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Berühmte ukrainische Persönlichkeiten

Erfahren Sie hier, warum von der richtigen Aussprache die Zukunft abhängt und man trotzdem keine Angst vor dem Sprechen haben darf.

In unserer Serie stellen wir Ihnen berühmte Persönlichkeiten der Ukraine vor, die mit der deutschen Sprache ganz besondere Erinnerungen verbinden.

Der Schriftsteller und Drehbuchautor Andrej Kurkow spricht Deutsch, Englisch, Französisch, Ukrainisch und Russisch und ist überzeugt, dass es beim Spracherlernen am wichtigsten ist, keine Angst vor Fehlern zu haben. Neue Wörter merkt man am besten, wenn sie gleich benutzt werden. Wenn kein Muttersprachler in der Nähe zu finden ist, mit dem man üben kann, stellt euch vor den Spiegel und übt Monologe.

„Die Sprache ist in erster Linie die Kultur. Die Lektüre von Literaturtexten – seien sie gar die einfachsten – bringt viel mehr als das Erlernen von Materialien aus einem Lehrbuch. Unter „ernsten“ Autoren würde ich Matthias Politycki empfehlen, wenn es etwas „leichter“ sein soll, dann Thomas Brussig aus Berlin, der sehr beachtenswert schreibt. Seine Texte sind übrigens ins Ukrainische übersetzt worden. Es lohnt sich gewiss, deutschsprachige Lieder zu hören, hier würde ich richtige Liedermacher aus verschiedenen Jahren empfehlen: aus den 1930er Jahren ist es Hans Albers aus Hamburg, aus 1940-50er Jahren – Zarah Leander. Besonders gefällt mir die Gruppe Comedian Harmonists, die das gesungene Deutsch auf das Niveau des Italienischen brachte. Und zum Schluss der österreichische Liedermacher Georg Kreisler. Während er singt, ist jedes Wort verständlich, dabei hat er einen großartigen österreichischen Akzent! So begreifen Sie sofort, was Sprachvarietäten des Deutschen sind und wie man mit der Sprache spielen kann“.
 
Der Dirigent Roman Kofman leitete in Deutschland fünf Jahre lang das Beethoven Orchester Bonn sowie die Oper Bonn und ist überzeugt, dass Sprachkenntnisse unentbehrlich sind, um in einem anderen Land zu arbeiten. Was ihn selbst betrifft, so begann er mit dem Deutschlernen gleich nach seiner Ankunft in Bonn, und nach einem Jahr führte er schon Pressekonferenzen!

„Ich hatte keine Zeit, Grammatik zu lernen. Außerdem konnte ich mich aufgrund meiner eigenen Erfahrung überzeugen, dass das Spracherlernen in vielen Lehranstalten wie im Selbstunterricht falsch organisiert ist. Auf keinen Fall soll man mit Regeln beginnen. Ich habe eine folgende Theorie: man soll in diesen Fluss eintauchen und zu sprechen versuchen, sich bemühen, verstanden zu werden. Egal wie – mit Fehlern oder ohne. Dabei soll der Zustand der fehlenden Angst herausgearbeitet werden. Und erst nachdem mindestens das Niveau „mein dein verstehen“ erreicht worden ist, kann man nach einem Lehrbuch greifen und verstehen, warum man richtig oder falsch spricht. Dann ist es einfacher, mit Regeln zurechtzukommen. Als ich meine Absicht, Deutsch zu lernen, bekannt gab, wurde mir eine liebe Dame zugeteilt, die einen Notizblock mit Schemen, Deklinationen, Endungen mitbrachte… Jedes Schema ruft bei mir Angst wenn nicht Abscheu hervor. Im Kopf bleibt nichts zurück. So ging ich ein Risiko ein. Ich fing an, wie ein Ausländer zu sprechen, ohne eine einzige Regel zu kennen. Aber ich habe Deutschen zugehört… Und bereits nach einem Jahr meiner Arbeit in Bonn sagten Musiker, dass ich Deutsch besser kann als mein Vorgänger, der da sieben Jahre aufhielt!“
 
Der Boxweltmeister Wladimir Klitschko ist selbstverständlich durch Sport mit der angewandten Linguistik in Berührung gekommen. In seinem Fall driften Theorie und Praxis keinesfalls auseinander: bist du im Fluss und willst überleben, so lerne schwimmen!

Mit 20 Jahren begann Wladimir Klitschko, Deutsch zu lernen – und das gleich im Sprachmilieu, wo sein älterer Bruder die einzige Person war, mit der er seine Muttersprache sprechen konnte. Radio, Fernsehen, Kino, Kommunikation in Geschäften und auf der Straße… Das erste Jahr war recht schwierig, bis das Schicksal ihn mit der besten Deutschlehrerin zusammenbrachte – seiner Freundin! Langsam öffnete sich ihm die Tür in die deutschsprachige Welt – Deutschland wurde zur zweiten Heimat, in der Wladimir heiß geliebt wird, da er allen Grund hat, zu den besten Beispielen der Integration in einer fremden Gesellschaft gehören zu dürfen. Er ist überzeugt: „Verstehen – das ist das wichtigste. Wenn du in einem Land lebst und seine Sprache nicht sprichst, schaffst du keine Integration und daher auch keine Weiterentwicklung“.

„In meiner Aussprache merkt man den Akzent immer noch, er geht kaum noch weg, aber ich bilde mich weiter. Neulich habe ich mir meine ersten Interviews auf Deutsch angeschaut – ich sprach ohne jegliche Hemmungen, obwohl ich mich für mein Sprachniveau damals ein wenig schäme… Aber man kann nichts dagegen tun und letztlich ist es in einem Lernprozess normal. Ich ging sehr oft ins Kino – sogar wenn ich nach dem Film den Eindruck hatte, gar nichts verstanden zu haben, wusste ich, dass unbekannte Wörter irgendwo im Unterbewusstsein landen und früher oder später wechseln sie vom passiven zum aktiven Wortschatz. Man kann eine Sprache nicht beherrschen, ohne in die Kultur einzutauchen. So konnte ich lange nicht begreifen, was das Oktoberfest an sich hat, bis ich einmal selber nach München kam, echtes deutsches Bier trank und zur Volksmusik tanzte! Wenn ein Bär im Zirkus das Fahrradfahren lernen kann, bin ich überzeugt, dass jeder Mensch eine Fremdsprache erlernen kann!“
 

Videotagebuch: Deutsch lernen ist leicht!

Unsere Kursteilnehmer aus dem Sommerintensivkurs für Anfänger präsentieren täglich ihre Lernerfolge.

Begleiten Sie die Kursteilnehmer über 15 Unterrichtstage und 68 Unterrichtseinheiten und erfahren Sie, wie leicht das Deutschlernen ist!

Moderatorin: Ksenia Kharchenko
Kamera: Vadym Martynov