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Darko Brkulj
Wir wollten auf einen Kaffee

O...
©Bojan Bogdanić

Wir wollten auf einen Kaffee, nun
Kommt schon die zweite Runde Pelinkovac, wen juckt’s
Zeit, sagen die Wissenschaftler
Existiert nicht, doch immerhin
So ein paar Jahre sind
Nicht nichts

Haben uns lang nicht gesehen
Beide geschieden, verwässert
Durch Kredite verpulvert

Und hier alles anders geworden
Sogar aus der Stadt die Becken entfernt
Seitdem ist sie
Menschen
vertrocknet

Du sagst komm zurück
Wozu verdammt in Schweden
Weiter diese Fenster putzen

Und vielleicht gerade weil
Wie die Wissenschaftler behaupten
Zeit nicht existiert
Eilen wir jetzt
Eben diese Zeit
Fehlt uns wirklich
Du musst deins ausm Kindergarten abholen
Ich warte, dass für meins die Schule aus ist

Am Himmel türmen sich die Wolken
Leute im Autobus
Schimpfen und schubsen
Durch staubige Scheiben entlarven
mich deine Augen
Und wenn erwiesen ist
Was die Wissenschaftler sagen
bringt die Un-Zeit, hoffe ich,
Zumindest irgendein
Unwetter, einen Regen,
Auf uns niederzukommen
Auf dass wir nicht mehr durstig
In verschüttete Quellen blicken

Übersetzung: Olja Alvir
 

3. Preis: Darko Brkulj (Makarska) für das Gedicht
"Rekli smo na kavu" (Wir sagten, auf einen Kaffee)

Das Gedicht "Rekli smo na kavu..." (Wir sagten, auf einen Kaffee...) ist ein schönes Beispiel für narrative Poesie, die in Kroatien auch unter dem Begriff "stvarnosna poezija" (zeitgenössische "neorealistische" Poesie) bekannt ist. In klaren, deutlichen Bildern wird eine scheinbar einfache, alltägliche Situation eines Treffens unter Freunden dargestellt, aus der allmählich eine präzise Veranschaulichung der Unzulänglichkeit unserer Zeit entsteht, einer Zeit, in der ein einfacher Besuch in einem Café Luxus geworden ist. In der abschließenden Wendung erscheint, als Gedanke an die Möglichkeit einer anderen Zeit, seine Majestät das Wasser.

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