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E.T.A Hoffmann
Hoffmanns Erzählungen

Die E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft in Bamberg nennt ihn einen „Mehrfachkünstler“: Hoffmann war Literat, Musiker und Zeichner der Romantik.
Die E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft in Bamberg nennt ihn einen „Mehrfachkünstler“: Hoffmann war Literat, Musiker und Zeichner der Romantik. | Foto (Detail): © picture alliance/akg-images

Als Jurist verdiente er sein Geld, Antrieb, Erfüllung und Berufung hingegen fand er im Musischen: E. T. A. Hoffmann war Literat, Musiker und Zeichner, schrieb Musikkritiken, entwarf Bühnenbilder und dirigierte Orchester – und prägte die deutsche Romantik.
 

Von Romy König

Schriftsteller mit Schauereffekt

Bekannt ist E. T. A. Hoffmann bis heute vor allem als Schriftsteller, gehörte er doch zu den ersten Romantiker*innen, der auch die düsteren Seiten des Lebens beleuchtete. Viele seiner Geschichten bewegen sich zwischen Wirklichkeit und Phantasie und bringen das Abgründige, das Unheimliche hervor. Das zeigte sich bereits in seinem Erstwerk Ritter Gluck, entfaltete aber seine Wirkung besonders in Der Sandmann, seiner vielleicht bekanntesten Erzählung, mit der Hoffmann auch als Begründer der Schwarzen Romantik gilt. „In seinem literarischen Werk“, so erklärt die E. T. A Hoffmann-Gesellschaft den Schauereffekt, würden verschiedene Weltentwürfe verhandelt. Realität und Wahnsinn stünden sich gegenüber – „und zwar so, dass für den Leser unentscheidbar bleibt, welche dieser Wirklichkeiten die ‚gültige‘“ sei. Doch Hoffmann zeigte sich nicht nur als Meister des Unheimlichen, sondern auch des Märchenhaften und der subtilen Ironie. Vor allem seine Erzählungen wie Der goldne Topf oder Nussknacker und Mausekönig zeichnen sich durch feinen Humor aus. In der Romantik war E. T. A. Hoffmann der Mann fürs Schauerliche: Aufführung von „Der Sandmann“ in der Volksbühne Berlin 2012. In der Romantik war E. T. A. Hoffmann der Mann fürs Schauerliche: Aufführung von „Der Sandmann“ in der Volksbühne Berlin 2012. | Foto (Detail): © picture alliance/Eventpress Hoensch

Mehr als ein Literat

Obwohl sich Hoffmann gerade nach seinem literarischen Durchbruch vor allem auf das Schreiben konzentrierte, so ging er doch auch vielen anderen künstlerischen Neigungen nach. Etwa der Bildenden Kunst: auch hier kannte er kaum Gattungsgrenzen, fertigte Portraits ebenso an wie Wandmalereien, schuf Karikaturen wie Bühnenbild-Entwürfe, zeichnete mit Bleistift wie mit Feder. Erhalten sind nur 25 seiner zeichnerischen Werke, die meisten davon beherbergt die Staatsbibliothek in Bamberg, wo Hoffmann von 1809 bis 1813 lebte.

Seine wahre Berufung war jedoch vermutlich die Musik, genauer: das Komponieren. Ernst Theodor Wilhelm Hoffmann, so sein bürgerlicher Name, verehrte die Musik Mozarts und lieh sich von dessen Vornamen Amadeus das A für sein eigenes Vornamen-Initial. Reüssieren konnte Hoffmann vor allem mit der leichteren Musik, mit Tänzen, Märschen und Chören. Doch auch Melodramen, Ballette und Opern gehören zu seinem Oeuvre, seine Oper Undine zählt heute zu seinen bekanntesten musikalischen Werken. Die Geschichte von Pjotr Iljitsch Tschaikowskis weltberühmtem Ballett „Der Nussknacker“ basiert auf einer Adaption von E. T. A. Hoffmanns Märchen-Erzählung „Nußknacker und Mäusekönig“. Die Geschichte von Pjotr Iljitsch Tschaikowskis weltberühmtem Ballett „Der Nussknacker“ basiert auf einer Adaption von E. T. A. Hoffmanns Märchen-Erzählung „Nußknacker und Mäusekönig“. | Foto (Detail): © picture alliance/Eventpress Hoensch

Nachhallende Wirkung

Hoffmanns Schaffen inspiriert und beeinflusst Kunstschaffende bis heute: Drei seiner Geschichten flossen – bereits dreißig Jahre nach Hoffmanns Tod am 25. Juni 1822 – in das Schauspiel Les Contes d’Hoffmann ein, welches später von Jacques Offenbach zur gleichnamigen Oper (deutsch: „Hoffmanns Erzählungen”) vertont wurde. Auch Richard Wagner ließ sich von Hoffmanns Werken und Mystik anregen und Charles Baudelaire pries Hoffmanns Gespür für das „absolut Komische“. Selbst Gegenwartsautor*innen bekennen sich dazu, von Hoffmanns Schreiben beeinflusst worden zu sein. So etwa Ingo Schulze: Schriftsteller wie E. T. A. Hoffmann, so sagte der Berliner Autor einmal, sich seiner Kindheit erinnernd, „gehörten irgendwie mit zur Familie“. Sogar zu Zeichentrickfilmen wurden E. T. A. Hofmanns Geschichten im Nachhinein: „Der Nußknacker-Prinz“ von 1990 basiert auf Hoffmanns Märchen-Erzählung „Nußknacker und Mäusekönig“. Sogar zu Zeichentrickfilmen wurden E. T. A. Hofmanns Geschichten im Nachhinein: „Der Nußknacker-Prinz“ von 1990 basiert auf Hoffmanns Märchen-Erzählung „Nußknacker und Mäusekönig“. | Foto (Detail): © picture alliance/United Archives/IFTN

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