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18:00 Uhr

Khamoro Festival: Ma bistrass! – Gegen das Vergessen!

Diskussion|Welchen Beitrag kann Kunst und Kultur leisten, um an den Genozid an den Rom:nja und Sinti:ze zu erinnern? Diese Frage wird sich die Diskussion im Kontext der gleichnamigen Ausstellung stellen.

  • Goethe Institut , Praha

  • Preis kostenlos

Ein schwarzweißes Bild von einer Roma Frau, die gerade vor einem schwarzen Hintergrund fotografiert wird. ©LuigiToscano

Ein schwarzweißes Bild von einer Roma Frau, die gerade vor einem schwarzen Hintergrund fotografiert wird. ©LuigiToscano

Wie kann Kunst und Kultur zur Erinnerung an den Genozid an Rom:nja und Sinti:ze beitragen – und was vermag sie, was reine historische Bildungsarbeit allein nicht leisten kann? Strukturelle Diskriminierung der Minderheit der Rom:nja und Sinti:ze, politische Verschiebungen sowie sinkende öffentliche Fördermittel sind Realität in ganz Europa, die große Hürden für Erinnerungs- und Kulturarbeit darstellen.

Roma-geführte Kulturprojekte und Festivals wie Khamoro zeigen eindrucksvoll, wie Mehrheitsgesellschaften erreicht und Wahrnehmungen nachhaltig verändert werden können. Doch wie weit reicht diese Wirkung tatsächlich? Kann Kunst gesellschaftliche Einstellungen verändern – oder spricht sie vor allem ein bereits sensibilisiertes Publikum an?

Diese Kooperationsveranstaltung zwischen der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) und dem Goethe-Institut bringt deutsche und tschechische Akteure aus Zivilgesellschaft und Kultur zusammen und lädt dazu ein, gemeinsam zu reflektieren, zu diskutieren und neue Perspektiven für eine inklusive und zukunftsorientierte Erinnerungskultur zu entwickeln. Die Diskussion findet im Zusammenhang mit der gleichnamigen Fotografieaustellung, welche vom 27.5. bis zum 10.6. auf der prager Kampa Insel zu sehen sein wird. 

Beide Veranstaltungen finden im Rahmen des prager Khamoro Festivals statt.
 

Ausstellung: Ma bistrass! - Gegen das Vergessen!

„Ma bistrass!“ ist ein außergewöhnliches Fotoprojekt, das Überlebende der nationalsozialistischen Verfolgung aus der Gemeinschaft der Sinti und Roma würdigt.

Die Ausstellung basiert auf Reisen und Begegnungen mit Überlebenden des Völkermords und ihren Familien in Polen, der Tschechischen Republik, der Ukraine und anderen Ländern. In Zusammenarbeit mit der EVZ-Stiftung porträtiert der UNESCO-Friedensbotschafter Luigi Toscano die Überlebenden und ihre Angehörigen, deren Geschichten und Erinnerungen in überlebensgroßen Fotografien und Interviews festgehalten werden.

Diese Ausstellung soll ein starkes Zeichen gegen die Diskriminierung der marginalisierten Gruppe der Sinti und Roma setzen und das Bewusstsein für die Anerkennung und Wertschätzung ihrer Gemeinschaft und Kultur schärfen.
 

Khamoro Festival

Das Khamoro Festival („Sonne“ in romani) ist das größte profesionelle romani Festival in der Welt. Seit dem Jahr 1999 wird es in Prag von den Organisationen Slovo 21 und Studio Production Saga veranstaltet. Das Hauptziel von Khamoro ist die romani Minderheit mit der Mehrheitsgesellschaft mithilfe der Kunst zu verbinden. Khamoro ist ein Träger des prestigen EFFE Label – europäische Qualitätsmarke Preises.