Goethe Film Forum:
Die beste aller Welten?

ALKI, ALKI © Sehr gute Fillme © Sehr gute Fillme

Ist – laut dem berühmten Ausspruch von Leibniz – die Welt, in der wir leben, wirklich „die beste aller möglichen Welten“? Diese Frage taucht in Zeiten großer Krisen und Umwälzungen immer wieder auf. Wie sich diese Fragestellung im deutschen Kino widerspiegelt, genauer in der Darstellung der heutigen deutschen Gesellschaft in ihrem innersten Kern, der Familie, zeigen die bis jetzt in Italien noch nicht präsentierten Filme dieser und der kommenden Reihe unseres Goethe-Film-Forums.
Alki Alki zeigt in einer sehr originellen erzählerischen Form den tragisch-komischen Kampf, den ein 50-jährige Architekt mit seinem unkontrollierbaren Alter Ego führt, um ein verantwortungsbewusster Familienvater zu werden. Dreiviertelmond erzählt dagegen von der Krise eines griesgrämigen Taxifahrers aus Nürnberg, der nach mehr als 30 Jahren Ehe von seiner Frau verlassen wurde, und seiner zufälligen Begegnung mit einem türkischen Mädchen, das den Kontakt zu seiner Familie verloren hat. Winterschläfer, ein Frühwerk von Tom Tykwer, spielt in den schneebedeckten Bayrischen Alpen. Ein Thriller, in dem sich die Schicksale zweier Paare und einer Bauernfamilie kreuzen. Mit einem Stil, der Lola rennt und Cloud Atlas vorwegnimmt, reflektiert Tykwer die deutsche Gefühlslage nach der Wiedervereinigung. In Der Wald vor lauter Bäumen verlässt eine junge Frau ihren Freund, ihre Familie und ihre Heimatstadt für eine Stelle als Lehrerin in Karlsruhe. Ihr anfänglicher Enthusiasmus weicht einer Reihe von beruflichen und zwischenmenschlichen Schwierigkeiten, die von Maren Ade, der Autorin des mehrfach preisgekrönten Films Toni Erdmann, mit einer außergewöhnlichen Intensität erzählt werden.