Architekturspaziergang Liberec Am Fuße des Ještěd

Im Zeichen der langen Architekturtradition der Stadt finden sich in Liberec zahlreiche Stationen für einen Spaziergang auf den Spuren moderner Architektur.

Liberec war schon immer eine Stadt, die sich um gute Architektur bemüht. Von besonders prägender Bedeutung für das Stadtbild war der enorme wirtschaftliche und industrielle Aufschwung des 19. Jahrhunderts. Bedeutende Architekten aus Böhmen, Deutschland und Österreich entwarfen zahlreiche Bauten in der Stadt. Einen großen Einfluss auf den urbanen Charakter hatte auch das Architektur-Atelier Sial. Dieses machte sich vor allem darum verdient, dass die Architektur in Liberec sich trotz der widrigen Umstände während des Kommunismus auf europäischem Niveau halten konnte. In dieser Zeit entstand unter anderem das einzigartige Hotel mit Sendeturm auf dem Ještěd, dem Hausberg von Liberec. Der markante Bau wurde seither zum Wahrzeichen der Stadt.

An diese positiven Bautraditionen knüpfte die neu entstandene Fakultät für Architektur an der Technischen Universität an. Probleme bereiten der Stadt seit Mitte der 90er Jahre eine stetig zunehmende Privatisierung des öffentlichen Raums sowie konzeptlose Initiativen von Seiten der Politik und Wirtschaft, was negative Folgen für das gesamte Stadtbild mit sich bringt.

Dennoch gibt es einige positive Ausnahmen. Es handelt sich dabei jedoch meistens um Projekte, nach denen man regelrecht suchen muss. Dieser Architekturspaziergang dient als Wegweiser für alle, die an hochwertiger und sehenswerter, öffentlich zugänglicher zeitgenössischer Architektur interessiert sind.

Polyfunktions-Haus in der Pražská-Straße

Pražská 17, Liberec
50°46'5.0"N, 15°3'25.9"E
Studio AM, 2008
 
  • Polyfunktions-Haus | Foto: Studio AM Foto: Studio AM
    Polyfunktions-Haus | Foto: Studio AM
  • Polyfunktions-Haus | Foto: Studio AM Foto: Studio AM
    Polyfunktions-Haus | Foto: Studio AM
  • Polyfunktions-Haus | Foto: Studio AM Foto: Studio AM
    Polyfunktions-Haus | Foto: Studio AM
  • Polyfunktions-Haus | Foto: Studio AM Foto: Studio AM
    Polyfunktions-Haus | Foto: Studio AM

Die auffällige Baulücke in der Pražská-Straße, eine der belebtesten Straßen der Liberecer Innenstadt, schrie förmlich danach, gefüllt zu werden. Das polyfunktionale Haus ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie eine zusammenhängende Fassadenfront in der historischen Denkmalschutz-Zone einer Stadt wiederhergestellt werden kann. Mit einfachen Mitteln wurden hier starke und zugleich elegante Formen gefunden. Das Gebäude schafft aufgrund seiner Proportionen eine harmonische Verbindung sowohl zum rechts angrenzenden denkmalgeschützten funktionalistischen Bau des Architekten Gillar als auch zum links befindlichen Jungendstilhaus.

Neues Magistratsgebäude

Frýdlantská 183, náměstí Dr. Beneše 184 und 468, Liberec
50°46'12.806"N, 15°3'27.631"E
Jiří Janďourek, Jana Medlíková, Ladislav David, 2006
 
  • Neues Magistratsgebäude | Foto: Filip Landa Foto: Filip Landa
    Neues Magistratsgebäude | Foto: Filip Landa
  • Neues Magistratsgebäude | Foto: Jiří Jiroutek Foto: Jiří Jiroutek
    Neues Magistratsgebäude | Foto: Jiří Jiroutek
  • Neues Magistratsgebäude | Foto: Jiří Jiroutek Foto: Jiří Jiroutek
    Neues Magistratsgebäude | Foto: Jiří Jiroutek
  • Neues Magistratsgebäude | Foto: Jiří Jiroutek Foto: Jiří Jiroutek
    Neues Magistratsgebäude | Foto: Jiří Jiroutek
  • Neues Magistratsgebäude | Foto: Jiří Jiroutek Foto: Jiří Jiroutek
    Neues Magistratsgebäude | Foto: Jiří Jiroutek

Es handelt sich um drei benachbarte Parzellen, die durch das neue Verwaltungsgebäude des Magistrats verbunden wurden. Der Bau befindet sich in unmittelbarer Nähe des Rathauses und des F. X. Šalda-Theaters, mitten im denkmalgeschützten Stadtzentrum.

Die Herausforderung bei diesem Projekt bestand darin, einerseits einen modernen und transparenten Raum zu schaffen, der beste Voraussetzungen für die Funktionen und Aufgaben der öffentlichen Verwaltung schafft und gleichzeitig wertvolle Architekturzeugnisse mit einer langen Geschichte zu respektieren und zu schützen. Die Verbindung der bestehenden Objekte in einen Block ermöglichte die Konstruktion einer großzügig gestalteten Halle.

Das Ergebnis des Projekts besticht durch die Kombination aus originalgetreuer historischer Rekonstruktion der Fassade und modernem, luftig und transparent gestaltetem Interieur, bei dem hochwertiges Material verarbeitet wurde. Das Gebäude wurde 2007 mit dem Preis „Bau des Jahres im Kreis Liberec“ ausgezeichnet.

Bushaltetstelle Sokolská – U zdi

Straßen Sokolská und Rumjancevova, Liberec
50°46'16.073"N, 15°3'32.995"E
David Černý, 2005
 
  • Bushaltestelle Sokolská – U zdi | Foto: Filip Landa Foto: Filip Landa
    Bushaltestelle Sokolská – U zdi | Foto: Filip Landa
  • Bushaltestelle Sokolská – U zdi | Foto: Filip Landa Foto: Filip Landa
    Bushaltestelle Sokolská – U zdi | Foto: Filip Landa
  • Bushaltestelle Sokolská – U zdi | Foto: Filip Landa Foto: Filip Landa
    Bushaltestelle Sokolská – U zdi | Foto: Filip Landa
  • Bushaltestelle Sokolská – U zdi | Foto: Filip Landa Foto: Filip Landa
    Bushaltestelle Sokolská – U zdi | Foto: Filip Landa

Diese Bushaltestelle des Liberecer öffentlichen Nahverkehrs lässt sich als etwas zwischen städtischem Mobiliar und Bildhauerobjekt definieren. Auf jeden Fall handelt es sich um ein interessantes und spielerisch gestaltetes architektonisches Element. Es befindet sich an einer viel befahrenen Kreuzung, die eine Art Schneise des an dieser Stelle zergliederten Geländes bildet.

Das Objekt ist als ein „Festmahl der Riesen“ konzipiert und besteht aus einem Tisch, unter den sich der Reisende verstecken und in Sicherheit vor dem ihn umgebenden, rücksichtslosen Verkehr fühlen kann. Auf dem bronzenen Dach-Tisch befinden sich Liberecer Würstchen, eine fleischfressende Pflanze, ein durchstochener Menschenkopf sowie ein Bierkrug. Die bewusst kitschige Ästhetik der Haltestelle ist eine weitere kleine Provokation des bekannten Künstlers David Černý.

Wissenschaftliche Kreisbibliothek

Straßen Sokolská und Rumjancevova, Liberec
50°46'16.073"N, 15°3'32.995"E
Radim Kousal, František Bielik (Sial Architekten), 2000
 
  • Wissenschaftliche Kreisbibliothek | Foto: Filip Landa Foto: Filip Landa
    Wissenschaftliche Kreisbibliothek | Foto: Filip Landa
  • Wissenschaftliche Kreisbibliothek | Foto: Filip Landa Foto: Filip Landa
    Wissenschaftliche Kreisbibliothek | Foto: Filip Landa

Auch wenn das Gebäude der Wissenschaftlichen Kreisbibliothek – ehemals Wissenschaftliche Staatsbibliothek – bereits vor 11 Jahren realisiert wurde, reihen wir sie in diese Aufzählung zeitgenössischer Architektur ein. Und zwar deshalb, weil es sich um ein Projekt von grundlegender Bedeutung für den gesamten Kreis Liberec handelt.

Das Gebäude steht an der Stelle der ehemaligen Synagoge, deshalb gibt es in der Bibliothek einen kleinen Gebetsraum; auch die jüdische Gemeinde hat ihren Sitz in dem Haus. Der offene, universelle Bibliotheksraum, der die vielfältigen Funktionen einer Biblio- und Mediathek in sich vereint, steht auf einem Fundament, das als Magazin und Parkplatz dient. Die Frontseite orientiert sich in ihrer Gestalt und in ihren Ausmaßen an Maßstäben, die das Stadtbild vorgibt, die massiven Magazinräume passen sich in die Hanglage des Geländes ein.

Der in die Glasfassade greifende Steinblock stellt den einzigen tschechischen Synagogenbau nach dem Zweiten Weltkrieg dar. Nicht umsonst wird die Bibliothek als „Bau der Versöhnung“ bezeichnet. Schade, dass es sich hierbei offenbar um das letzte gelungene öffentliche Projekt des Architekten Radim Kousal handelt.

Mahnmal für die Opfer des Kommunismus

Straßen Jablonecká/Humpolecká, Liberec
50°46'4.080"N, 15°4'0.394"E
Sporadical, 2006
 
  • Mahnmal für die Opfer des Kommunismus | Foto: Ester Havlová Foto: Ester Havlová
    Mahnmal für die Opfer des Kommunismus | Foto: Ester Havlová
  • Mahnmal für die Opfer des Kommunismus | Foto: Ester Havlová Foto: Ester Havlová
    Mahnmal für die Opfer des Kommunismus | Foto: Ester Havlová
  • Mahnmal für die Opfer des Kommunismus | Foto: Ester Havlová Foto: Ester Havlová
    Mahnmal für die Opfer des Kommunismus | Foto: Ester Havlová
  • Mahnmal für die Opfer des Kommunismus | Foto: Ester Havlová Foto: Ester Havlová
    Mahnmal für die Opfer des Kommunismus | Foto: Ester Havlová
  • Mahnmal für die Opfer des Kommunismus | Foto: Ester Havlová Foto: Ester Havlová
    Mahnmal für die Opfer des Kommunismus | Foto: Ester Havlová

2003 wurde in Liberec ein architektonischer Wettbewerb für die Errichtung eines Mahnmals für die Opfer des kommunistischen Regimes ausgeschrieben. Das Mahnmal sollte ursprünglich in einem Teil des Schlossparks stehen, doch mit dem Einzug einer neuen Regierung in das Liberecer Rathaus wurde der Standort des siegreichen Entwurfs aus dem jungen Atelier Sporadical neu bestimmt. Das minimalistische Projekt wurde deshalb diesem neuen Standort in der Nähe der bekannten Villa Liebig angepasst.

Das Hauptmotiv des Objektes ist die Spiegelung: die Last zu entscheiden, wer Opfer und wer Täter ist, wird auf jeden Besucher übertragen. Das Mahnmal besteht aus zwei großen Spiegelflächen, die von einem einfachen Stahlrahmen eingefasst sind. Im Boden befindet sich eine spiegelverkehrte Inschrift, die im Spiegel lesbar wird: „sám v sobě hledej, zda svobodu bráníš, ctíš nebo omezuješ“ („Suche in dir selbst, ob du die Freiheit verteidigst, ehrst oder einschränkst“). Die Komposition des Objektes wird von einfachen quaderförmigen Holzbänken vervollständigt. Den Architekten ist es gelungen unter Verwendung von zeitgenössischen Mitteln die traditionelle Typologie von Mahnmalen im öffentlichen Raum neu zu definieren.

Informationszentrum und Rektorat der Technischen Universität

Studentská 2, Liberec
50°46'23.002"N, 15°4'27.889"E
Architekturbüro FUA TUL, Jiří Suchomel, Vladimír Balda, Marie Procházková, 2007
 
  • Informationszentrum und Rektorat der Technischen Universität | Foto: Filip Landa Foto: Filip Landa
    Informationszentrum und Rektorat der Technischen Universität | Foto: Filip Landa
  • Informationszentrum und Rektorat der Technischen Universität | Foto: Filip Landa Foto: Filip Landa
    Informationszentrum und Rektorat der Technischen Universität | Foto: Filip Landa
  • Informationszentrum und Rektorat der Technischen Universität | Foto: Jiří Suchomel Foto: Filip Landa
    Informationszentrum und Rektorat der Technischen Universität | Foto: Jiří Suchomel
  • Informationszentrum und Rektorat der Technischen Universität | Foto: Jiří Suchomel Foto: Jiří Suchomel
    Informationszentrum und Rektorat der Technischen Universität | Foto: Jiří Suchomel
  • Informationszentrum und Rektorat der Technischen Universität | Foto: Jiří Suchomel Foto: Jiří Suchomel
    Informationszentrum und Rektorat der Technischen Universität | Foto: Jiří Suchomel
  • Informationszentrum und Rektorat der Technischen Universität | Foto: Jiří Suchomel Foto: Jiří Suchomel
    Informationszentrum und Rektorat der Technischen Universität | Foto: Jiří Suchomel

Der Bau des Informationszentrums der Technischen Universität Liberec stellte einen der ersten Schritte zur Neugestaltung des Universitätscampus dar. Das achtgeschossige Gebäude des Rektorats ist das Ergebnis einer Verschränkung zweier Basiselemente: der niedrigen Eingangshalle und des vertikalen Büro-Flügels. Der eingeschossige Eingangsbereich schließt an das großflächige Souterrain an, das hauptsächlich als Tiefgarage dient.

Die Gestalt des Eingangsbereichs knüpft organisch an eine lang gezogene Rampe sowie die gestufte Holzterrasse an, die zur Erholung dient. Der vertikale Büroflügel stellt die Dominante des gesamten Areals dar, der untere Bereich dient hauptsächlich den Studenten. Im ersten Stock befindet sich ein Café mit Terrasse. Bei der Konstruktion kamen diverse moderne Technologien zum Einsatz, die das Rektoratsgebäude zu einem Unikat machen.

Mahnmal für die Opfer des Holocaust

Ruprechtická 101, Liberec
50°46'49.3"N, 15°3'48.0"E
Štěpán Gudev, Jan Stolín, Vojtěch Šrut, 2008
 
  • Mahnmal für die Opfer des Holocaust | Foto: Jan Stolín Foto: Jan Stolín
    Mahnmal für die Opfer des Holocaust | Foto: Jan Stolín
  • Mahnmal für die Opfer des Holocaust | Foto: Jan Stolín Foto: Jan Stolín
    Mahnmal für die Opfer des Holocaust | Foto: Jan Stolín
  • Mahnmal für die Opfer des Holocaust | Foto: Jan Stolín Foto: Jan Stolín
    Mahnmal für die Opfer des Holocaust | Foto: Jan Stolín
  • Mahnmal für die Opfer des Holocaust | Foto: Jan Stolín Foto: Jan Stolín
    Mahnmal für die Opfer des Holocaust | Foto: Jan Stolín
  • Mahnmal für die Opfer des Holocaust | Foto: Jan Stolín Foto: Jan Stolín
    Mahnmal für die Opfer des Holocaust | Foto: Jan Stolín

Anlässlich des 70. Jahrestages der so genannten „Kristallnacht“ weihte die Jüdische Gemeinde in Liberec ein neues Mahnmal für die Opfer der Schoa ein. Vor dem Krieg lebten rund 1.600 Juden in Liberec, nur ganz wenige überlebten den Krieg. Das Mahnmal befindet sich auf dem Gelände des Jüdischen Friedhofs im Zeremoniensaal-Gebäude. Am Entwurf des Mahnmals hatten Architekturstudenten der Technischen Universität Liberec mitgearbeitet.

Von vier eingereichten Projekten ging das Konzept des Studenten Štěpán Gudev als Sieger hervor. Es handelt sich dabei um einen Einbau aus Gipsplatten in Form eines Kubus. Von der Decke führen Furchen die Wand entlang bis zum Fußboden; diese bilden Verbindungslinien zwischen den Namen der Vernichtungslager und Fächern mit Opfernamen, die auf Rollen geschrieben sind. Die äußere Gestalt der ehemaligen Kapelle blieb unverändert.

Verwaltungsgebäude Ermeg

Žitavská 48, Liberec
50°46'11.373"N, 15°2'30.399"E
František Sedláček, Petr Stolín und Team, 2009
 
  • Verwaltungsgebäude Ermeg | Foto: Jiří Jiroutek Foto: Jiří Jiroutek
    Verwaltungsgebäude Ermeg | Foto: Jiří Jiroutek
  • Verwaltungsgebäude Ermeg | Foto: Jiří Jiroutek Foto: Jiří Jiroutek
    Verwaltungsgebäude Ermeg | Foto: Jiří Jiroutek
  • Verwaltungsgebäude Ermeg | Foto: Jiří Jiroutek Foto: Jiří Jiroutek
    Verwaltungsgebäude Ermeg | Foto: Jiří Jiroutek
  • Verwaltungsgebäude Ermeg | Foto: Jiří Jiroutek Foto: Jiří Jiroutek
    Verwaltungsgebäude Ermeg | Foto: Jiří Jiroutek
  • Verwaltungsgebäude Ermeg | Foto: Jiří Jiroutek Foto: Jiří Jiroutek
    Verwaltungsgebäude Ermeg | Foto: Jiří Jiroutek
Das kleine Verwaltungsgebäude wurde als frei stehendes Objekt auf dem Ermeg-Firmengelände realisiert. Von der Žitavská-Straße aus gesehen verschwindet das Gebäude fast gänzlich hinter einer Lagerhalle. Eine optimale Komposition wurde dadurch erreicht, dass alle Arbeitsräume ohne Ausnahme Richtung Fluss orientiert sind. Bei diesem Projekt handelt es sich um eine der wenigen gelungen Versuche, die banale Atmosphäre industrieller Arbeitsplätze mit einer neuen Qualität zu bereichern: „Arbeitsplätze im Grünen“.

Das Gebäude und die damit zusammenhängende Neugestaltung der Umgebung haben einen eindeutig positiven Einfluss auf die Umwelt. Die Verbindung mit der Natur drückt sich vor allem in der hölzernen Fassade und der Gestaltung des Daches aus, das als Garten mit Erholungsfunktion konzipiert ist. Das Objekt wurde 2010 als „Bau des Jahres im Kreis Liberec“ ausgezeichnet.

Hochwasser-Transborder in Andělská Hora

Chrastava – Andělská Hora (bei der Bahnhaltestelle Machnín – hrad)
50°47'16.7"N, 14°58'12.1"E
Martin Rajniš und Team, 2010
 
  • Transborder | Foto: Tomáš Tesař Foto: Tomáš Tesař
    Transborder | Foto: Tomáš Tesař
  • Transborder | Foto: Tomáš Tesař Foto: Tomáš Tesař
    Transborder | Foto: Tomáš Tesař
  • Transborder | Foto: Tomáš Tesař Foto: Tomáš Tesař
    Transborder | Foto: Tomáš Tesař
  • Transborder | Foto: Tomáš Tesař Foto: Tomáš Tesař
    Transborder | Foto: Tomáš Tesař
  • Transborder | Foto: Tomáš Tesař Foto: Tomáš Tesař
    Transborder | Foto: Tomáš Tesař

Der Transborder ist eine Fußgänger-Schwebefähre – eine Gondel, die sich über spezielle Seilwinden fortbewegt. Im Prinzip handelt es sich um eine spezifische Modifikation einer Kabinen-Seilbahn. Der deutsch-tschechische Architekt Mirko Baum realisierte 2003 ein ähnliches Projekt über den Fluss Niers bei Mönchengladbach, wodurch er dieses klassische System wieder populär machte.

Auch Martin Rajniš ließ sich von diesem Projekt inspirieren; er entwarf seinen „Transborder“ als Ersatz für den durch Hochwasser zerstörten Fußgängersteg über die Neiße. Im Gegensatz zur deutschen Stahlkonstruktion ist die tschechische Fußgänger-Schwebefähre aus Holz gefertigt. Es handelt sich um ein einzigartiges, experimentelles Objekt. Der Architekt entschied sich, den vom Hochwasser geschädigten Menschen seinen Transborder als Geschenk zu überlassen. Leider kommt es an dem Objekt oft zu Diebstählen von Materialteilen; auch die Gesamt-Lebensdauer der Fähre wird nicht allzu lang sein.

Vratislavice 10/10/10

Tanvaldská 50, Liberec – Vratislavice nad Nisou
50°44'37.463"N, 15°5'34.001"E
Petr Stolín und Team, 2010
 
  • Vratislavice 10/10/10 | Foto: Jiří Jiroutek Foto: Jiří Jiroutek
    Vratislavice 10/10/10 | Foto: Jiří Jiroutek
  • Vratislavice 10/10/10 | Foto: Jiří Jiroutek Foto: Jiří Jiroutek
    Vratislavice 10/10/10 | Foto: Jiří Jiroutek
  • Vratislavice 10/10/10 | Foto: Jiří Jiroutek Foto: Jiří Jiroutek
    Vratislavice 10/10/10 | Foto: Jiří Jiroutek
  • Vratislavice 10/10/10 | Foto: Jiří Jiroutek Foto: Jiří Jiroutek
    Vratislavice 10/10/10 | Foto: Jiří Jiroutek
  • Vratislavice 10/10/10 | Foto: Jiří Jiroutek Foto: Jiří Jiroutek
    Vratislavice 10/10/10 | Foto: Jiří Jiroutek
  • Vratislavice 10/10/10 | Foto: Jiří Jiroutek Foto: Jiří Jiroutek
    Vratislavice 10/10/10 | Foto: Jiří Jiroutek

Bei diesem Projekt handelt es sich um ein Multifunktions-Gebäude: eine Heimstätte für Kultur, Bildung und Unterhaltung. Der Leitgedanke fußt auf der Kontrastwirkung zwischen der kreativen innenarchitektonischen Gestaltung und der sichtbaren, nackten Baukonstruktion aus unbehandeltem Material; beide stellen gemeinsam die stilbildenden Elemente des Interieurs dar. Bestandteile der Innengestaltung sind keramische Mosaiken in Gold und Silber, historisierende, große Kronleuchter nebst modernen Lampen, großflächige Spiegel, Gemälde in goldenen Rahmen sowie hochwertige Sitzmöbel. Die äußere Gestaltung des Gebäudes basiert vor allem auf einer einfachen und sauberen Formgebung.

Dadurch entsteht eine Art Reminiszenz an bedeutende Kulturgebäude der Liberecer Geschichte. Jedes einzelne Geschoss ist in einer eigenen charakteristischen Farbe gehalten und bildet dadurch innerhalb eines einzelnen Gebäudes ein ganz eigenes Universum mit spezifischer Atmosphäre. Das Objekt wurde 2011 als „Bau des Jahres im Kreis Liberec“ ausgezeichnet.