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Oma Trude
Entrümpeln macht glücklich

Trude räumt auf
Trude räumt auf | © Illustration: Celine Buldun

Brauche ich das noch oder kann das weg? Oma Trude nutzt die vielen Tage zu Hause und räumt gründlich auf. Das befreit – und wie!

Von Oma Trude

Ihr Lieben,

mein Geburtstag steht vor der Tür, und meine Familie hat natürlich gefragt, was ich mir wünsche. Das hat mich zum Nachdenken gebracht. Denn eigentlich wünsche ich mir nichts. Außer Gesundheit, Liebe, Sonnenschein und bald wieder herzliche Begegnungen mit Freunden und der Familie.

Wie gewinne ich Zeit für mich?

Es ist tatsächlich so: Ich brauche nichts wirklich, im Gegenteil. In der Zeit, die ich während der Pandemie Zuhause verbracht habe, habe ich ein wenig ausgemistet. Es ist gleich luftiger in meinen Regalen und Schränken geworden. Zwar will ich gar nicht umzuziehen, aber das Gefühl, weniger Ballast mit mir herumzutragen, gefällt mir! Schon, dass ich nun weniger abzustauben habe, macht mich glücklich, weil ich die gewonnene Zeit zum Beispiel mit einem Waldspaziergang verbringen kann. Auf den Punkt gebracht: Ich führe mit weniger Dingen ein gesünderes Leben.

Wohin mit dem Ballast?

Es war zwar emotional teilweise etwas anstrengend, mich von Dingen zu trennen, die so lange bei mir wohnten, aber letztlich: aus den Augen, aus dem Sinn – an die meisten entsorgten Dinge erinnere ich mich schon gar nicht mehr. Einiges habe ich verschenkt und dadurch anderen eine Freude bereitet. Vieles stand auf einem Gartentisch vor meinem Häuschen für die Spaziergänger zum Mitnehmen – der wurde schnell leerer und leerer. Und manches habe ich gespendet. Es gibt viele Internetseiten, die dafür sorgen, alle möglichen Dinge im Kreislauf zu halten. Für mich als Nachhaltigkeitsfan natürlich toll! Ausmisten soll ja nicht gleich Wegschmeißen bedeuten – wenn meine Dinge noch eine zweite Chance bei jemand anderem bekommen, freut mich das sehr! Stellt Euch vor: In einem deutschen Haushalt vor ungefähr einhundert Jahren waren durchschnittlich 180 Gegenstände anzutreffen. Heute sind es im Schnitt 10.000!

Achtung, Werbung, Augen zu!

Jeder hat natürlich das Recht, auf bestimmte Dinge nicht verzichten zu wollen. Etwas nicht zu kaufen ist allerdings immer nachhaltiger, als es zu kaufen. Vor allem, wenn man es nicht braucht. Das ist der Knackpunkt beim Thema Konsum – meine ich jedenfalls. Fragt Euch doch vielleicht beim nächsten Mal, ob Ihr das, was Ihr kaufen wollt, wirklich braucht. Einfach jede Anschaffung kurz kritisch hinterfragen und nichts kaufen, nur weil es reduziert ist – es sei denn, Ihr hättet es auch zum Originalpreis angeschafft. Nichts kaufen, was man schon mehrfach zu Hause hat, nichts, was im Moment nicht passt. Und der Werbung nicht auf den Leim gehen, die versucht, uns Produkte schmackhaft zu machen, von denen wir noch gar nicht wussten, dass wir sie „brauchen“. Gleiches gilt für die sozialen Medien. Wie einfach ist es, mit ein paar Klicks auf Shoppingtour zu gehen, die Versuchung kenne ich gut! Umso schwerer also, da auch gegenzusteuern. Ich habe einmal etwas sehr Nettes gelesen, das mir schon öfter geholfen hat – vielleicht ist das auch ein Merkspruch für Euch:
Kaufe nur, was dich glücklich macht und nur, wenn es sich magisch anfühlt.

Weniger ist mehr – die Vorteile

Davon abgesehen, dass ich jetzt weniger Arbeit im Haushalt habe, weil weniger herumsteht, hat es noch einige Vorteile mehr, weniger zu besitzen. Wenn ich weniger konsumiere, weniger besitze, habe ich weniger Verpflichtungen. Weniger Geräte heißt beispielsweise, dass weniger kaputt gehen kann, weniger gewartet werden muss. Ich habe dadurch auch weniger Geld ausgegeben und Zeit gespart, die ich mit Preisvergleichen und dem Einkaufen an sich verbracht hätte. Und ich schütze unseren Planeten, ich pflege einen nachhaltigen Lebensstil.

Verzichten ist nicht gleich verzichten

Ausmisten oder Konsumverzicht ist aber nicht jedermanns Sache. Und beim Stichwort „Minimalismus“ scheiden sich sowieso die Geister. Die einen sagen: Minimalismus ist Luxus, den muss man sich erst einmal leisten können. Dass sich so mancher in einer riesigen Altbauwohnung mit fünf sehr teuren Möbelstücken rühmt, ein Minimalist zu sein, kommt nicht überall gut an. Die anderen sagen: Mein Leben ist während Corona schon hart genug, da will ich nicht auch noch verzichten müssen. Wiederum andere sind sich sicher: Für Minimalismus habe ich keine Zeit. Wann soll ich denn auch noch den Keller entrümpeln? Oder gleich nach dem Motto: Ich brauche eine Belohnung, ich möchte nicht verzichten, im Gegenteil, ich möchte mir etwas gönnen. Dann wird die zehnte Jeans gekauft …. Dafür verzichtet derjenige vielleicht auf ein Auto. Unterm Strich gibt es wahrscheinlich kein Richtig und kein Falsch. Aber jeder und jede kann für sich einen Weg finden, mit weniger auszukommen und bewusster zu leben. Und wäre nicht die die Fastenzeit im Moment sogar ein idealer Zeitpunkt, um damit anzufangen?
 
Viel Glück und Erfolg dabei wünscht Euch
Eure Trude

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