Zentrale Auslands- und Fachvermittlung

Experteninterview mit Marion Rang, Pressesprecherin der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit.


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Marion Rang: Die ZAV gehört zur Bundesagentur für Arbeit und die ist der größte Dienstleister am deutschen Arbeitsmarkt. Wir sind die wichtigste offizielle Anlaufstelle für Einwanderungsinteressierte, wenn es um Information und Beratung zu den Themen Arbeit, Ausbildung und Studium in Deutschland geht.

Die ZAV, also die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung, versteht sich als Lotsen auf dem deutschen Arbeitsmarkt. So Marion Rang, eine der Pressesprecherinnen der ZAV. Daher arbeitet die ZAV auch mit dem EURES-Netzwerk zusammen.

Marion Rang: Das ist der Zusammenschluss der Arbeitsverwaltungen der EU und die EURES-Berater, die es in jedem EU-Land gibt, sind die ersten Ansprechpartner für EU-Bürger, die nach Deutschland wollen.

Die ZAV hat aber auch Kooperationspartner außerhalb der EU. Egal aus welchem Land man kommt, welchen Beruf man erlernt hat oder wie alt man ist, die ZAV berät alle.

Marion Rang: Zum Beispiel in welchen Regionen Deutschlands es besonders viele Stellen im jeweiligen Beruf gibt, das ist nämlich unterschiedlich innerhalb Deutschlands und zwischen den Bundesländern, er oder sie kann erfahren, welche Rolle Sprachkenntnisse in den verschiedenen Berufen spielen, wie man die Familie am besten mitnehmen kann, wie ein deutscher Arbeitsvertrag aussieht, wie das deutsche Sozialversicherungssystem aufgebaut ist und vieles mehr in dieser Richtung, was das Thema Leben und Arbeiten in Deutschland angeht.

Die ZAV vermittelt in alle Berufe, für die es in Deutschland zu wenig Arbeitskräfte gibt. Das sind momentan v.a. Berufe in den Bereichen Gesundheit und Technik.

Marion Rang: Besonders gute Chancen auf dem deutschen Arbeitsmarkt haben natürlich Arbeitnehmer, die bereits zu einem gewissen Grad Deutsch sprechen und hoch qualifizierte Fachkräfte wie z.B. Ärzte oder Ingenieure oder Pflegekräfte.

Es fehlen in Deutschland aber auch Fachkräfte in den so genannten Ausbildungsberufen. Junge Leute aus dem Ausland können deshalb über die ZAV an einem speziellen Förderprogramm teilnehmen.

Marion Rang: Seit zwei Jahren führt die ZAV das Programm „the job of my life“ durch. Das ist ein Programm der Bundesregierung, das viele inzwischen auch unter dem Namen Mobipro Eu kennen. Über dieses Programm können Jugendliche zwischen 18 und 27 Jahren nach Deutschland kommen und hier einen Ausbildungsberuf erlernen. Wie das dann genau abläuft, kann man sich unter www.thejobofmylife.de anschauen.

Wer nicht der EU oder dem europäischen Wirtschaftsraum angehört, benötigt einen so genannten Aufenthaltstitel, um in Deutschland arbeiten zu können, also ein Visum oder eine Aufenthaltserlaubnis. Auch hier spielt die ZAV eine wichtige Rolle.

Marion Rang: Wenn ein Arbeitnehmer aus einem Nicht-EU-Land eine Arbeit in Deutschland aufnehmen will, muss für seine Beschäftigung grundsätzlich immer die Bundesagentur für Arbeit zustimmen. Das heißt die Bundesagentur prüft zum Beispiel, ob alle rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind, ob ein konkretes Stellenangebot vorliegt oder ob die Arbeitsbedingungen dieser Stelle für den ausländischen Arbeitnehmer genau so gut sind wie für einen deutschen Arbeitnehmer.

Wer in Deutschland einwandern möchte, um hier zu arbeiten, der kommt an der ZAV also nicht vorbei. Diese Behörde bemüht sich, Einwanderern den Start in Deutschland so angenehm wie möglich zu machen.

Marion Rang: Wir wollen durch unser Beratungsangebot und unsere Lotsenfunktion für ausländische Arbeitnehmer dazu beitragen, dass sich ausländische Arbeitskräfte in Deutschland schnell zurechtfinden und sich willkommen fühlen und eben nicht nur als Arbeitskräfte, sondern auch als Mitbürger willkommen fühlen.