Architekturspaziergang Prag Beton statt Barock

Praha, Prague, Praga, Prag – so steht es auf dem Logo der tschechischen Hauptstadt. Die Mehrsprachigkeit soll auf die Weltläufigkeit der mitteleuropäischen Metropole verweisen. Mit Abstand am kosmopolitischsten ist Prag in den überfüllten Straßen rund um Karlsbrücke und Burg. Aber unter der Oberfläche dieses vermeintlichen Kosmopolitismus verbirgt sich eine Tourismusindustrie mit bescheidenen Parametern: Der durchschnittliche Prag-Tourist bleibt 3,15 Tage und sein Bewegungsradius beträgt gerade mal einen Kilometer.

Prag, eine Perle der Kultur und Architektur, hat sein Zentrum den Touristen überlassen. Die Bewohner haben ihre Wohnsitze an den Rand verlagert. Die wenigen Bauten, die im Stadtzentrum realisiert wurden, wie beispielsweise das hier präsentierte Wohnhaus mit Turnhalle, werden diesen Trend zwar nicht umkehren können, ihre Existenz ist aber dennoch wichtig. Nach 20 Jahren, in denen die Prager das Zentrum zusehends verlassen haben, unternimmt die Stadt nun erste Schritte, um dieser Tendenz entgegenzuwirken.

Wohin aber zieht die Prager Bevölkerung um, wo leben und arbeiten die Menschen? Zumindest auf den ersten Blick entstehen neue Formen kollektiven Wohnens und Arbeitens. So zum Beispiel die Projekte Central Park Praha und die neue Zentrale der ČSOB-Bank. Aber auch hier finden sich ähnliche Schönheitsfehler, wie bei der eingangs erwähnten Weltläufigkeit. Im Grunde genommen handelt es sich nämlich um keine kollektiven Formen, sondern um von ihrer Umgebung abgeschlossene Räume.

Hochwertige Architektur- und Raumkonzepte kann man diesen Projekten jedoch nicht absprechen. Auch in der Stadt der tausend Türme trifft man auf hochwertige, moderne Architektur. Aus den interessantesten Projekten, die an der Moldau in den letzten 5 Jahren realisiert wurden, haben wir für Sie einen Architektur-Spaziergang durch Prag zusammengestellt.

Hotel Metropol

Národní 33, Prag 1
50°04'58''N, 14°25'11''E
Chalupa architekti – d u m architekti, 2007
 
  • Hotel Metropol Foto: Filip Šlapal
  • Hotel Metropol Foto: Filip Šlapal
  • Hotel Metropol Foto: Filip Šlapal
  • Hotel Metropol Foto: Filip Šlapal
  • Hotel Metropol Foto: Filip Šlapal

An einer der belebtesten und pulsierendsten Straßenkreuzung des Prager Stadtzentrums entstand das Vier-Sterne-Hotel Metropol. 64 Zimmer bieten eine komfortable Unterkunft mit den der Hotelkategorie entsprechenden Dienstleistungen. Angesichts des besonderen Standortes und der Attraktivität des Grundstücks entstand im Erdgeschoss des Hotels ein Restaurant-Café mit einer verglasten, beweglichen Terrasse, die sich gänzlich in Richtung Straße öffnet. Das Hotel wird so zu einem Bestandteil des belebten Boulevards.

Die Fassade hat die Gestalt einer Glaswand, die zahlreiche Vorteile bietet. So schließen sich die Fenster automatisch bei Regen, ebenso wenn der Gast sein Zimmer verlässt. Gleichzeitig wird bei geöffneten Fenstern automatisch die Heizung bzw. Klimaanlage reguliert. Von innen bietet die Glasfassade eine exklusive Aussicht auf Prag. Für diesen großzügigen Umbau eines verlassenen Verwaltungsgebäudes wurde das Hotel Metropol 2009 als tschechischer Beitrag für den europäischen Mies van der Rohe Award nominiert.

Rekonstruktion des Pavillons Grébovka

Riegerovy sady, Prag 2
50°04'11''N, 14°26'44''E
SGL projekt, s.r.o., 2010
 
  • Rekonstruktion des Pavillons Grébovka Foto: Filip Šlapal
  • Rekonstruktion des Pavillons Grébovka Foto: Filip Šlapal
  • Rekonstruktion des Pavillons Grébovka Foto: Filip Šlapal
  • Rekonstruktion des Pavillons Grébovka Foto: Filip Šlapal
  • Rekonstruktion des Pavillons Grébovka Foto: Filip Šlapal

2010 erfolgte eine sensible und gelungene Rekonstruktion des Gartenpavillons Grébovka in der Parkanlage Havlíčkovy sady in Prag-Vinohrady. Der Gartenpavillon ist ein integraler urbanistischer und architektonischer Bestandteil des Gesamtkomplexes Villa Gröber samt Parkanlage – ein bedeutendes Beispiel der späten neoromantischen Gartenarchitektur (mehr zu Geschichte und Architektur des Komplexes um die Villa Gröber erfahren Sie hier).

Ziel war es, dieses Kulturdenkmal der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, wobei die Wiederherstellung des spezifischen Genius loci dieses einzigartigen Gebäudes im Vordergrund stand. Die authentische Gestalt, Struktur und Materialvorgabe der erhalten gebliebenen Elemente wurden bei den Rekonstruktionsarbeiten in vollem Maße respektiert. Eines der Gebäudeflügel wurde in seiner ursprüngliche Gestalt rekonstruiert. Der zweite Parallelflügel wurde durch einen Neubau eines verglasten Pavillons ersetzt, der sich harmonisch in die umliegende Weinanbau-Anlage eingliedert.

Central Park Praha

Pitterová, Prag 3
50°05'07''N, 14°28'04''E
A 69 – Architekti s.r.o., 2009
 
  • Central Park Praha Foto: Esther Havlová
  • Central Park Praha Foto: Esther Havlová
  • Central Park Praha Foto: Esther Havlová
  • Central Park Praha Foto: Esther Havlová
  • Central Park Praha Foto: Esther Havlová

Der Central Park Praha ist eines der hochwertigen Beispiele einer modernen Prager Wohnanlage. Sie befindet sich in enger Nachbarschaft zum Park Parukářka und zum Güterbahnhof Žižkov. Das charakteristische Merkmal des gesamten Komplexes ist ein künstlich angelegter Hang, der das Grundstück von drei Seiten umfasst und die Raumstruktur der neuen Residenz klar definiert. Bestandteil des Hanges sind fünf Wohntürme mit luxuriösen Wohnungen, die einen attraktiven Blick auf das Prager Panorama bieten.

Zu kritisieren gilt es allerdings den begrenzten Zugang in den inneren Garten und den dort angebotenen Dienstleistungen. Aus einem ursprünglich öffentlichen Raum ist der Park somit zu einem privaten Garten für Wohnungseigentümer geworden. Die Autoren dieses Projektes wurden mit mehreren Preisen ausgezeichnet. In der Kategorie Neubauten gewannen sie im Jahr 2010 den Grand-Prix-Preis der Tschechischen Architektengemeinde.

Wohnhaus mit Turnhalle

Lodecká 1, Prag 1
50°05'30'' N, 14°25'56'' E
Petr Burian/DaM, 2008
 
  • Wohnhaus mit Turnhalle Foto: Andrea Thiel-Lhotáková
  • Wohnhaus mit Turnhalle Foto: Andrea Thiel-Lhotáková
  • Wohnhaus mit Turnhalle Foto: Andrea Thiel-Lhotáková
  • Wohnhaus mit Turnhalle Foto: Andrea Thiel-Lhotáková
  • Wohnhaus mit Turnhalle Foto: Andrea Thiel-Lhotáková
  • Wohnhaus mit Turnhalle Foto: Andrea Thiel-Lhotáková

Den Grand-Prix-Wettbewerb 2011 gewann das Wohnhaus mit Turnhalle nach einem Entwurf von Petr Burian (Atelier DaM). Das siebengeschossige Eisen-Beton-Skelett dieses aus Baukastenelementen zusammengefügten, unregelmäßig geformten Objekts befindet sich auf dem Platz Petrské náměstí – auf einem Grundstück, das ursprünglich einen Kinderspielplatz beherbergte und das direkten Kontakt zum Nachbargebäude, einer Grundschule hat. Nach intensiven Überlegungen und Debatten, wie dieses Grundstück zu nutzen sei, entstand auf Initiative des Stadtbezirks Prag 1 und des Direktors der Grundschule der Plan, an dieser Stelle ein Haus mit Mietwohnungen und Turnhalle zu bauen. Dieses ist vor allem gesellschaftlich bedeutsamen Berufsgruppen wie Lehrern oder Feuerwehrleuten bestimmt. Es handelt sich hierbei um eine der wenigen städtischen Investitionen in den vergangenen 20 Jahren, die mit Fug und Recht als hochwertige Architektur bezeichnet werden können.

Zentrum für Gegenwartskunst DOX

Osadní 34, Prag 7
50°06'24'' N, 14°26'49'' E
Ivan Kroupa architects, 2008
 
  • DOX Foto: Luca J. Ackerman
  • DOX Foto: Jan Kuděj
  • DOX Foto: Ivan Kroupa
  • DOX Foto: Ivan Kroupa
  • DOX Foto: Jan Kuděj

Das Ziel der Initiative DOX ist es, ein lebendiges Kulturzentrum zu etablieren: eine Plattform für zeitgenössische tschechische und internationale Kunst, Architektur und Design.

Das DOX besteht aus rekonstruierten Fabrikräume und -hallen, in denen Intimität und großzügige Weitläufigkeit ineinander übergehen. Die Innenräume vermitteln somit unterschiedliche Stimmungen; die Verarbeitung und die verwendeten Materialien verleihen dem Interieur eine Struktur formaler Reinheit. 2008 wurde das DOX als beste architektonische Arbeit ausgezeichnet, Preise gewann das Projekt auch im Ausland. Mit dem rohen Charme einer ehemaligen Fabrikhalle erinnert dieses Gebäude an den vergangenen Ruhm des nun neu erblühenden Prager Stadtteils Holešovice.

Technische National-Bibliothek / NTK

Technická 6, Prag 6
50°06'10'' N, 14°23'29' E'
Projektil architekti, 2009
 
  • Národní technická knihovna Foto: Andrea Thiel-Lhotáková
  • Národní technická knihovna Foto: Andrea Thiel-Lhotáková
  • Národní technická knihovna Foto: Andrea Thiel-Lhotáková
  • Národní technická knihovna Foto: Andrea Thiel-Lhotáková
  • Národní technická knihovna Foto: Andrea Thiel-Lhotáková
  • Národní technická knihovna Foto: Andrea Thiel-Lhotáková
  • Národní technická knihovna Foto: Andrea Thiel-Lhotáková

Die Technische National-Bibliothek befindet sich auf dem Campus-Gelände der Prager Technischen Universität ČVUT in Prag-Dejvice. Gebaut wurde sie als öffentlich zugängliche Institution und Informationszentrum. Gleichzeitig fungiert das Gebäude auch als Ort für Begegnung und Dialog.

Mit seinem Grundriss eines abgerundeten Viereckes vermittelt das Gebäude ein Gefühl der Sicherheit und Konzentration. Größe und Maßstab entsprechen dem Charakter des Uni-Campus'. Dem Interieur der Bibliothek dominiert eine lichtdurchflutete Halle, die durch vertikale Betonstreben und begehbare Galerien eingefasst wird. Die Beton-Dominanz des Raumes wird durch bunte Fußböden aufgelockert. Das Thema des Gebäudes als ein „technologisches Lehrbuch in Großformat“ entstand in Teamarbeit eines für die Gestaltung verantwortlichen Kurators, eines Innenarchitekten und Grafikdesigners und eines Künstlers – die Zeichnungen des Rumänen Dan Perjovschi zieren die Sichtbetonflächen im Inneren des Gebäudes.

Für dieses äußerst gelungene Projekt wurden die Architekten mit dem Hauptpreis des Grand-Prix-Wettbewerbes 2010 der Tschechischen Architektengemeinde ausgezeichnet.

Neues Gebäude der Fakultät für Architektur an der Technischen Universität

Thákurava 9, Prag 6
50°06'13'' N, 14°23'22'' E
Šrámková Architekten, 2010
 
  • Neues Gebäude der Fakultät für Architektur an der Technischen Universität Foto: Tomáš Souček
  • Neues Gebäude der Fakultät für Architektur an der Technischen Universität Foto: Tomáš Souček
  • Neues Gebäude der Fakultät für Architektur an der Technischen Universität Foto: Tomáš Souček
  • Neues Gebäude der Fakultät für Architektur an der Technischen Universität Foto: Tomáš Souček
  • Neues Gebäude der Fakultät für Architektur an der Technischen Universität Foto: Tomáš Souček
  • Neues Gebäude der Fakultät für Architektur an der Technischen Universität Foto: Tomáš Souček
  • Neues Gebäude der Fakultät für Architektur an der Technischen Universität Foto: Tomáš Souček

Die Prager Architektur-Studenten haben endlich ein neues Gebäude für ihre Fakultät auf dem Gelände der Prager Technischen Universität ČVUT. Entworfen wurde der Bau von Architekten aus dem Atelier von Alena Šrámková, das 2004 den entsprechenden Wettbewerb gewann. Der Entwurf möchte weder das Fach Architektur noch die Architekturstudenten zu etwas Besonderem stilisieren. Das Konzept des Hauses basiert deshalb auf Einfachheit und Bescheidenheit.

Das Hochschulgebäude möchte ein Ort der Begegnung und neuer Kontakte, ein Raum für kreatives Denken sein. Formal gesehen ist das Haus ein Quadrant mit einem Hof und drei oben verglasten Atrien. Das ganze Objekt ist von Ziegeln ummantelt, nur im Eingangsbereich lugt die Betonkonstruktion des Gebäudes hervor. Einen Bestandteil des Hofs sollten auch Kopien von Skulpturen John Hejduks bilden; dies ist allerdings bisher nicht realisiert worden. Für diesen nüchternen und formal bescheidenen Bau erhielten die Architekten den Grand-Prix-Preis 2011 in der Kategorie Neubau.

Freizeitareal Ladronka

Tomanova 1, Prag 6
50°04'43'' N, 14°21'43'' E
Šafer Hájek architekti, 2010
 
  • Freizeitareal Ladronka Foto: Filip Šlapal
  • Freizeitareal Ladronka Foto: Podražil
  • Freizeitareal Ladronka Foto: Podražil
  • Freizeitareal Ladronka Foto: Filip Šlapal
  • Freizeitareal Ladronka Foto: Filip Šlapal
  • Freizeitareal Ladronka Foto: Filip Šlapal
  • Freizeitareal Ladronka Foto: Filip Šlapal

Auf dem Prager Stadtgebiet befindet sich bis heute ein Pilgerweg, der vom Prager Loreto in das Kloster des Ortes Hájek u Unhoště führt und stellenweise auch das Gebiet der Ladronka schneidet. Der Pilgerweg mit Kapelle erfuhr an dieser Stelle eine Teil-Rekonstruktion, die teilweise der ursprünglichen Wegführung folgt. Teilweise wurde ein neuer Weg als Baumallee entworfen. Im Areal des Parks Břevnov zwischen Vypich und Strahov erfolgte eine komplette Sanierung einschließlich der Gebäude des ehemaligen Landguts Ladronka – dieses war lange Jahre Zentrum der Prager Hausbesetzer-Szene.

Die vollständige Erneuerung des Geländes, das nun den Menschen als Sport- und Freizeitareal dient, wurde vom Stadtbezirk Prag 6 initiiert und realisiert. Die Ladronka bietet unter anderem Beachvolleyball-, Fußball- und Bouleplätze sowie Fahrradwege und eine Bahn für Inline-Skater. Der Gebäudekomplex des ehemaligen Landguts dient den Besuchern als Dienstleistungszentrum. Die Autoren des Sanierungskonzeptes wurden 2011 mit dem Grand-Prix-Preis der Tschechischen Architektengemeinde in der Kategorie Landschaftsarchitektur und Gartenbau ausgezeichnet. Die Jury hob dabei den langfristigen Rekultivierungsprozess der Parkanlage sowie die Respektierung des historischen Kontextes und die sensible Einbeziehung der dynamischen Geländetopografie in das Gesamtkonzept hervor.

Jazz Dock

Janáčkovo nábřeží 2, Prag 5
50°04'39''N, 14°24'31'' E
Arx Studio, 2009
 
  • Jazz Dock Foto: Jazz Dock
  • Jazz Dock Foto: Jazz Dock
  • Jazz Dock Foto: Jazz Dock
  • Jazz Dock Foto: Jazz Dock
  • Jazz Dock Foto: Jazz Dock
  • Jazz Dock Foto: Jazz Dock


Das Jazz Dock ist eine neue Bühne der Pager Musikszene; ein unauffälliger und dennoch lebendiger und energiegeladener Ponton, der zum Relaxen bei einem guten Drink zu guter Musik einlädt. Der kleine Bau befindet sich am linken Moldau-Ufer, zwischen den Brücken Jiráskův most und Most legií. Das Projekt Jazz Dock wurde nach mehrjährigen bürokratischen Komplikationen vom großen Jazz-Fan Vladimír Lederer durchgesetzt und realisiert.

Prag hat nun einen weiteren interessanten Musik-Club, der vor allem das einheimische Publikum ansprechen möchte. Das Objekt beeindruckt auf den ersten Blick durch sein frisches Design und das auffällige Interieur. Die verglasten Wände des Clubs bieten darüber hinaus einen Blick auf das rechte Moldau-Ufer mit seinen Dominanten Nationaltheater und Mánes. Im Jazz Dock finden auch Konferenzen oder Firmenveranstaltungen statt.

Neue Zentrale der ČSOB-Bank

Radlická 150, Prag 5
50°03'30'' N, 14°23'13'' E
AP Atelier, Josef Pleskot, 2007
 
  • Neue Zentrale der ČSOB-Bank Foto: Tomáš Souček
  • Neue Zentrale der ČSOB-Bank Foto: Tomáš Souček
  • Neue Zentrale der ČSOB-Bank Foto: Tomáš Souček
  • Neue Zentrale der ČSOB-Bank Foto: Tomáš Souček
  • Neue Zentrale der ČSOB-Bank Foto: Tomáš Souček
  • Neue Zentrale der ČSOB-Bank Foto: Tomáš Souček

Ein modernes Gebäude ohne überflüssigen Prunk mit einem flexiblen System der Arbeitsplatz-Gestaltung – so lauteten die Vorgaben des Auftraggebers. Bankgebäude möchten meist durch ihre Pracht und teure Materialien auf den Betrachter wirken. Die Anforderungen an die neue ČSOB-Zentrale waren genau entgegengesetzt.

Der gesamte Komplex besteht aus sechs Pavillons, drei Atrien und zwei Höfen, die als eine Gesamteinheit fungieren. Das Gebäude wurde als ein offener Arbeitsraum für 2850 Mitarbeiter entworfen, der 92 Prozent aller Angestellter einen Ausblick auf die Burganlage Vyšehrad bietet. Rund 85 Prozent der im Gebäude Beschäftigten kommen mit der U-Bahn zur Arbeit. Der Metro-Ausgang befindet sich direkt neben der Bank.

Großer Wert wurde auf Pflanzenelemente gelegt, die das gesamte Objekt prägen – so auch das grüne, begehbare Dach, von dem die Bepflanzung scheinbar nahtlos in die Umgebung des Hauses übergeht. Die ČSOB-Zentrale wurde als Niedrigenergie-Gebäude konzipiert und erhielt für seine umweltschonende Bauart das Green-Building-Zertifikat Leed-Gold. Die Architekten wurden für das Gesamtkonzept im Jahr 2008 mit dem Grand-Prix-Hauptpreis ausgezeichnet. Wer Interesse an einer Besichtigung des Objektes hat, sollte das Centre for Central European Architecture kontaktieren, das Gebäude ist der Öffentlichkeit nicht ohne Weiteres zugänglich.