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21:30 Uhr

Soul Kitchen

Film|Deutschland 2009, R.: : Fatih Akin

Visual Ausschnitt aus dem Film Soul Kitchen© Corazón International

Nachdem seine Freundin Nadine aus beruflichen Gründen nach Shanghai gezogen ist, leidet Zinos an Liebeskummer. Um seinem Leben eine neue Perspektive zu geben, beschließt er, sein heruntergekommenes Restaurant neu zu beleben. Mit Lucia, Lutz und dem Topkoch Shayn heuert er drei Mitarbeiter an, die mit einem neuen Konzept zwar zunächst die wenigen verbliebenen Stammgäste vergraulen, dann aber schnell ein neugieriges Szenepublikum anlocken. Trotz des sich einstellenden beruflichen Erfolges, beschließt Zinos, seiner Freundin nach China nachzureisen und die Hamburger Heimat zu verlassen. Er verpachtet seinen Laden an seinen Bruder Illias, einen Kleinkriminellen, der gerade Freigang von seiner Haftstrafe hat. Während Illias seinen neuen Job zur Rehabilitierung nutzen will, hat der skrupellose Immobilienmakler Neumann seine eigenen Pläne mit Illias und dem Restaurant. Zinos unterdessen stellt fest, dass es für ihn nur einen Ort geben kann, der seine Heimat ist und für den er kämpfen muss.

Manchen Zuschauern, die von den wild zupackenden und harten Dramen Fatih Akins begeistert waren, erschien „Soul Kitchen“ als allzu nett und versöhnlich. Gerade das aber wurde von den meisten Rezensenten als Qualität gepriesen, als Fähigkeit, ein familiäres Gefühl von Vertrautheit und Freundschaft herzustellen. So griff man Akins Anmerkung, dass „Soul Kitchen“ ein „Heimatfilm der besonderen Art“ sei, bestätigend auf. Die „Süddeutsche Zeitung“ befand: „Der Film ist eine Liebeserklärung Akins an Hamburg, ‚seine’ Stadt, mit ihren Schmuddel- und Kuschelecken. Areale, die sich der Gewinnmaximierung entziehen und vom Verschwinden bedroht sind. Dem stellt Akin die Buntheit seiner Multikulti-Ersatzfamilie entgegen - und eine ehrlicherweise ins Märchenhafte überdrehte Lebensfreude“.