8. Juni 2026
Bundesaußenminister Wadephul besucht Goethe-Institut in Mexiko
Bundesaußenminister Johann Wadephul hat am Freitag, den 5. Juni, in Mexiko-Stadt das drittgrößte Goethe-Institut weltweit in Begleitung der Präsidentin des Goethe-Instituts Gesche Joost besucht. Im Mittelpunkt stand das Engagement des Goethe-Instituts im Bereich Fachkräfteeinwanderung sowie der persönliche Austausch mit jungen Mexikaner*innen, die an Fachkräfteprojekten des Goethe-Instituts teilnehmen und eine Ausbildung oder Beschäftigung in Deutschland aufnehmen werden. Zudem wurde die Arbeit der Martin Roth-Initiative, einem der größten Schutzprogramme für gefährdete Künstler*innen und Kulturtätige weltweit, in Mexiko gewürdigt. Der Besuch fällt ins Jubiläumsjahr des lokalen Goethe-Instituts, das seit 60 Jahren subregionaler Anlaufpunkt für Kultur und deutsche Sprache in Mexiko, Zentralamerika und der Karibik ist.
„Das Goethe-Institut ist das Flaggschiff unserer Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik. In Mexiko ist das Goethe-Institut seit 60 Jahren nicht mehr aus der Kulturszene wegzudenken. Tausende Mexikanerinnen und Mexikaner lernen hier jedes Jahr Deutsch und können sich dank des vielfältigen Kulturprogramms ein aktuelles Bild von Deutschland verschaffen. Zudem ist das Goethe-Institut in Mexiko ein wichtiger Partner der Martin Roth-Initiative, die gefährdeten Kulturschaffenden Schutz bietet”, sagt Bundesaußenminister Johann Wadephul aus diesem Anlass.
Fachkräftesicherung für Deutschland: Fokus auf Branchen mit hohem Fachkräftebedarf
Das Goethe-Institut unterstützt weltweit Menschen, die eine berufliche Zukunft in Deutschland anstreben. Seit 2023 macht es im Rahmen von „Mein Weg nach Deutschland“, ko-finanziert durch den Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds der EU, zahlreiche Informationsangebote in Mexiko-Stadt und berät Interessierte aus Mexiko, El Salvador, Guatemala und Honduras zum Leben und Arbeiten in Deutschland.
In Mexiko bereitet das Goethe-Institut im Rahmen der Projekte „Ausbildungspartnerschaften mit Asien und Lateinamerika“ (APAL) sowie „Fit für den deutschen Arbeitsmarkt“ (FIMA) Fachkräfte und Auszubildende sprachlich und kultursensibel auf Ausbildung und Beschäftigung in Deutschland vor. Die Projekte werden in Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit sowie der mexikanischen Arbeitsagentur Servicio Nacional de Empleo (SNE) umgesetzt, die insbesondere die Rekrutierung und Vermittlung begleiten. Im Fokus stehen Branchen mit hohem Fachkräftebedarf, etwa Gesundheitswesen, Handwerk und technische Berufe.
„Fachkräfteeinwanderung ist ein zentraler Faktor für die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Deutschland. Besonders im Pflegebereich ist der Bedarf bereits heute deutlich spürbar und wird angesichts der demografischen Entwicklung weiter steigen. In Mexiko interessieren sich viele, besonders junge Menschen, für einen beruflichen Neustart in Deutschland. Genau hier setzt das Goethe-Institut in Mexiko mit seinen Sprachkursen und Beratungsangeboten an. Gemeinsam mit unseren Kultur- und Informationsprogrammen eröffnen wir so Wege nach Deutschland - und zu gemeinsamen Zukunftsperspektiven zwischen Deutschland und Mexiko”, so Gesche Joost, Präsidentin des Goethe-Instituts.
Stärkung zivilgesellschaftlicher Akteure
Bei seinem Besuch traf der Bundesaußenminister außerdem auf Menschenrechtsaktivist*innen und Kulturschaffende, mit denen das Goethe-Institut eng zusammenarbeitet: den guatemaltekischen Aktivisten Gabriel Wer, Gründer und Direktor von Casa Centroamérica, einer Organisation, die 2023 von im Exil lebenden Zentralamerikaner*innen gegründet wurde, um die Integration, Vernetzung und Verteidigung der Rechte der Diaspora in Mexiko zu stärken; sowie auf die Künstlerin Gabriela Novoa, Stipendiatin aus El Salvador in Mexiko-Stadt. Die Martin Roth-Initiative ist eines der größten Schutzprogramme für gefährdete Künstler*innen und Kulturtätige weltweit und wird vom ifa – Institut für Auslandsbeziehungen und dem Goethe-Institut gemeinsam verantwortet. Zudem informiert sich der Bundesaußenminister über das Projekt „Human Identification in Mexico“ des UNFPA, das Angehörige von Verschwundenen in Mexiko unterstützt.
Seit 60 Jahren steht das Goethe-Institut in Mexiko für Begegnung, Dialog, kulturelle Zusammenarbeit und ist eine zentrale Anlaufstelle für Menschen, die Interesse an Deutschland und der deutschen Sprache haben. Mit über 100 Mitarbeiter*innen ist es eine der wichtigsten Kulturinstitutionen in Lateinamerika und koordiniert die Arbeit in Mexiko, Zentralamerika und der Karibik – in einem Netzwerkverbund mit zwei Goethe-Zentren, neun Kulturgesellschaften, 16 Prüfungszentren und 37 PASCH-Fit-Schulen. Neben einem umfassenden Kulturprogramm begleitet das Goethe-Institut Mexiko mit Sprachkurs-, Prüfungs- und Projektangeboten gezielt Menschen, die eine Ausbildung oder Beschäftigung in Deutschland anstreben. Rund 18.000 Kursteilnehmende jährlich am Goethe-Institut und bei den betreuten Kooperationspartnern sowie ein umfangreiches Informationsangebot zeichnen den weltweit viertgrößten Sprachkursbetrieb aus. Das bereits seit 25 Jahren bestehende „Festival de Cine Alemán“ (Deutsches Filmfestival) erreicht jährlich 20.000 Menschen in ganz Mexiko.
Das Goethe-Institut ist das weltweit tätige Kulturinstitut der Bundesrepublik Deutschland. Mit derzeit 154 Instituten in 100 Ländern fördert es die Kenntnis der deutschen Sprache, pflegt die internationale kulturelle Zusammenarbeit und vermittelt ein aktuelles Deutschlandbild. Durch Kooperationen mit Partnereinrichtungen an zahlreichen weiteren Orten verfügt das Goethe-Institut insgesamt über rund 1.000 Anlaufstellen weltweit.
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