein Wortspiel und kann zwei Dinge bedeuten: zusammenfinden und zusammen neue Wege gehen. Welche Bedeutung verbindest Du damit?
ZusammenWachsen bedeutet für mich, dass sprachliche Elemente, kulturelle Erfahrungen und persönliche Lernprozesse zu einem integrierten Verständnis und natürlicher Anwendung der deutschen Sprache verschmelzen.
Was können wir für unsere gemeinsame Zukunft tun?
Sprache ist nicht nur Kommunikation, sondern auch ein Werkzeug für Bildung, Empathie und Zusammenarbeit. Wir sollten Mehrsprachigkeit unterstützen, die Fremdsprachen inklusiv, praxisnah und global reflektiert vermitteln.