Seine Arbeiten sind thematisch vielfältig, wobei Fragen von Autonomie, Souveränität und gegenseitiger Abhängigkeit, insbesondere in Tier-Mensch Beziehungen, sowie die zerstörrerischen Folgen menschlichen Wirtschaftens wiederkehrende Sujets sind. Von Fotografie ausgehend entwickelt er meist große Installationen, in denen die Bilder durch architektonische Interventionen und skulpturale Elemente in den Raum erweitert werden. Weiterhin spielt Text in den Bilder, als Titel oder begleitenden Wandtext eine wichtige Rolle in seiner Arbeit. Immer betont er dabei den visuellen Aspekt seiner konzeptbasierten Arbeiten.
Seit vielen Jahren kooperiert Maak ausserdem mit dem Filmemacher und Künstler Lasse Lau. Gemeinsam beschäftigen sie sich mit der Geschichte queerer Proteste und dem Verhältnis von Sexualität und Essen, wobei John Harvey Kellogg als Erfinder der Cornflakes, ausgesprochener Gegener der Masturbation und Patentinhaber eines Keuschheitsgürtels breiten Raum in ihren gemeinsamen Arbeiten eingenommen hat.
Während der bangaloREsidency plant Flo Maak sein Projekt seascapes fortzuentwickeln, welches das weltweite Netz der Meere und seine Rolle bei der Übertragung und Transformation von Lebensformen und Lebenswesen untersucht. Hierfür wird er den Hafen und die Strände in Kochi erkunden und mit Expertinnen und Experten vor Ort zusammenarbeiten.
Abschlussbericht
In Bangalore angekommen hat mich der KR Blumenmarkt sehr beeindruckt. Während ich mich mit Massen von Menschen nur langsam zwischen den Marktständen fortbewegen konnte, veränderten die über uns zum Schutz gegen Sonne und Regen aufgespannten Planen ständig ihre Form im Wind und färbten alles unter ihnen rot.
Bei meinen Recherchen bin ich dann auf eine Pflanze gestoßen, die in Kerala als invasiv gilt und die mich vor allem wegen ihres Namens sofort fasziniert hat. Sie wird in Malayalam, der lokalen Sprache, Communist Pacha genannt, wobei Pacha am ehesten mit Grünzeug zu übersetzen ist. In der biologischen Taxonomie wird sie unter dem Namen Chromolaena odorata verzeichnet. Die lokalen Namen von Pflanzen verweisen häufig auch auf die Bedeutung und den Nutzen, die diese Pflanze für die Bevölkerung hat. So wird Chromolaena odorata in Australien und auf Hawaii beispielsweise Devil‘s Weed genannt, was klar zeigt, wie unerwünscht sie dort ist. Häufig verweisen lokale Namen eingeschleppter Arten auch auf ferne Orte um so ihre Fremdheit zu betonen, so wird eben die gleiche Pflanze in Deutschland Siamkraut und in vielen Englisch-sprachigen Ländern siam weed genannt. Mit Siam wurde bis 1939 ein Land bezeichnete, welches weitestgehend dem heutigen Thailand entspricht. Die Pflanze stammt ursprüngliche aber aus Zentral- und Südamerika; von Europa aus gesehen ist beides – Südostasien und Südamerika – weit entfernt und der koloniale Blick hat bekanntermassen des öfteren schon West und Ost vertauscht.
Meine Arbeit ist noch nicht abgeschlossen und ich werde die nächsten Monate meine Foto- und Videoaufnahmen editieren, so wie meine Recherchen fortführen, um dann meine fertige Arbeit in der Pepper House Residency Ausstellung im Rahmen der Kochi-Muziris Biennale im Dezember 2020 zu präsentieren. Ich möchte mich ganz herzlich beim Goethe-Institut / Max Mueller Bhavan, namentlich bei Dr. Claus Heimes, Maureen Gonsalves und Riya Matthew und dem Team der Kochi Biennale Foundation, dort insbesondere bei Jith Joseph und Gautam Das für die tolle Unterstützung bedanken.