Praktikumsende

Vom ausgelassenen Vappu-Fest in Helsinki bis zum emotionalen Abschied nach acht unvergesslichen Wochen: In den letzten beiden Blogbeiträgen berichte ich von einem der größten finnischen Feiertage, den letzten Erlebnissen in der Schule und meinen abschließenden Reisen durch die beeindruckende Natur Finnlands.

Woche 7: Vappu & Besuch aus Deutschland

Der erste Mai ist in Finnland einer der größten Feiertage. Das sogenannte „Vappu"-Fest wird nicht nur als Tag der Arbeiter gefeiert, sondern auch als Tag der Studierenden und des Frühlings. In der Schule verkleideten sich die Lehrkräfte und Schüler*innen am 30.04. ähnlich wie bei uns an Fasching und es gab Tanz- und Gesangsaufführungen in der Turnhalle.

Helsinki erwacht dann ebenfalls schon am Vorabend aus dem Winterschlaf, wenn der Statue Havis Amanda (Verkörperung Helsinkis & Tochter der Ostsee) die Studentenmütze aufgesetzt wird. Diese weiße Kappe bekommt jede finnische Schülerin und jeder finnische Schüler zum bestandenen Abitur. Für mich war es sehr besonders, in die riesige Menschenmenge einzutauchen und diese feierliche Zeremonie (von der es sogar einen Livestream gibt) mitzuerleben. Am ersten Mai verwandelte sich Helsinki dann in ein Meer der weißen Studentenmützen, das Wetter war auch endlich frühlingshaft und unzählige Finnen machten Picknick im Park „Kaivopuisto“. Dabei wird traditionell sogar mehr Sekt getrunken als an Silvester.
Kaivopuisto

Kaivopuisto | © Maria Schröther

Mein Bruder, der mich an diesem verlängerten Wochenende besuchte, war etwas überrascht von den Menschenmengen und der belebten Stadt, weil ich bisher immer von einem sehr ruhigen Helsinki erzählt hatte. Während an diesem Wochenende hier also Ausnahmezustand herrschte, zeigte ich ihm die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und wir probierten die typischen finnischen Mai-Spezialitäten Tippaleipä (frittiertes Spritzgebäck), Munkki (finnischer Donut) und Sima (leicht fermentierte Zitronenlimonade). Alles war sehr lecker!




 

Woche 8: Abschied – Heipa Suomi!

Nach acht sehr lehrreichen Wochen ging nun also mein Schulpraktikum in Finnland zu Ende. Ich fühlte mich im Kollegium sehr wohl und konnte interessante Einblicke in den finnischen Schulalltag gewinnen. Dabei war manches anders, als ich es erwartet hatte: So wurde zum Beispiel weniger digital gearbeitet und mehr Frontalunterricht eingesetzt als gedacht. Gleichzeitig lernte ich aber auch viele tolle Sprachspiele kennen. Ich durfte mich mit dem Osterprojekt und ein paar weiteren eigenen Stunden selbst ausprobieren und konnte viel für meinen zukünftigen Lehrerberuf lernen. Die Zeit in der Schule verging viel zu schnell und der Abschied fiel mir schwer.

Mein letztes Wochenende in Finnland nutzte ich bei schönstem Wetter noch einmal, um mich von Helsinki und der finnischen Natur zu verabschieden. Meinen Aufenthalt beendete ich mit einem letzten Spaziergang durch Helsinki, einem letzten Blick auf den Dom und einer letzten Wanderung durch den Nuuksio-Nationalpark. Diese endete am Rentierpark, der bereits zu Beginn meiner Reise ein Highlight gewesen war. Dort gab es ein kleines Rentierkalb, das gerade einmal sechs Tage alt und natürlich zuckersüß war. Die übrigen Rentiere hatten ihr Geweih mittlerweile abgeworfen und bildeten schon ein neues nach (das übrigens ca. 2,5 cm pro Tag wächst). Der Abschluss dieses riesigen Abenteuers war einfach perfekt, was den Abschied natürlich noch schwieriger machte. Nach insgesamt 266 Erkundungskilometern zu Fuß auf 27 Touren und unglaublich vielen, traumhaft schönen Erlebnissen, die ich in 10.593 Fotos und 291 Seiten Tagebuch festgehalten habe, ging es am Montag, den 11.05., mit 4.401,98 € weniger auf dem Konto wieder in die Heimat zurück. Es war jeden Cent wert und ich habe die wahnsinnig prägende Zeit sehr genossen!

Vielen herzlichen Dank an SCHULWÄRTS!, das mir diesen Traum ermöglicht hat! 

Autorin

Maria ist angehende Grundschullehrerin (Unterrichtsfach Geographie & Didaktikfächer Deutsch, Mathematik, Kunst) und war vom 11.03. bis 11.05.2026 in Espoo.