Unausgesprochene Namen

Ausstellung & Rahmenprogramm|Ausstellung künstlerischer Positionen von Menschen vietnamesischer Herkunft im postsozialistischen Europa.

  • Goethe-Institut Tschechien, Prag 1

  • Sprache Deutsch, Tschechisch, Englisch
  • Preis Eintritt frei

Auf dem Bild ist ein weißer Keramikbrunnen vor einem orangenen Hintergrund zu sehen. © 2024 Minh Duc Pham

Auf dem Bild ist ein weißer Keramikbrunnen vor einem orangenen Hintergrund zu sehen. © 2024 Minh Duc Pham

Die von Tamara Moyzes kuratierte Ausstellung zeigt künstlerische Positionen von Menschen vietnamesischer Herkunft im postsozialistischen Europa und macht so Fragen nach Erinnerung und Zugehörigkeit sichtbar.

Der Fokus auf vietnamesische Künstler:innen aus Deutschland, Tschechien und der Slowakei ist dabei kein Zufall: In der sozialistischen Ära kamen Vietnames:innen als Vertragsarbeiter:innen und Austauschstudierende in die Länder des Ostblocks – eine Geschichte, die im kollektiven Gedächtnis dieser Gesellschaften bis heute kaum präsent ist. Die Ausstellung macht diese weitgehend unsichtbare Migrationsgeschichte sichtbar und fragt, wie sie das Leben der Betroffenen und ihrer Nachkommen bis in die Gegenwart prägt.

So wird Raum für vielschichtige Narrative geschaffen, die zwischen Herkunft, Zugehörigkeit und gesellschaftlicher Wahrnehmung verhandelt werden. Künstlerische Medien wie Installationen, Videos und Performances eröffnen dabei vielfältige Zugänge zu Fragen von selektiver Sichtbarkeit, Familie und kultureller Verortung im postsozialistischen Europa.

Das begleitende Rahmenprogramm umfasst Podiumsdiskussionen mit deutschen und tschechischen Expert:innen und Künstler:innen sowie die Reihe Meet & Drink, bei der Geschichten aus unterschiedlichen migrantischen Perspektiven in informellem Rahmen bei vietnamesischem Kaffee erzählt werden und so einen niedrigschwelligen Raum für Begegnung und Austausch schaffen. Weitere Formate sind in Planung – mehr Informationen folgen in Kürze unter dem Überthema VIỆT NAM.

Die Vernissage wird am 15.09.2026 ab 18 Uhr stattfinden.

Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit Artivist Lab und mit Unterstützung des Kulturministeriums der Tschechischen Republik, des Staatlichen Kulturfonds, der Hauptstadt Prag und des Stadtbezirks Prag 1. Unser Dank für die Unterstützung gilt auch dem Programm Ovenecká 33 Artist in Residency.

Tamara Moyzes

Tamara Moyzes ist eine in Prag tätige Künstlerin, Kuratorin und Gründerin des Artivist Lab. In ihrer künstlerischen und kuratorischen Praxis beschäftigt sie sich mit gesellschaftlichen Machtstrukturen, Migration, Identität, Feminismus und den Erfahrungen marginalisierter Gemeinschaften. In ihren Arbeiten verbindet sie aktivistische Ansätze mit zeitgenössischer Kunst und schafft Räume für Dialog und kritische Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschaftlichen Themen. Sie arbeitet medienübergreifend mit Video, Performance, Installation und partizipativen Formaten.