Interkulturelle Trainings Erleben, wie andere denken

30 Führungskräfte von Mercedes-Benz aus Indien, Vietnam, Indonesien und Deutschland traten am vergangenen Freitag ihre interkulturelle Reise an.
30 Führungskräfte von Mercedes-Benz aus Indien, Vietnam, Indonesien und Deutschland traten am vergangenen Freitag ihre interkulturelle Reise an. | Foto: Goethe-Institut, Andrea Cnyrim

Mit interkultureller Kompetenz zum Erfolg: Das Goethe-Institut erweitert sein Angebot und bietet interkulturelle Trainings für Führungskräfte an. Ende Februar fand ein wegweisendes Training mit 30 Führungskräften von Mercedes-Benz in der Nähe von Mumbai statt.

Ankunft in Nashik, Freitag, 23. Februar 2018, gegen 12:30 Uhr zum interkulturellen Training für 30 Mercedes-Benz-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Indien, Indonesien und Vietnam, darunter auch zwei Deutsche, die die Standorte in Indonesien und Vietnam leiten. Die Teilnehmenden treffen im Konferenzraum ein, der von der Trainerin gewissenhaft vorbereitet ist. Das Hotel, in dem das vierstündige interkulturelle Training stattfinden soll, gehört zu den beliebtesten in der Region.
 
Nach der Mittagspause geht das Training für die Daimler-Führungskräfte los: Sie alle kennen interkulturelle Kommunikation aus ihrer täglichen Praxis. In vier Stunden sollen sie Denk- und Lernanstöße für ihr berufliches Handeln bekommen.

Gelungene Kommunikation ist der Schlüssel zum Erfolg. Gelungene Kommunikation ist der Schlüssel zum Erfolg. | Foto: Andrea Cnyrim

Die Tiefenstruktur der Kulturen

„Wir wünschen uns etwas Neues“, hören wir von Wahju Dewo aus Indonesien. „Ich bin aus tiefster Seele Schwabe“, sagt Günter Häfele, „und meine Mitarbeiter sind alle Indonesier, noch dazu mit unterschiedlichen Glaubensrichtungen.“
 
Dann beginnt das maßgeschneiderte Training unter der Leitung von Vaishali Karmarkar vom Goethe-Institut Mumbai, eine interkulturelle Reise, die bei den Namen der Teilnehmenden beginnt, in kürzester Zeit ihre eigenen Erzählungen von kulturellem Staunen und Befremden einbezieht, sie Aufgaben lösen lässt, dann die Lernergebnisse zusammenfasst und Fallbeispiele zur Diskussion stellt. Zwischendurch werden Folien gezeigt, die Einblicke in die Tiefenstruktur der Kulturen erlauben, ihre Ursprünge und Narrative erlebbar machen.

Erleben, wie andere denken

Für Piyush Arora, den Regionalleiter Süd-Asien, waren vor allem die Einblicke in die kulturbedingten Präferenzen für unterschiedliche Führungsstile wichtig. Er freut sich, dass alle Teilnehmenden so aktiv mitgemacht haben.

Für effektive Teamarbeit ist der Umgang der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter untereinander entscheidend. Für effektive Teamarbeit ist der Umgang der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter untereinander entscheidend. | Foto: Andrea Cnyrim „Das Thema Interkulturalität war ziemlich neu für uns“, geben Ha Quoc und Doan Nguyen Thi Ngoc aus Vietnam zu, „aber wir verstehen jetzt, wie wichtig es ist, dass wir uns interkulturellen Fragen in der Zukunft mehr annehmen.“

„Mir haben besonders die Fallbeispiele gut gefallen. Für mich ist es am wichtigsten, die Komplexität zu verringern, wenn ich mit meinen indonesischen Mitarbeitern zusammenarbeite", sagt Günter Häfele nach dem Workshop. „Manchmal ist Kommunikation über die Grenzen von Kulturen hinweg auch ein bisschen wie flirten: Man muss sich gut verkaufen, um den anderen zu erreichen und sich einzulassen.“
 
Kuldeep Vij aus Indien fügt hinzu: „Ich fand das interaktive Format toll. Die Lernergebnisse sind viel nachhaltiger, wenn sie mit Situationen verbunden werden. Dabei gab es auch keine Schwarz-Weiß-Logik. Hier konnten wir sehen, wie andere denken, was ihnen wichtig ist, wie wir sie unterstützen können und wie wir ihr Vertrauen gewinnen.“