Internationaler Koproduktionsfonds
des Goethe-Instituts

Fin de Mission / Stefan Glagla Foto: Stefan Glagla

Internationale Koproduktionen stehen beispielhaft für die partnerschaftliche und dialogische Zusammenarbeit. Das Goethe-Institut will mit dem seit Sommer 2016 aufgelegten Koproduktionsfonds neue kollaborative Arbeitsprozesse und innovative Produktionen im internationalen Kulturaustausch anregen, um die Entstehung neuer Netzwerke und Arbeitsformen in globalen Zusammenhängen zu unterstützen und um neue Wege der interkulturellen Zusammenarbeit zu erproben.

Gefördert werden Koproduktionen von Künstlerinnen und Künstlern in den Bereichen Theater, Tanz, Musik und Performance. Hybride und interdisziplinäre Formate und die Verwendung digitaler Medien können dabei tragende Komponenten darstellen. Der Fonds richtet sich an professionell arbeitende Künstlerinnen und Künstler bzw. Ensembles im Ausland und in Deutschland, die nachweislich nicht über ausreichende Eigenmittel verfügen, um ihr Vorhaben einer Koproduktion zu verwirklichen.
 
Mit dem Internationalen Koproduktionsfonds möchte das Goethe Institut den uneingeschränkten internationalen und interkulturellen Künstleraustausch und dessen Reflexion unterstützen. Die Ermöglichung eines derartigen Austauschs und die damit einhergehende Vernetzung unter den Akteuren sind dabei ebenso wichtig wie die entstehenden Produktionen.
 
Aus der gemeinsamen Bewerbung, die vom ausländischen Partner vorgelegt wird (Lebens- und Arbeitsmittelpunkt im Ausland), muss klar hervorgehen, dass bereits gute Arbeitskontakte zwischen den Partnern bestehen und ein echtes beidseitiges Interesse an der gemeinsamen, dialogorientierten Produktion vorliegt. Für die Antrags- und Projektentwicklung empfiehlt die Zentrale des Goethe-Instituts mit den örtlichen Goethe-Instituten in Kontakt zu treten.
 
Der Internationale Koproduktionsfonds fördert Vorhaben, die eine hohe künstlerische Qualität erwarten lassen und eine öffentliche Wirkung haben. Das Arbeitsergebnis soll in mindestens einem Land, idealerweise aber im Ausland und in Deutschland in einem professionellen Umfeld präsentiert werden. Eine Bewerbung beinhaltet einen aussagekräftigen Finanzplan, der neben Drittmitteln auch die substantiellen Eigenleistungen aller beteiligter Projektpartner darstellt. Die beantragte Fördersumme sollte den Betrag in Höhe von 25.000 € nicht übersteigen. Der Fonds sieht vor allem die Unterstützung der Reisekosten (inkl. Unterkunfts- und Verpflegungskosten) vor.
 
Projekte zwischen deutschen und außereuropäischen Partnern, insbesondere aus Transformationsländern, werden bevorzugt. 

Unterstützung kann für Projekte im Zeitraum der Jahre 2017-2018 beantragt werden.
 
Die Projektpartner haben die Aufgabe, eine aktive, möglichst breit angelegte Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben, in der stets auf die Förderung durch den Internationalen Koproduktionsfonds des Goethe Instituts hingewiesen wird. Beide Partner sollten darauf achten, den Projektverlauf durch Fotos, Videos, Presseberichte und andere Darstellungsformen intensiv zu dokumentieren, so dass eine Präsentation des Projekts auf der Webseite des Koproduktionsfonds möglich ist.
Die Administration des internationalen Koproduktionsfonds liegt in der Abteilung Kultur des Goethe-Instituts. Die Mitarbeiter der Fachbereiche Musik und Theater/Tanz überprüfen alle eingegangenen Anträge sorgfältig sowohl auf formelle Kriterien als auch auf dessen Übereinstimmung mit den Zielen bzw. Vergabekriterien des Internationalen Koproduktionsfonds. Die akzeptierten Anträge werden nach Ablauf der Antragsfrist einem unabhängigen Expertengremium zur Entscheidung vorgelegt. Die fünfköpfige Jury besteht aus wechselnden Vertretern der Fachbeiräte des Goethe-Instituts, internationalen Experten und einem Vertreter des Goethe-Instituts im Ausland.

Antragsfristen

Für Anträge mit Projektbeginn
  • im 2017:  bis zum 30. April 2017
  • im 2018:  bis zum 30. Oktober 2017 sowie bis zum 30. April 2018

Vergabekriterien

  • Zu erwartende inhaltliche Qualität des Projekts 
  • Innovationspotential bzgl. der Inhalte und der Formen der Zusammenarbeit
  • Relevanz der beteiligten Künstlerinnen und Künstler in ihren Szenen
  • Budget mit ausgewiesenen Eigenmitteln und solidem Finanzplan
  • Ausgewogene Projektpartnerschaft, keine Dominanz eines Projektpartners 
  • Realisierung mindestens einer Aufführung in einem der beteiligten Länder, nach Möglichkeit auch in weiteren Ländern
  • Projekte zwischen deutschen und außereuropäischen Partnern, insbesondere aus Transformationsländern, werden bevorzugt
  • Potential des Projekts für relevante Beiträge zu aktuellen gesellschaftlichen Diskursen
  • Bereitschaft der Antragstellerinnen und Antragsteller an der Mitwirkung für eine Veranstaltung zum Austausch von Koproduktions-Knowhow am Ende des vereinbarten Förderzeitraums 
  • Keine Anträge auf Gastspielförderung
  • Die beantragten Projekte betreffen die darstellenden Künste (keine Film- oder reine Ausstellungsprojekte)
Der nächste Bewerbungsschluss ist der 30.04.2017. Bitte benutzen Sie das Online Bewerbungsformular unten:
Online Bewerbungsformular
Allgemeine Informationen:

Anträge für den Internationalen Koproduktionsfonds werden auf elektronischem Weg mithilfe eines Online-Formulars gestellt. Das Bewerbungsformular ist nur in Englisch verfügbar und Anträge können nur in Englisch eingereicht werden.

Das Blanko Bewerbungsformular gibt Ihnen eine Übersicht über den Aufbau des Onlineformulars.  Das Manual zum Bewerbungsformular gibt Ihnen Hinweise zu den auszufüllenden Feldern und den einzureichenden Unterlagen. Bitte lesen Sie die Erläuterungen gründlich, bevor Sie einen Antrag ausfüllen.



Weitere Informationen:

 

Kontakt

koproduktionsfonds@goethe.de

  • Wer kann den Antrag stellen bzw. wer ist der 1. Koproduzent?

Antragssteller und/oder 1. Koproduzent ist der ausländische Partner, der seinen Lebens- und Arbeitsmittelpunkt nicht in Deutschland haben darf. Er/Sie ist zentraler Ansprechpartner(in) für das Projekt, sowie Vertragspartner mit dem Goethe-Institut vor Ort und im Prinzip auch Verwalter der Fördersumme. Antragssteller kann sowohl eine private also auch eine juristische Person sein.

  • Wer ist der 2. Koproduzent? Können weitere Koproduzenten beteiligt sein?

Die Koproduktionsförderung setzt voraus, dass mindestens zwei Partner miteinander kooperieren. Sie setzt ebenfalls voraus, dass ein Koproduktionspartner aus dem Ausland (1. Koproduzent) mit einem Partner in Deutschland kooperiert. Der Partner in Deutschland ist der 2. Koproduzent im Antrag. Im Formular können bis zwei weitere Koproduzenten (insg. vier) registriert werden. Eine gemeinsame künstlerische Entwicklung des Projektes ist unabdingbar, daher werden keine reine Gastspiele, Tourneen oder Festivalbeteiligungen gefördert.

Dritte und weitere Koproduzenten sind zur Erlangung der Koproduktionsförderung nicht zwingend erforderlich, erhöhen jedoch die Chancen auf Bewilligung. Die Definition eines Koproduzenten ist bewusst weit gefasst. Entscheidend ist ein substantieller Beitrag zur Produktion.

  • Wo und wie oft sollte die Produktion gezeigt werden?

Für den Ort der Produktion, der Premiere und der weiteren Aufführungen bestehen keine Einschränkungen. Produktionen, die in mindestens zwei Ländern gezeigt werden, werden vorrangig gefördert.

  • Was wird durch den Internationalen Koproduktionsfonds nicht gefördert?

Der Koproduktionsfonds fördert keine Projekte mit kommerzieller Ausrichtung und unterstützt keine laufenden Betriebskosten. Reine Filmproduktionen und Ausstellungen ohne performativen Ansatz werden auch nicht gefördert. Der Internationale Koproduktionsfonds richtet sich an performative Künste.

Gastspiele können durch andere Fördermöglichkeiten des Goethe-Instituts gefördert werden.

  • Wie kann ich die Chancen für eine Förderung unseres Projektvorhabens erhöhen?

Vor allem durch die Einhaltung der grundlegenden Bedingungen für die Bewilligung einer Förderung: durch die aktive Zusammenarbeit zwischen den Partnern bei der Entwicklung und Realisierung des Projektes, die Gewährleistung der Kofinanzierung (Dritt- und Eigenmittel), sowie eine transparente Kostenplanung. Es ist zudem vorteilhaft, wenn das Thema zeitbezogen ist oder von gesellschaftlicher Relevanz zeugt bzw. wenn eine interdisziplinäre Arbeit stattfindet.

Unvollständige und zu spät eingegangene Projektanträge können nicht berücksichtigt werden.

Auch ein klärendes Beratungsgespräch mit dem zuständigen Goethe-Institut im Ausland noch vor der Abgabe des Projektantrags kann die Chance auf Unterstützung des Projektvorhabens erhöhen.

  • Kann mir das Goethe-Institut bei der Suche nach einem Projektpartner helfen?

Die Herstellung von Kontakten zwischen zukünftigen Projektpartnern ist nicht die Aufgabe des Fonds. Die Initiative dazu sollte von den eigentlichen Projektakteuren ausgehen. Auf der Website des Goethe-Instituts finden Sie Informationen zur deutschen Szenen sowie zu den bereits geförderten Projekten. Ein weiterer Weg, einen Projektpartner zu finden, ist in Kontakt mit den örtlichen Goethe Instituten zu treten.

  • Wie ist der Ablauf des Bewerbungsprozesses? 

Das Bewerbungsformular wird sechs Wochen vor dem jeweiligen Bewerbungsschluss in der Webseite zur Verfügung gestellt.

Die Projektanträge werden der Expertenjury auf seiner nächsten Sitzung zur Entscheidung vorgelegt. Pro Jahr finden zwei Jurysitzungen statt.

Innerhalb von 20 Tagen nach der Jurysitzung (ca. zwei Monate nach Bewerbungsschluss) werden die Ergebnisse kommuniziert. Nach Angabe der Antragsnummer (APPLICATION NUMBER) kann sich der Antragssteller auch gerne telefonisch oder per Email informieren. Diese Nummer geben Sie bitte unbedingt auch bei jeglicher schriftlicher Korrespondenz zum Projekt an.

Nächster Bewerbungsschluss

Der nächste Bewerbungsschluss für den Eingang der Anträge ist der 30.04.2017.

Geförderte Projekte

2016-2017

  • The Last Migration: 3017 ACE: Sandbox Collective (Indien), Felix Mathias Ott und TANZFABRIK (Deutschland)
     
  • May he rise and smell the fragrance: Ali Chahrour (Libanon), Montévidéo (Frankreich) und fabrik Potsdam (Deutschland)
     
  • Careborg, Berlin-Buenos Aires in virtual connection: Liliana Tasso (Argentinien) und Martin Nachbar (Deutschland)
     
  • No Man / Žádný člověk / Kein Mensch: National Theater (Tschechien) und Globale Festival (Deutschland)
     
  • Black And White Ain't No Colours: IYASA-Inkululeko Yabatsha School Of Arts (Simbabwe) und Theater Strahl (Deutschland)
     
  • The Tiger and the Lion: Royal District Theatre (Georgien) und Badisches Staatstheater Karlsruhe (Deutschland)
     
  • SEVOCO: INDIGO, South Caucasus Contemporary Dance and Experimental Art Festival in Tbilisi (Georgien) und Takako Suzuki (Deutschland)
     
  • Bazar / SuperCopy: Madrassa Collective (Palästina, Libanon, Kamerun, Ägypten, Marokko), LE 18 (Marokko), Port25 und SuperCopy / Jan-Philipp Possmann (Deutschland)
     
  • Venezuelan Sound Journey: ArchivOlares-Guillermo Lares (Venezuela), TAL / Stefan Schneider und Elizabeth Gallon Droste (Deutschland)
     
  • JITTA: Nairobi Festival of Performance and Media / Kefa Oiro (Kenia), MOUVOIR / Stephanie Thiersch und Tanzhaus NRW (Deutschland)
     

2016

  • Fin de mission / ohne Auftrag leben: OTHNI Laboratoire de Théâtre de Yaoundé / Martin Ambara (Kamerun) und kainkollektiv / Lettow&Schmuck (Deutschland)
     
  • in_visible: Aya Mansour, Zahraa Ghandour (Irak) und Modjgan Hashemian (Deutschland)
     
  • Hillbrowfication: Outreach Foundation / Hillbrow Theater Project (Südafrika) und DorkyPark / Constanza Macras (Deutschland)
     
  • Tu comprends? / Verstehste?: Théâtre du Chocolat (Kamerun) und Theaterhaus Ensemble (Deutschland)
     
  • Mr. Miller goes to Budapest: Gabor Hollos (Ungarn) und SCHAU Ensemble Leipzig (Deutschland)
     
  • Social Muscle Club in South Africa: ALMA MARTHA (Südafrika) und Social Muscle Club (Deutschland)
 
  • INTER:CITIES Berlin-Santiago-La Serena: Tomas Koljatic, Esteban Correa (Chile), Hector Moro (Chile/Deutschland) und Ensemble LUX:NM (Deutschland)
 
  • 500 Meter - Kafka, Große Mauer oder Bilder aus einer irrealen Welt: Paper Tiger Theatre Studio (China), Stary Teatr (Polen) und Thalia Theater Hamburg (Deutschland)
     
  • Shifting Realities: École des Sables Toubab Dialaw (Senegal), tanzhaus nrw, HELLERAU (Deutschland)
     
  • Music for Unstageable Theater: Adel Abdelwahab (Ägypten), Mohamed Fouad (Frankreich), Hella Gerlach und Alexander Paulick (Deutschland)
     
  • EPA turned into music: Daniel Mburu Muhuni (Kenia), Sven Kacirek (Deutschland) und Agnieszka Krzeminska (Polen/Deutschland)
     
  • Der Stamm: Machol Shalem Dance House / Shlomi Bitton (Israel), Stadttheater Freiburg / Graham Smith (Deutschland)
     
  • Body Symphony: Sunlay Almeida Rodriguez, Humberto Díaz, Enmanuel Blanco, Laboratorio Nacional de música electroacústica (Kuba), Gregorio García Karman, Studio für elektroakustische Musik - Akademie der Künste (Deutschland)
     
  • DOWN TO EARTH: Kieron Jina, Yogin Sullaphen (Südafrika) und Marc Philipp Gabriel (Deutschland)
     
  • Added ValEUropa broke down (so we go looking for utopia in Greenland): Sermermiut Culture House (Grönland), FarNorth Network (Island/Grönland), Theaterwerkstatt Pilkentafel und Rheinische Kantorei (Deutschland)
     

Kontakt

Goethe-Institut e.V.
Internationaler Koproduktionsfonds
koproduktionsfonds@goethe.de