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16:00–19:00 Uhr

Die Wannsee-Konferenz - Endlösung der Judenfrage

Seminar und Film |Deutschland 2022, Regie: Matti Geschonneck, 108'

  • Kino Tuškanac, Zagreb

Filmauschnitt "Wannseekonferenz" © ConstantinFilm

Anlässlich des Internationalen Holocaust-Gedenktages, am Vorabend der Präsidentschaft der Republik Kroatien in der Internationalen Allianz zum Holocaustgedenken (IHRA), findet am Donnerstag, den 19. Januar 2022, von 16 bis 19 Uhr im Kino Tuškanac das Seminar „Wannsee - Konferenz – Endlösung der Judenfrage" statt, das vom Zentrum zur Förderung von Toleranz und zur Wahrung des Gedenkens an den Holocaust in Zusammenarbeit mit der Konrad -Adenauer-Stiftung, dem Goethe-Institut Kroatien, der Agentur für Erziehung und Bildung, dem Toleranzfestival - JFF Zagreb dem Kroatischen Filmverband und dem Kino Tuškanac veranstaltet wird.

Das Seminar richtet sich an Lehrer von Grund- und Mittelschulen in Zagreb, Studenten, Schüler der 4. Klasse von Gymnasien und Berufsschulen sowie die interessierte Öffentlichkeit.

Im Rahmen des Seminars wird der Film von Matti Geschonneck „Die Wannsee- Konferenz“ (108 Min., 2022) gezeigt, der das Treffen der führenden Vertreter des NS-Regimes am 20. Januar 1942 in einer Berliner Vorstadt-Villa am Wannsee beschreibt. Das Drehbuch enstand aufgrund des von Adolf Eichmann erstellten Sitzungsprotokolls. Das Thema war die „Endlösung der Judenfrage“ – die Organisation der systematischen Massentötung von Millionen Juden in Europa. Auf der Konferenz wurde die Umsetzung des Holocaust, also die vollständige Vernichtung der Juden in Europa, die berüchtigte Endlösung, vereinbart.

Der Film erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter zwei Deutsche Fernsehpreise für den besten Fernsehfilm und das beste Drehbuch. Außerdem gewann er den prestigeträchtigen Prix Europa für den besten europäischen Spielfilm.
Im Anschluss an die Filmvorführung ist ein Vortrag von dr. sc. Tvrtko Jakovina und Daniel Rafaelić sowie die Möglichkeit für Fragen aus dem Publikum vorgesehen.
  Filmauschnitt "Wannseekonferenz"
Kurz zum Film:
Am 20. Januar 1942 trafen sich fünfzehn hochrangige Beamte der NS-Verwaltung in einer Villa am Wannsee im Westen Berlins. Auf der Tagesordnung stand nur ein Punkt: "Organisatorische, logistische und materielle Schritte zur endgültigen Lösung der Judenfrage in Europa".
Die Planung des Holocaust dauerte 90 Minuten.
Im 15-seitigen Bericht, der an diesem Tag erstellt wurde, wird nicht ausdrücklich von Mord gesprochen. Es wurden Begriffe wie „Evakuierung“, „Verringerung“ und „Behandlung“ verwendet - und die Aufgaben zwischen den verschiedenen Ministerien und ihren „zuständigen Experten“ geteilt. Alles ist in einer sehr verwischten Sprache geschrieben, aber der Bericht enthält auch eine Liste von Ländern und die Zahl der Juden, die sie töten wollten - elf Millionen Menschen, hinter denen sie her waren.
Die Wannsee-Konferenz sticht als seltenes Datum hervor, das sich auf die Täter des Holocaust fokussiert und die Völkermordmaschinerie der NS-Ideologie dokumentiert.
 

Vorträge

Vortrag von Prof. Dr. Sc. TVRTKO JAKOVINA (20')
Im Mittelpunkt des Vortrags stehen die Umstände, die zu dem Treffen in Wannsee führten: warum es erst Anfang Januar 1942 organisiert wurde, auf welche Weise der Kriegsausbruch im Osten, der deutsche Überfall auf die Sowjetunion im Sommer 1941 und der japanische Angriff auf Pearl Harbor sowie die Verbindung des asiatischen und des europäischen Konflikts zu einem die Beschleunigung und endgültige Formulierung von Hitlers Entscheidung über die „Endlösung" beeinflussten.

Vortrag von DANIEL RAFAELIĆ (20')
Der vorgeführte deutsche Film DIE WANNSEEKONFERENZ (Regie: Matti Geschonneck, 2022) wird in den Kontext bisheriger Darstellungen dieses Ereignisses gestellt. Es handelt sich dabei um den deutschen Fernsehfilm Die Wannseekonferenz (Regie Heinz Schirk, 1984) und den amerikanisch-britischen HBO-Film Conspiracy (Regie: Frank Pierson, 2001). Die Vortrag zeigt die Unterschiede in der Herangehensweise an dieses Thema, zuerst durch das Prisma des Fernsehens und dann durch das kinematografische Prisma. Der Schwerpunkt liegt auf der Verwendung verschiedener und vielfältiger Techniken zur Rekonstruktion bestimmter Details der betreffenden Zeit, aber auch des Ereignisses selbst. Dieser Ansatz wird auch bei der Analyse von Geschonnecks Film angewandt werden.

 

Der Eintritt ist frei.
Die Anzahl der Plätze ist auf 270 begrenzt, Platzreservierungen unter tajnik@centartolerancije.hr
Die Lehrer können sich über: http://ettaedu.azoo.hr/  (Stručni skupovi/Poučavanje o holokaustu) anmelden.

*Die Eintrittskarte ist eine Stunde vor dem Seminar an der Kasse des Kinos Tuškanac abzuholen