Ausstellung Eberhard Havekost: Logik

Ein Zerstörtes Endgerät
© Eberhard Havekost. Courtesy Galerie Gebr. Lehmann and Anton Kern Gallery

Die Ausstellung des deutschen Malers Eberhard Havekost in der Galerie Rudolfinum gibt einen Einblick in das Schaffen eines der führendsten Repräsentanten der neuen Malergeneration. Als Vorlage für seine Werke dienen dem Künstler Fernseh- oder Printwerbungen oder eigene Fotografien, die von ihm, bevor er sie auf die Malerleinwand bringt, bis an die Grenzen der Abstraktheit digital bearbeitet werden. In diesem Wege eröffnet Havekost Fragen zum Thema der Malerei und ihrer Stellung in der gegenwärtigen visuellen Welt.   
 

Die Galerie Rudolfinum veranstaltet diese Ausstellung der Werke von Eberhard Havekost als einem der führendsten Vertreter der neuen Generation von Malern, die für ihre Arbeiten konsequent die digitale und multimediale visuelle Sprache nutzen. In Havekosts Bildern, die sich auf fotografische Vorlagen wie Fernsehshots, Videospots, Bilder aus illustrierten Zeitschriften und Katalogen, aber auch auf eigene Fotografien stützen, sind immer wieder Natur, Porträts und menschliche Figuren, Architektur und verschiedenste Verkehrsmittel – Karawanen, Autos, Flugzeuge – als Motive erkennbar. Das Element der Wiederholung spielt in Havekosts Schaffen eine ebenso wichtige Rolle wie die Darstellung der Zeit in ihrer ständigen Veränderlichkeit. Im Zusammenhang mit jedem Bild müssen wir uns immer wieder die Frage stellen: Was ist Motiv, was ist Name, was ist Form und was ist Inhalt?  
 
Der 1967 in Dresden geborene deutsche Maler Eberhard Havekost setzt sich in seinen Bildern mit diesen Fragen auseinander und transformiert diese Auseinandersetzung in eigenständige Ausstellungsprojekte. Eines dieser Projekte wird im Rahmen der geplanten Autorenausstellung INHALT, die als Überblick über die in den zurückliegenden zehn Jahren entstandenen Werke Havekosts konzipiert ist, auch in Prag zu sehen sein. Im breiteren Kontext der zeitgenössischen und vor allem der deutschen Malerei gilt Eberhard Havekost als einer der Fortsetzer des Werks von Gerhard Richter, dem wahrscheinlich bedeutendsten Maler der Gegenwart, da es ihm gelingt, das Thema der Malerei und ihrer Stellung in der heutigen visuellen Welt in äußerst kreativer Form weiter zu entwickeln. Parallel zu der Ausstellung von Eberhard Havekost, in der dessen Werke erstmalig in der Tschechischen Republik vorgestellt werden, wird in der Nationalgalerie eine Ausstellung der Werke von Gerhard Richter stattfinden.
 
Mitveranstalter der Ausstellung ist das Zentrum für zeitgenössische Kunst KINDL in Berlin. Die Zusammenstellung der für die Ausstellung vorgesehenen Werke wurde in Zusammenarbeit zwischen dem künstlerischen Direktor von KINDL, Andreas Fiedler, dem Direktor der Galerie Rudolfinum, Petr Nedoma, und dem Künstler Eberhard Havekost konzipiert. Jede Version der Ausstellung wird den vorhandenen Ausstellungsräumen angepasst und soll so zugleich einen Dialog zwischen zwei unterschiedlichen Betrachtungsweisen des Werks Eberhard Havekost initiieren. Zur Ausstellung wird ein Katalog mit Texten des tschechischen und des deutschen Kurators erscheinen. Neben klassischen geführten Besichtigungen der Ausstellung mit ihrem Kurator Petr Nedoma und speziellen Begleitprogrammen für Schulen, bereitet die Galerie Rudolfinum auch eine Serie von Programmen vor, in denen der breitere Kontext des Werkes von Eberhard Havekost und seine Verbindung mit der deutschen Kultur dargestellt werden sollen. Konkret handelt es sich um Filme über das Schaffen Eberhard Havekosts, die im Kino Rudolfinum gezeigt werden sollen, und um das Diskussionsprojekt „An der Tafel“, in dem geladene Künstler und Kuratoren auftreten werden. Dem Werk Eberhard Havekosts wird auch das Programm des Edukationsraums Artpark, der von der Galerie Rudolfinum Anfang September 2016 eröffnet wurde, gewidmet sein.